Was es alles gibt

Nachweis pädagogischer Eignung auf Grund selbstständig erbrachter Leistungen in der akademischen Lehre

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Die Habilitationsordnung sieht vor, dass die Kandidaten einen “Nachweis pädagogischer Eignung auf Grund selbstständig erbrachter Leistungen in der akademischen Lehre” erbringen. Nur: Wie weist man diese nach, wenn die akademische Lehre gar nicht im Stellenprofil vorgesehen ist? Als Professor muss man’s ja schließlich können. Also habe ich mich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten als “der reinen Lehre” gemacht. Drei Zugänge habe ich gefunden:
Erstens: Weiterbildungen für Hochschullehre besuchen. Ich habe das große Glück, dass an meiner bayerischen Universität sehr viele unterschiedliche Kurse für Hochschuldozenten angeboten werden, mit denen man am Ende sogar ein Zertifikat bekommt. Dieser Nachweis kann ganz offiziell in das Habilitationsverfahren eingebracht werden. So kann ich mir spannende Kurse aussuchen, die zu mir passen und mich gleichzeitig mit anderen Nachwuchswissenschaftlern aller Fachbereiche vernetzen. Auch ohne den aktuell fehlenden praktischen Einsatz in der Hochschullehre bleibe ich so auf Ballhöhe und kann zumindest ab und zu als Gastreferentin in den Lehrveranstaltungen von Kollegen, die ich in diesen Kursen kennenlerne, einen kleinen Beitrag leisten. weiter ›

“Herzlichen Glückwunsch” — oder doch: “Mein Beileid”?

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Auf Stufe 3 der akademischen Leiter (Studium – Doktorand – Postdoc – x) verzweigen sich die Wege vieler junger Nachwuchswissenschaftler. Wenn man sich das Studium als Stamm denkt, den vergleichsweise viele Kommilitonen gemeinsam erklettern, so teilen sich die Wege nach dem Studium zunehmend in die Ästelungen der Promotionsphase. Und je weiter man danach voranschreitet, desto weiter nach außen kommt man in der Baumkrone.

Die Bezeichnung „Postdoc“ sagt also an sich noch nicht viel aus über die Anforderungen, Inhalte und das Tätigkeitsfeld eines promovierten Nachwuchswissenschaftlers – nur so viel, dass er sich (zumindest vorerst) für eine akademische Laufbahn entschieden hat und diese entweder an einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung verbringt. Abhängig von der Finanzierung der Postdoc-Stelle und der Ausgestaltung des Lehrstuhls bzw. der Arbeitsgruppe muss zumeist eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben und einen Hut gebracht werden. Blatt, Blüte oder vom Baum fallen sind da nicht selten die drei Optionen, die sich im Laufe des Weges stellen.

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Wir sind hier, wir sind laut!

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Weil man uns die Bildung klaut!

Tübingen ist klein. So konnte ich gestern auf dem Weg von der Uni nachhause hören, wie der genannte Slogan lautstark von einer Horde Studierender skandiert wurde.

Eigentlich denke ich: recht so. weiter ›

s’Läbe isch koi Schlotzer

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Von Kalifornien in die schwäbische Provinz? Für die Wissenschaft mach ich das, klar. Mobilität ist schließlich gefragt in einer Wissenschaftlerkarriere, also bin ich jetzt mal in Tübingen. Dabei weiß ich ja gar nicht, ob sich die Umzieherei am Ende dann auch „auszahlt“, ob ich die gewünschte Professur bekomme oder mir eine Alternative suchen muss. Irgendwie ist ja jeder Umzug eine Investition in die Zukunft, ob diese nun eine Professur oder Plan B mit sich bringt. Bei genauerem Hinsehen ist das Wissenschaftlertum gar keine schlechte Ausgangslage für diverse „Plan B’s“, denn was man als Forscher so treibt, kann man auch woanders gebrauchen. weiter ›

