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Bloß Klamauk

von Redaktion | Kommentar: 1

An dieser Stelle veröffentlichen wir einen lesenswerten Beitrag aus der ZEIT, vom 30.07.2009.

Von Jan-Martin Wiarda

Die Werbekampagne für ostdeutsche Unis kommt fast ohne Inhalte aus

In den ostdeutschen Hochschulen wird Kritik an der Werbekampagne »Studieren in Fernost« laut, die Westabiturienten für ein Studium in den neuen Bundesländern begeistern soll. Klamauk und poppige
Bilder allein genügten nicht, um das Informationsbedürfnis junger Menschen zu erfüllen, kritisieren
Rektoren. Im Auftrag von Bund und Ländern wirbt die Agentur Scholz & Friends seit April über die
Onlineplattform schülerVZ, in der Millionen Schüler registriert sind. So schlägt eine Suchmaschine
passende Studienorte vor, Studenten beantworten als »Campus-Spezialisten« Fragen der Schüler, zudem ist eine Reihe von Kurzfilmen abrufbar, in denen zwei Asiaten namens Gang und Dong die Osthochschulen er kunden. Die Fragen der Suchmaschine seien oberflächlich, die Filme teilweise sogar peinlich, sagt der Rektor der Hochschule Neubrandenburg, Micha Teuscher. »Ich werde mich dagegen wehren, dass so etwas bei uns gedreht wird.« Die Präsidentin der Uni Potsdam, Sabine Kunst, drückt sich vorsichtiger aus: »Es gibt eine Diskrepanz zwischen der bunten Aufmachung und der noch unzureichenden Vermittlung an Inhalten.« Erfreulich sei aber die hohe Zahl an Interessenten, die gewonnen werden konnten.
Nach Agenturangaben hatten bis Ende vergangener Woche rund 78 000 Schüler die Suchmaschine eingesetzt, die Filme wurden 108 000-mal angeschaut. Die zentrale, »Edelprofil« genannte Kampagnenseite innerhalb von schülerVZ hat etwa 28 000 Freunde – Nutzer, die den Button »Finde ich gut« angeklickt haben. »Eine sehr gute Zahl«, sagt Christof Biggeleben von Scholz & Friends. Wie viele zusätzliche Bewerber dann tatsächlich an den einzelnen Hochschulen ankommen, ist noch unklar. Die Kritik, die Kampagne sei zu schrill und es würden zu wenig weiterführende Informationen angeboten, kann Biggeleben indes nicht nachvollziehen. »Dafür haben wir die Campus-Spezialisten.« Das Problem sei, dass einige Hochschulen ihre eigenen Websites noch nicht mit der Kampagne verlinkt hätten. »Aber wir arbeiten dran.« Gerade erst sind vier Hochschulen im Rahmen von »Studieren in Fernost« für ihre kreativen Werbekonzepte ausgezeichnet worden, allen voran die Uni Leipzig. Der Neubrandenburger Rektor Teuscher fordert hingegen fundiertere Informationen auf den Kampagnenseiten selbst. »Wir wollen nicht die Fans der Spaßgesellschaft anziehen.«

Kommentare (1)

  • 30.07.2009 um 18:40 Uhr von Silvio

    Ob es Fans der Spaßgesellschaft nach Neubrandenburg zieht?

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