Wissenschaft mit Kind

Promovieren mit Kind: Gleichberechtigung im ersten Jahr

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Seine Geschichte

Wir haben viele Freunde, die in letzter Zeit Kinder bekommen haben. Alle sind sie recht intelligent und haben moderne Einstellungen zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Doch als dann mit dem Kind die Frage auftauchte, wer sich darum kümmert, hörte sich wieder alles althergebracht an: Bei nur einem Paar brachte der männliche Part genau so viel Zeit für die Betreuung auf wie der weibliche. Nur einmal nahm Er also so viel Karriereeinschnitte in Kauf wie Sie. Wieso ist das immer noch nicht anders? Die Möglichkeit, zwölf Monate Elterngeld auf vierzehn zu verlängern, wenn beide Elternteile je mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, sollte unter anderem mehr Väter dazu bringen, sich an der Erziehungsarbeit zu beteiligen. Das ist wohl auch geschehen, wenn auch vor allem im Rahmen dieser zwei Monate, die seitdem auch oft einfach als “Vätermonate” bezeichnet werden. Von den 2008 geborenen Kindern nahm nur jeder fünfte Vater überhaupt Elternzeit, wobei der Prozentsatz im Osten und Süden der Republik sowie bei Familien mit hoher Bildung eher höher liegt. Trotzdem ist auch im universitären Umfeld in Sachsen auf keinen Fall von annähernder Gleichberechtigung in der Kinderbetreuung zu sprechen. Alle noch so modernen Einstellungen zu Familie sind plötzlich dahin, wenn es um Elternzeit geht. Und das liegt zum Großteil am Einkommensausfall, den jede Familie minimieren will. Denn leider ist es meistens immer noch so, dass der Mann und Vater mehr Geld verdient als die Frau und Mutter. Also nimmt Er die zwei zusätzlichen Monate als eine Art bezahlten Urlaub mit und überlässt den Rest der Kinderbetreuung seiner Frau. Wir finden das skandalös und haben deswegen versucht, die Betreuungsarbeit bestmöglich aufzuteilen. Aber ganz 50:50 haben wir es wohl auch nicht geschafft, ich würde sagen 60% Sie und 40% Ich. Das hatte bei uns, wie auch bei allen unserer Freunde, gut erklärbare und teils sehr individuelle Gründe. Die Gefahr ist dann aber immer, diese Gründe nicht mehr zu hinterfragen. Dann spielt sich die Rollenverteilung schnell so ein, wie es schon bei unseren Eltern und Großeltern der Fall war. Und das wollten wir ja eigentlich gerade vermeiden.

Ihre Geschichte

Um wirklich alles gerecht aufzuteilen waren wir schon vor der Geburt auf dem Jugendamt und haben die Vaterschaft erklärt, damit dann alles in geregelten Bahnen läuft, obwohl wir nicht verheiratet sind. Ich als Frau und zukünftige Mutter wollte nicht von vorneherein dass der (ansonsten nur potentielle) Vater mit weniger Rechten bezüglich des Kindes dasteht. Was die angestrebte gleichberechtigte Kinderbetreuung angeht, so sind aber Mann und Frau der biologischen Beschaffenheit unterworfen, die erstmal das ganze Gegenteil von Gleichberechtigung darstellt. Das Kind hat schon eine enorme Bindung zur Mutter aufgebaut durch die Zeit in deren Bauch vor der Geburt und wird auch danach von der Mutter gestillt. Ich habe sehr lange gestillt und war so an die Essenszeiten meiner Tochter gebunden. Sobald das Mittagsstillen vorüber war, machte ich mich auf den Weg ins Institut und versuchte so effektiv wie möglich diese für mich sehr kostbare Arbeitszeit zu nutzen. Mein Mann übernahm währenddessen den Kinderdienst, was gut funktionierte. Zumindest an den Tagen, wo alles gut lief. Es konnte aber auch jederzeit sein, dass sich unsere wenige Wochen alte Tochter nicht vom Vater beruhigen lassen wollte und ich vorzeitig nach Hause gehen musste. Planungssicherheit gab es nicht. Im Zweifel auch nicht um Termine mit Kollegen oder dem Betreuer wahrzunehmen. Positiv ist aber anzumerken, dass meistens Verständnis für die Situation vorhanden war; was aber nicht bedeutete, dass grundsätzlich Termine während meiner Anwesenheit stattfanden. Außerdem hatte mein Mann eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an unserer Hochschule und seine Chefin bestand auf geregelten Anwesenheitszeiten. Er arbeitete so immer vormittags, womit für mich die Nachmittage für die Arbeit übrig blieben. Waren jetzt aber Termine oder Lehrveranstaltungen meines Mannes am Nachmittag, habe ich während dieser Zeit die Kinderbetreuung übernommen. Da war dann die große Flexibilität meines Stipendiums ein ziemlicher Hemmschuh für die Gleichberechtigung. Lange bin ich nicht auf vier Stunden tägliche Arbeitszeit gekommen und habe im Zweifel zurückgesteckt.