Mal wieder wird alles anders

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Nachdem ich vor ungefähr vier Wochen Stanford verlassen habe und in die Schweiz zurückgekehrt bin, steht nun wieder ein Neuanfang an. Nach fünf Jahren Student- und Jungwissenschaftler-Sein in der Schweiz und einem Jahr in Stanford setze ich nun meinen akademischen Weg in Tübingen fort. Und bin gespannt! Zurück nach Deutschland, das man ja kennt und von dem man sich nun doch fragt: kenn ich es wirklich noch? Was hat sich hier getan, wie werden an der neuen Uni die Bologna-Richtlinien umgesetzt? weiter ›

Time to get a real job

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Bald wird meine Zeit hier in Stanford vorbei sein. „Time to get a real job, huh?“ ist eine Frage, die mir – mit einem Augenzwinkern – häufig gestellt wird. „Grad School“, also die Jahre als Doktorand, zählen halt nicht als „real job“. Als geneigter Leser der PhD comics bin ich mir nun auch im Klaren darüber, das Grad School bedeutet: you make no money, you never see the sun, you eat Ramen noodles all the time and you work your ass off for your advisor. Klingt nach Hölle? Stimmt, aber trotzdem hielt das weder mich noch die übrigen PhD-Studenten davon ab, diesen Weg zu wählen. Und die allermeisten würden es wieder tun. Denn obwohl man kaum Geld verdient, oft bei schönem Wetter ein Paper fertig schreiben und viele Arbeiten für den betreuenden Professor erledigen muss, so bleibt einem doch so Manches übrig, das einem immer wieder zeigt: ich bin hier irgendwie richtig. weiter ›

Der gemeine Konferenzgänger

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Ich liebe ja Konferenzen. Endlich mal raus aus dem Alltag, hinein in eine Ansammlung von Wissenschaftlern, die zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind und sich austauschen möchten. Man schaut dem Gaul einmal so richtig ins Maul, betrachtet, lauscht, fragt und bildet sich eine Meinung. Knüpft Kontakte, flieht aus Vortragsreihen und freut sich über Begegnungen mit lange nicht mehr gesehenen Kollegen. weiter ›

Warum nochmal? Ach ja…

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Am Ende so manchen langen Tages fragt man sich als Doktorand: warum tu ich mir das eigentlich an? In der akademischen Nahrungskette relativ weit unten und abhängig vom good will des Doktorvaters, fristet man sein Dasein und lebt so. Neulich bin ich über eine Internetseite gestolpert, die die 10 wichtigsten Merkmale einer Sekte beschreibt und ich dachte mir: Moment! weiter ›

Why I won’t graduate this year

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Dass auch Graduate Schools keine Garantie dafür sind, in drei oder vier Jahren mit der Promotion durch zu sein, war eine meiner ersten Erkenntnisse hier in Stanford. Ich fand das sympathisch, zumal meine vorangehenden Erwartungen, eine Uni voller Einsteins vorzufinden, damit auf angenehme Weise entkräftet wurden. Statt auf einem Catwalk intelligenter Oberschichtkinder befinde ich mich mitten in einer Flipflop-Subkultur, die auch gerne mal in Jogginghosen und mit nassen Haaren im Seminar sitzt. Ich mag das irgendwie, es ist so unprätentiös. weiter ›

Just wrap it up!

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Der Doktorand an sich durchläuft viele verschiedene Phasen und Schleifen, während er an seiner Dissertation schreibt. Und spätestens, wenn es auf die Abgabe und Verteidigung zugeht, macht man sich so seine Gedanken über das Prädikat, welches dann die Promotionsurkunde zieren wird. weiter ›

I do it my way

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And now, the end is near,
And so I face the final curtain.
My friend, I’ll say it clear,
I’ll state my case, of which I’m certain.

I write a diss that’s full
of brilliant thoughts and canny notions;
And more, much more than this,
I do it my way.

