Science Slam

Slammer des Abends in Hamburg: Helga Hofmann-Sieber

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academics hat die Gewinnerin des Science Slam in Hamburg (7. Dezember 2012) – Helga Hofmann-Sieber – gefragt, wie ihr Forschungsprojekt aussieht und wie Wissenschaft und Unterhaltung zusammenpassen.

academics: Woran forschen Sie?

Helga Hofmann-Sieber: Ich bin PostDoc in der Forschungsgruppe von Joachim Hauber am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Das Heinrich-Pette-Institut ist ein Leibniz-Institut und beschäftigt sich mit der Erforschung humanpathogener Viren und der Entwicklung neuer Therapieformen. Ein Virus, das unsere Gruppe dabei im Visier hat ist HIV, der Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS. Dieses Virus stellt die Wissenschaft auch gut dreißig Jahre nach seiner Entdeckung immer noch vor eine große Herausforderung. Teil des Problems ist, dass das Virus während der Infektion seinen Bauplan in die Erbinformation der Zelle integriert. Und auch wenn es mittlerweile Medikamente gibt, die ein Fortschreiten der Krankheit aufhalten können, gab es bislang keine Möglichkeit den Bauplan von HIV wieder aus einer infizierten Zelle zu entfernen und die Infektion damit gewissermaßen rückgängig zu machen. An dieser Stelle setzt unser Forschungsprojekt an: In Kooperation mit der Gruppe von Frank Buchholz an der TU Dresden haben wir eine Art Schere entwickelt, die den Bauplan von HIV aus infizierten Zellen ausschneidet. Mit diesem Ansatz verfolgen wir das Ziel, HIV Infektionen zu heilen.

academics: Was macht Ihr Forschungsprojekt so besonders?

Helga Hofmann-Sieber: Die mögliche Heilung von HIV – es ist natürlich unglaublich spannend, in eine derart brisante Richtung zu forschen und sich in diesem Zusammenhang in ein so vielversprechendes Projekt einbringen zu können.

academics: Wie war es für Sie auf der Bühne zu stehen?

Helga Hofmann-Sieber: Die Erfahrung auf der Bühne war sehr positiv. Es ist selten, dass man so viel unmittelbares positives Feedback bekommt.

academics: Was sind die Anforderungen, ein Forschungsprojekt unterhaltsam und für die allgemeine Öffentlichkeit vorzustellen?

Helga Hofmann-Sieber: Die Anforderung mein Forschungsprojekt unterhaltsam und allgemeinverständlich darzustellen, liegt für mich darin, die essenziellen Bestandteile des Projekts ohne Schnörkel hervorzuarbeiten und diese grundlegenden Fakten in ein möglichst einfaches, verständliches Bild zu verpacken.

academics: Wie passen Wissenschaft und Unterhaltung zusammen?

Helga Hofmann-Sieber: Also ich finde, dass Wissenschaft generell einen hohen Unterhaltungswert hat. Bei Science Slams werden natürlich in erster Linie die lauten und lustigen Töne hervorgearbeitet. Aber vielleicht macht ja gerade das Lust darauf, sich auch mit den etwas leiseren oder ernsthafteren Tönen zu beschäftigen.

academics: Was fasziniert Sie an der Idee von Science Slam?

Helga Hofmann-Sieber: Science Slam heißt für mich, einen komplexen wissenschaftlichen Sachverhalt in ein allgemeinverständliches Bild zu verpacken. Es ist faszinierend, wie sich dadurch häufig nach der eigentlichen Slam Veranstaltung ein fächerübergreifender Dialog mit Zuschauern oder anderen Slammern entwickelt und wie man dadurch manchmal auch neue Impulse für die eigene Forschung bekommt.

academics: Seit wann wissen Sie, dass Sie in die Wissenschaft gehen wollen? Was fasziniert Sie an der Wissenschaft?

Helga Hofmann-Sieber: Den festen Vorsatz in die Wissenschaft zu gehen, gab es eigentlich nicht. Es ist vielmehr die Möglichkeit eigene Forschungsideen zu entwickeln und kreativ umzusetzen, die mich fasziniert und antreibt. Wo diese Möglichkeit umgesetzt werden kann – also in einem eher wissenschaftlichen oder industriellen Umfeld – ist dabei nicht ganz so wichtig.

Dr. Helga Hofmann-Sieber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung von Prof. Dr. Joachim Hauber am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Zusammen mit ihren Kollegen forscht sie an einer neuartigen Therapieform gegen HIV.

Und hier nocheinmal das Gewinner-Video:

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Über den Autor

academics und Science Slam sind Kooperationspartner. Damit ist academics auf den Veranstaltungen von Science Slam präsent und unterstützt die Arbeit als Medienpartner und Sponsor. Der Science Slam bietet Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, in unterhaltsamen 10 Minuten ihre Forschungsprojekte zu präsentieren.