Unser Fazit: In den ersten Wochen und Monaten kann Gleichberechtigung eigentlich nicht zu 100% gelebt werden. Danach muss man sich sehr anstrengen, nicht in alten Rollenbildern hängen zu bleiben, wenn man gleichberechtigt Kinder betreuen will. Auch und vielleicht gerade als Promovierende.

Kommentare (11)

  • 15.03.2012 um 12:08 Uhr von Birgit

    auch uns ging es ähnlich. Beim ersten Kind bin ich zügig arbeiten gegangen und mein Mann hat 7 Monate Elternzeit übernommen. Beim 2. Kind war ich als selbständige freier und habe die Kinderbetreuung übernommen. Ich arbeite nachts und am Wochenende, damit mein Mann seiner regelmäßigen Arbeit nachgehen kann.
    Mittlerweile bin ich der Ansicht, den Familien hilft nicht mehr Kinderbetreuung, sondern wirkliche Flexibilisierung in der Arbeitswelt: Anerkennung von Home Office, Teilung der täglichen Arbeitszeit in zwei oder mehr hälften, Verkürzung der Arbeitszeit ohne Einbussen in den Anforderumgen der Aufgabe. Leider bekommt Mann/Frau in Teilzeit auch als hochausgebildete Akademikerin oft nur Assitentenstellen und Aufgaben,

  • 15.03.2012 um 15:21 Uhr von Ellis

    Achtung, ketzerische Antwort: Wenn Mütter stillen (und das ist eine *Entscheidung*, denn es geht auch ohne!), dann bedeutet das automatisch eine stärkere Anbindung und v.a. Abhängigkeit vom Baby. Und da es sich um eine willentliche Entscheidung handelt, bitte nicht (allzu sehr …) über die Belastung und einhergehenden Einschränkungen jammern. Und falls doch: Die Vollstillzeit ist absehbar …

    Viel wichtiger ist m.E. zu klären, wie es danach weiter geht und zu verhindern, dass sich die Mehrbeteiligung durchzieht.

    Ansonsten stimme ich Birgit zu: Flexibilisierung ist ein ganz wesentlicher Schlüssel!

  • 15.03.2012 um 15:41 Uhr von Charles

    Solange die Mädels sich meist lieber ältere Freunde suchen, ist es auch oft so, dass die Männer mehr verdienen und beruflich mehr eingespannt sind als die jüngeren Frauen. Gleichberechtigte Erziehung ist immer schwierig, wenn sich beide auf unterschiedlich weit fortgeschrittenen Karriereebenen befinden.

    Theoretisch einfache Lösung für Frauen: Statt über mangelnde Gleichberechtigung zu jammern, lieber auch mal nach Männern ausschau halten, die noch Studenten oder arbeitslos sind und die demnach mehr Zeit haben, sich um die Kinder zu kümmern. Witzigerweise aber findet man viele Pärchen, bei denen der Mann schon weit im Berufsleben steht, die Frau (noch oder wieder) studiert, aber kaum welche, bei denen das umgekehrt der Fall ist. Hat wohl was mit persönlichen Präferenzen zu tun.

  • 15.03.2012 um 19:07 Uhr von uwe

    Eine Rückfrage, mehr zum Nachdenken: warum MUSSTE sie frühzeitig nach Hause, wenn sich die Tochter nicht beruhigen ließ? Habt ihr damit nicht vielleicht unterstellt, dass es anders nicht sein kann, als dass er das nicht machen könnte oder nicht akzeptiert würde? Wie lange habt ihr die Unruhe ausgehalten, bevor Notfallplan Mami eintrat?