Oh well, willkommen in der Endphase. Wir verlassen den sicheren Grund der Datenanalyse, der uns über Monate Stabilität und Struktur im Tagesablauf gegeben hat. weiter ›

Kollektive Prokrastination

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Auch im stringentesten Alltag eines Doktoranden gibt es Tage, an denen man sich vornehmlich einem Thema widmet: extensiver Prokrastination. Was Jens bereits im Sommer zur witterungsbedingten Prokrastination beschrieben hat, gilt auch für klimatisierte Großraumbüros in Stanford: weiter ›

The good, the bad and the ugly

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Wie eng die Betreuung einer Dissertation ist, hängt von vielen Faktoren ab: von der Anzahl der Doktoranden pro Professor, von der Fachdisziplin und entsprechenden Arbeitsweisen, von der Persönlichkeit, der Einstellung und den Ressourcen der Betreuungsperson und sicher auch vom Auftreten und der Erwartungshaltung des Doktoranden selbst. weiter ›

Stanforder Doktorandenalltag

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Dass das Doktoratsstudium in den USA anders aufgebaut und meist stärker strukturiert ist als im deutschsprachigen Raum, ist nichts Neues. Bevor ich nach Stanford gekommen bin, war ich immer froh, keine Kurse mehr besuchen zu müssen. weiter ›

Vote! On Tuesday or Wednesday…

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Der U.S-Präsidentschaftswahlkampf nähert sich dem Ende und überall sieht man Menschen mit Obama-T-Shirts, McCain-Halstüchern oder Buttons mit dem Gesicht des Lieblingskandidaten herumlaufen. Im Stanford-Bookstore werden kleine Wackel-Elvis-Figuren mit McCain-Konterfei verkauft, bei denen ich mir noch immer nicht sicher bin, ob sie ein missglücktes Merchandising-Produkt der McCain-Kampagne sind (die unablässig nickende, greisenhaft wirkende Figur ist nicht gerade vertrauenserweckend, dass sie die kommenden 4 Jahre überstehen wird) oder ein gezielt angebrachter Seitenhieb der Gegenseite. weiter ›

The visitor from Europe who can just float around

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Blick aus dem KursraumNun bin ich schon einen Monat hier in Stanford. Noch immer schnuppere ich in viele Arbeitsgruppen hinein, die mir von anderen Studenten oder meinem Betreuer hier empfohlen werden. Allmählich hat sich auch herumgesprochen, dass ich zwar immer wieder bei PhD-Veranstaltungen anzutreffen bin, aber nicht in einem offiziellen Programm eingeschrieben und daher auch keine Verpflichtungen diesbezüglich habe. „So, you’re the visitor from Europe who can just float around?“ ist eine Frage, die mir oft schmunzelnd gestellt wird. weiter ›

Stanford vs. Berkeley

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Eine wichtige Lektion, die ich hier bereits nach kurzer Zeit gelernt habe, ist: bei einem Besuch in Berkeley besser nicht das Wort „Stanford“ erwähnen, geschweige denn in den Stanford-Farben (rot und weiß) herumlaufen. weiter ›

Erste Eindrücke aus einer neuen Welt

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Vor zwei Wochen bin ich in Stanford angekommen, wo ich das letzte Jahr meiner Doktorandenzeit verbringen werde. Der Campus hat einen enormen „woah“-Effekt: die warmen Sandsteinfärbungen der Gebäude, die Ausmaße des Geländes und die vielen Bäume zwischen den Wegen sind wirklich beeindruckend. Nach dem „woah“ kam jedoch zunächst einmal ein „oh“, denn auch eine Universität mit exzellentem Ruf ist ein Verwaltungsapparat. weiter ›

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Über die Autorin

Dr. Christine Sälzer hat in Braunschweig, Fribourg und Bern Erziehungswissenschaft studiert. Nach einem Jahr als Gastwissenschaftlerin an der Stanford University ist sie als Postdoc nach Deutschland zurückgekehrt.