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Relaxationsstudie in der vorlesungsfreien Zeit

von Michael Schrader | Kommentare: 3

Hochschule wird in Deutschland gerne mit Universität gleichgesetzt. Dennoch gibt es mit den Fachhochschulen und demnächst mit den Berufsakademien in Baden-Württemberg noch andere Institutionen, die akademisch ausbilden. Die Fachhochschulen versuchen zunehmend mit dem Namen
„Hochschule“ mehr Reputation zu erlangen, was aber nur wenig an den klaren Unterschieden ändert.

Nach vier Jahren FH habe ich mich mit den Unterschieden zunehmend arrangiert. So ist die Forschung an einer FH meist stark im Hintergrund. Die Lehre mit 18 bzw. 19 Stunden in Bayern dagegen für
Universitätsdozenten möglicherweise kaum vorstellbar. Der Druck im Semester ist demnach sehr hoch, da auch zahlreiche Verwaltungsaufgaben anstehen, wobei etwa je 10 Professoren eine Sekretärin vorhanden ist und keine bis wenige wissenschaftliche Mitarbeiter vorhanden sind.

Trotzdem gibt es Momente, an denen ich nicht tauschen möchte. Zum Beispiel jetzt, nachdem die Prüfungen korrigiert sind, ergibt sich eine echte kreative Pause. Keine Forschungsanträge, keine Mitarbeiter
betreuen; einfach nur voran denken, das Semester reflektieren und Pläne schmieden. Dieser Luxus, verbunden mit einer C2-Stelle, lässt die Aussicht auf Forschungslorbeeren in den Hintergrund treten. Plötzlich gibt es reichlich Zeit für die Familie und das Leben gewinnt an Wert. Da frage ich mich dann, was treibt die Kollegen an den Universitäten tief im Innern an? Ist es das Ziel, berühmt zu werden oder etwas zu bewegen?
Nur die bessere Bezahlung wird es wohl kaum sein, vielleicht mag der eine oder andere berichten.

Kommentare (3)

  • 28.08.2008 um 21:27 Uhr von Steffen Prowe

    Mich hat gerade der Ruf aus der Pharmaindustrie an eine FH ereilt und ich bin schon jetzt auch dank dieses Kommentars dankbar, eine komplett neue Perspektive zu erhalten. Da das Fachliche Spass macht und ich auch bisher auf Fachebene Kollegen beraten habe, freue ich mich das weitergeben zu können und auch neue Inhalte einbringen zu dürfen. Sicherlich wird erstmal ein Berg Arbeit lauern bis alles steht und man sich zurechtfindet. Aber gewisse Freiheiten der Gestaltung reizen mich. Damals hat mich die Möglichkeit der Unilaufbahn aufgrund der langen unsicheren Wege bis zur Habil nicht überzeugen können. Derzeit als auch für die neue Aufgabe steht für mich im Vordergrund Wissen aus meinem Fachgebiet vermitteln zu können und an der ein oder anderen Stelle auch an einer FH -oder gerade da, es wird “angewandt” gearbeitet…- das Knowhow aus Lehre und Anwendung miteinander verbinden zu können. Mich interessiert zudem v.a. die Erfahrung neu berufener FH-Professoren, auch bzgl der Lehre und der Kooperationen.

  • 06.03.2009 um 14:45 Uhr von XY

    … der Spass an der Forschung? Die Möglichkeit seine Forschungsergbnisse in die Lehre einfliessen zu lassen! Die Studierenden für die Forschung oder das Fachgebiet zu begeistern, indem sie an aktuellen Projekten mitarbeiten können. Lehre ohne Forschung kann auch an einer FH – bald Hochschule nicht funktionieren. Dazu muss natürlich eine Lehrermässigung ohne Probleme möglich sein!

  • 16.05.2009 um 16:35 Uhr von Recent Faves Tagged With "zeit" : MyNetFaves

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