  • 15.03.2012 um 23:53 Uhr von Liz

    Ich werde auf Englisch schreiben, einfach weil es schneller geht.

    I left Germany specifically because I knew I would not be able to get my doctorate and have children at the same time. My oldest sone was 10 months old when I started my doctorate, and I had two more children during that time. My husband is German and I am American. I did not find the German system amenable to my situation, dreams, or personal needs. So we left, even though we dearly love Germany.

    I now have three children, have finished my doctorate, and am currently working as an assistant professor at a research intensive university in the US. This did not come without its costs, and I am sure my husband would also have much to say to this topic.

    In my opinion, if the female partner is ever to get an even, somewhat fair shake in the deal, BOTH partners have to compromise and make hard choices (not just the woman). But this is not all about individual choices. The comments above do not address the systemic issues that women face. Yes, we “choose” to have children, but often that is a joint choice, and the man is not held equally responsible for those decisions. The “choice” piece always irritates me. Yes, I choose to be a parent and to be professionally active, and I am not complaining about it, but I do pay for it in ways that my husband has not. He also pays for his choices in ways that I do not. He has chosen not to put his career before mine, and that means he is not earning to his greatest potential, so that I too have the chance to work toward my career goals. We take turns, but with the acknowledgement that I will have much more to overcome than will he. He has had to learn how to care for the children just as much as I have, but these lessons do not come easily. With three children, I naturally fed for a total of nearly 4 years, and yes, this was a choice, and a choice I am proud of. Is it fair that Universities do not provide space or time to naturally feed children, or have policies in place for women to do so?…. NO. Those are systemic issues, and have little to do with a woman’s personal choices. I pay dearly to have my children in (> $14,000 a year) pre-school so I can work toward tenure. Yes, this is a financial burden, but it makes my dreams possible, and I can teach, research and publish. My children are also well taken care of. Is it easy for me? No. Is it easy for my husband to make such compromises? No. Does he resent me for it, probably sometimes, but it takes a lot of work on both sides, and a willingness to put each other’s needs ahead of financial gain, and a willingness to say that success may have to come on different terms, at different times, and yes, in shifts with great costs.

    Is this possible in Germany? Probably, but it seemed too hard to me, so I took my career to the US where we could both work and have three children. You can do it, but it takes a lot to beat the odds of a system that depends on a mother’s time and free labor.

    For those of you who think women have a sense of entitlement because they feel they should have equal access and live in an inclusive society regardless of their roles, I think you have missed the point. If you think we are bitching about our choices, you have also missed the point. If you think it is merely about individuals, you have clearly missed the point. Men enjoy having careers AND families without carrying an equal responsibility for those roles, that is the point, and it is something that can only be systemically, and culturally, addressed over a long period of time. The climate for women in academe is not great in the US, but it is better than in Germany. That is my conclusion.

  • 16.03.2012 um 13:26 Uhr von Birgit

    uff, das mit dem Stillen hat mich umgehauen. Auch ohne Stillen hat frau als Mutter eine enge Bindung zum Kind, aber der Mann kann eine ebenso enge entwickeln, wenn er für das Kind da ist, wenn er sich einlässt, nicht nur der Feierabend Papa zu sein.
    Die Schwierigkeit die ich in dem Blogartikel sehe, liegt doch darin, das er eine Part flexible Arbeitszeiten hat und der andere nicht. Wer steckt zurück? Der mit den flexiblen Zeiten. Die äußeren Rahmenbedingungen sind eben so.
    A

  • 17.03.2012 um 05:41 Uhr von Jutta

    Ein aus meiner Sicht erschreckendes Verständnis des Gleichberechtigungsbegriffs: “Unser Fazit: In den ersten Wochen und Monaten kann Gleichberechtigung eigentlich nicht zu 100% gelebt werden. Danach muss man sich sehr anstrengen, nicht in alten Rollenbildern hängen zu bleiben, wenn man gleichberechtigt Kinder betreuen will.” Zunächst mal: Selbstverständlich sind Mütter und Väter prinzipiell gleich berechtigt, und es hat durchaus etwas mit individuellen sowie gemeinsamen (als Paar) Entscheidungen, Präferenzen und Gefühlen zu tun, wer wann wie viel Zeit in die Kinderbetreuung investiert. Es besteht weder faktisch noch normativ ein Problem, wenn das in den ersten Lebensjahren zu mehr als 50% die Mutter ist. Gleichberechtigung / gleiche Berechtigung hat doch mit Verteilungs- oder Ergebnisgleichheit nichts zu tun i.S. einer 50/50-Aufteilung aller Dinge in allen Lebenslagen. Allein die Tatsache, dass die krampfhafte Aufrechterhaltung einer solchen 50/50-Aufteilung als anstrengend erlebt wird und vermeintlich “alte Rollenbilder” überwunden werden sollen zeigt doch die Künstlichkeit und mittel- bis langfristige Undurchführbarkeit dieser politisch aufoktroyierten Forderung. Das heißt weder, dass sich Väter aus der Erzeihunng/Kinderbetreuung heraushalten sollten noch ist das ein biologistisches Menschenbild. Aber: eine etwas gelassenere Interpretation des Gleichberechtigungsbegriffs und eine Abkehr vom vermeintlichen lebenbslangen “50/50″-Zwang könnten hier schon weiter helfen.

  • 18.03.2012 um 16:45 Uhr von Boris Schmidt

    @Jutta – danke für diese erfrischende Aufhellung, ob Gleichberechtigung dann gegeben ist, wenn beide irgendwie “gleich” sind, und für das Plädoyer, dass 50/50 nicht die einzige mögliche Übersetzung von “gleich” ist. Was mich an den ebenfalls vor wenigen Tagen erschienenen Artikel von Rene Krempkow erinnert, Wie „gerecht“ sind Leistungsanreize an Hochschulen? – Wo es auch um die Frage geht, wie sich ein Anspruch (z.B. “Gerechtigkeit”) in konkretes Handeln umsetzen lässt.

    Also ich finde jedenfalls: Unterschiede, auch unterschiedliche Rollen dürfen sein (schlimmer noch, sie sind häufig unvermeidbar aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen – Papa bleibt busenlos, auch wenn er sich anstrengt, und Mama wird das Kleine immer als Einzige für x Monate durch die Gegend getragen haben, was eine andere Art der Bindung erzwingt – Fakten, die das Leben spielt, medizinische Entwicklungen der Zukunft ausgenommen!).

    Am besten, jeder und jede tut das am meisten, was er oder sie am besten kann und/oder womit er oder sie den besten Beitrag zum Gelingen des Gesamtprojekts leistet. Das ist allerdings dann schon ein anderes Verständnis von “Gleichberechtigung”.

  • 06.04.2012 um 15:30 Uhr von Raphael

    Ich möchte mich Jutta und Boris anschließen. Hier wird versucht, Gleichmachung zu betreiben; mit Gleichberechtigung hat das wenig zu tun.

    Die Grundannahme des Beitrags, die auch nicht infrage gestellt wird, ist: Es ist schlecht, wenn die Betreuung nicht 50/50 ausfällt. Warum eigentlich? Warum soll nicht einer mehr diese Rolle ausfüllen, ein anderer die andere? Solange man selbst aus ordentlichen Gründen die (eine oder andere) Rollenverteilung wählt und nicht nur stumpf den Stereotyp bedient, ist doch alles gut. Besser jedenfalls, als wenn Gleichmacherei zum einschränkenden Zwang wird.

    Übrigens ist es gut möglich, das Ganze über mindestens 18 Jahre zu amortisieren. Vielleicht ist Papa mal arbeitslos oder kann Spätschicht arbeitenund Mama startet (tagsüber) durch? Hatten wir in der Familie so ähnlich, und die Kleine ist jetzt Papakind, auch wenn unterm Strich die Mutter mehr betreut hat.

    Zum Stillen: Muttermilch kann man auch “melken” und mit der Flasche geben. Das wird nicht ganz so intim wie direkt, aber fast (entsprechenden Körperkontakt vorausgesetzt) und gibt dem Kind die Vorteile der Muttermilch.

  • 19.04.2012 um 12:11 Uhr von Andreas

    Ich möchte an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Liz für die Darstellung ihrer Erfahrung mit dem deutschen Kinderbetreuungssystem geben. Außer der bereits dargestellten biologischen Unterscheidungen zwischen den Geschlechtern, gibt es m.M. nach keine wirklich gute Argumentation, warum Männer und Frauen die Kinderbetreung nicht 50/50 übernehmen könnten. Grundvoraussetzung ist dabei aber, dass der Staat geeignete Bedingungen schafft.Maßnahmen wie die Herdprämie sind dabei sicherlich keine überzeugende Lösung. Ein Blick auf die skandinavischen Länder hilft hier weiter. Wenn die bezahlte Betreuungszeit nach der Geburt von beiden Elternteilen (bei entsprechendem finanziellem Ausgleich natürlich) zu gleichen Anteilen genommen werden MUSS, hat das folgende Vorteile: 1. Frauen werden nicht mehr diskriminiert bei der Jobsuche, da sowohl Männer als auch Frauen die gleiche “Auzszeit” haben nach der Geburt des Kindes. 2. Männer werden nicht mehr “schief” angeschaut (z.B. von ihrem Arbeitgeber), wenn sie eine längere Auszeit nehmen nach der Geburt, wenn diese Auszeit gesetzlich festgesetzt ist. Ein Blick nach Belgien und Frankreich ist auch hilfreich: Hier können die Eltern bereits nach drei Monaten nach der Geburt wieder arbeiten, weil das Betreuungssystem dies zeitlich und finanziell zulässt. Es gibt keine vernünftige Begründung warum (meistens) Mütter ein Jahr oder länger aus ihrem Job ausscheiden müssen nach der Geburt. Dies ist ja gerade ein Hauptgrund warum viele Arbeitgeber davor zurückschrecken, Frauen um die 30 herum einzustellen. Was also fehlt ist 1. eine gesetzlich festgelegte Auszeit nach der Geburt für BEIDE Geschlechter (ich glaube in Schweden gibt es das). 2. Ein gut funktionierendes Kita-System ab dem dritten Lebensmonat (Frankreich & Belgien). Ist dies gewährleistet, kriegen auch Akademikerinnen wieder gerne Kinder, wie man z.B. in Frabkreich & Belgien sieht, wenn man sich die Geburtsstatistiken anschaut. Und die Väter sind auch glücklich, wenn sie nicht mehr scheif angeschaut werden, weil sie sich um den Nachwuchs kümmern möchten. Ich kenne das belgische System aus eigener Erfahrung (wir als Eltern aber auch meine beiden Töchter haben davon sehr profitiert; sie sind sehr gerne ab dem 3. Monat in die Kita gegangen, bzw. sind immer noch dort), Ich kriege immer einen Schreck wenn ich das dt. System sehe und z.B. die kontraproduktive Diskussion um die sogenannte Herdprämie. Da würde ich wenn ich eine Frau wäre auch keine Kinder bekommen wollen…

  • 06.06.2012 um 09:32 Uhr von Neeru

    In meinen Augen ist Gleichberechtigung die Voraussetzung für gleichverteilte Kinderbetreuung.

    Ich stimme ausdrücklich zu, daß durch das Stillen die Betreuung anfangs mehr bei der Mutter liegt, denn Abpumpen von Muttermilch ist kaum eine Dauerlösung, da dies insbesondere bei Berufstätigkeit der Mutter wohl eher dazu führt, daß die Milch zurückgeht.

    Nach der Stillzeit sollte eine gleichverteilte Kinderbetreuung natürlich möglich sein, wobei ich mir aber wesentlich mehr Unterstützung oder sogar Ermutigung für die Mütter wünschen würde. Nicht nur, daß es an Vorbildern fehlt (wer kennt vollzeitarbeitende Mütter mit Säuglingen in seinem Bekanntenkreis?), auch wird in Deutschland immer noch gern vermittelt, daß die beste Betreuung fürs Kind “nun mal die Mutter” ist.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich noch beifügen, daß ausschließlich ich als Mutter gefragt werde, wie wir die Betreuung unserer Tochter organisieren, meinen Mann hat das bis heute noch niemand gefragt.

    Insofern kann man sich als vollzeitarbeitende Mutter in Deutschland durchaus als Exotin fühlen.

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Über den Autor

Wenke Wilhelms hat nach dem Studium im Rahmen ihrer Promotion mit der Entwicklung eines Inversionsprogramms zur Auswertung magnetotellurischer Messdaten an der TU Bergakademie Freiberg begonnen.   Alexander Egeling promoviert aktuell stipendienfinanziert zum Thema „Anreize einer Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden“ an der HSU Hamburg. Zuvor war er an einem Lehrstuhl der TU Freiberg angestellt.