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Alle Beiträge von Christoph Meyer

Stellenkürzungen an englischen Unis

von Christoph Meyer | Kommentare: 11

Manchmal wünschte ich mir mit meinen Vorhersagen etwas schlechter zu liegen. Vor etwas weniger als einem Jahr schrieb ich von den kargen Jahren die auf britische Universitäten zukommen (siehe auch London Jitters). Und tatsächlich wird jetzt allerorten nicht nur gespart, sondern auch gekürzt, und zwar auch Professorenstellen. weiter ›

Glücklich überfordert? Der Professur-Schock

von Christoph Meyer | Kommentare: 17

Da müht man sich viele Jahre als Doktorand, WM, Postdoc auf Kurzverträgen, oder knechtet als Assistent, opfert Wochenenden, Freundschaften, Liebesbeziehungen und seine schlanke Linie – und bekommt endlich einen Ruf! Doch das vermeintliche Happy-End, die Oase am Ende der Durststrecke stellt sich erst einmal als gar nicht so paradisisch heraus: weiter ›

Studentenproteste oder was lief beim Bachelor falsch?

von Christoph Meyer | Kommentare: 28

Warum protestieren die Studenten in Deutschland? Als deutscher Wissenschaftsflüchtling auf der Insel und ehemaliger Student (für 4 Semester) an der Uni Hamburg erschien mir die Umstellung auf BA und MA enorm vernünftig zu sein (zumindest in den Sozialwissenschaften), doch jetzt scheint mir als sei an deutschen Unis doch einiges falsch gelaufen. Ich freue mich auf Kommentare, aber meine These ist, dass viele Unis anstatt eines BA einfach ein auf 3-Jahre geschrumpftes Diplom konzipiert haben, weil niemand seinem Kollegen auf die Füsse treten wollte: ”Deine Veranstaltung brauchen wir nicht mehr, aber Du könntest doch bitte etwas anderes unterrichten!” Anstatt neu zu konzipieren und Prioritäten zu setzten, haben die Professoren nur umetikettiert und ins drei Jahres-Konzept gepresst. Und dafür soll man bezahlen? Ausnahmsweise scheint mir die Wissenschaftpolitik nicht schuld zu sein, die Unis selbst sind es. weiter ›

Doktor à l’Anglaise

von Christoph Meyer | Kommentare: 7

Gibt es Noten für die Doktorarbeit in Großbritannien? Wozu denn? Wir haben ja Optionen A bis F. A heisst „Bestanden – herzlichen Glückwunsch. F heisst nicht bestanden und versuch gar nicht erst wieder einzureichen und Du bekommst noch nicht einmal einen MPhil zum Trost. De facto gibt es eigentlich nur drei Optionen: Pass (well-done!), pass with minor revisions (das war ja wohl erwartet), major revise and resubmit (Oh nein!). Kein summa, magna oder Hauptsache-Fertig-Note.

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Müssen Professoren Beamte sein?

von Christoph Meyer | Kommentare: 21

Das habe ich mich neulich wieder gefragt, als mir eine Stellenanzeige für eine W3 Professur in Internationale Beziehungen an der TU Darmstadt auffiel. Dort wird eine Position im „aussertariflichen Angestelltenverhältnis“ mit Vergütung in „Anlehnung an die W-Besoldung“ versprochen. Nur Bewerber die zuvor schon Professorenstatus hatten, „können in einem solchen weiterbeschäftigt werden“. Die typische Diskriminierung gegenüber Erberufenden. Doch ist das der schleichende Anfang vom Ende des verbeamteten Professors? Und wenn ja, ist das ein Problem? weiter ›

Die Gutachter – the Good, the Bad, and the Ugly

von Christoph Meyer | Kommentare: 11

Alle maßgeblichen Forschungszeitschriften operieren auf der Basis von Gutachterverfahren. Das typische Verfahren in meiner Disziplin sind zwei bis drei Gutachten, aber ich kenne auch eine Zeitschrift, die bis zu fünf Gutachter befragt. Wer Wissenschaft als Beruf ausüben will, insbesondere wenn eine Professur angestrebt wird, kommt an der konstruktiven Verarbeitung von Gutachterkritik nicht vorbei. Und das ist alles andere als leicht. Trotz aller Bekenntnis zur Kritik und Debatte als Instrument des Erkenntnisforschritts kenne ich kaum einen Wissenschaftler, den nicht eine leichte Angst beim Öffnen der Gutachterkommentare erfasst. weiter ›

Nach der Party jetzt der Kater

von Christoph Meyer | Kommentare: 5

Jahrelang ist der britische Uni-Sektor gewachsen. Mehr Geld vom boomenden Staat um die Studierendenquote zu erhöhen, mehr Geld von Studenten aus der globalisierten Welt die hohe Gebühren zahlten, mehr Forschungsgelder von Staat, Industrie und EU, immer mehr Spenden von den gutverdienenden Alumni, und wachsende Börsen-Gewinne auf die Kapitalanlagen. Das schaffte eine Menge neuer Stellen für Wissenschaftler aus aller Welt. Die Party ist vorbei, alle haben Kater. Jetzt kommt die Fastenzeit. weiter ›

Das perfekte Büro: Statussymbol und Lebens(t)raum

von Christoph Meyer | Kommentare: 4

Es gibt kaum kein größeres Statussymbol als das eigene Büro. Was dem Manager sein Dienstwagen ist dem Wissenschaftler sein Raum zum Denken, Schreiben und was man sonst noch so in Büros machen kann. Logiert man allein, mit anderen Mitarbeitern oder gar im Großraumbüro? Wie groß ist es, wie abgeschieden von Studenten und von welcher Aussicht darf man sich inspirieren lassen? Wie ist die Dekoration und technische Ausstattung? Nirgendwo drückt sich der wahrgenommene Stellenwert der eigenen Person so augenscheinlich aus wie am Büro. So wird oft beträchtliche Energie und Ehrgeiz darauf verwendet, das Beste zu bekommen –  insbesondere wenn das Dienstzimmer Teil der Berufungsverhandlung wird. weiter ›

Vom Horror des Lehren-Lernens

von Christoph Meyer | Kommentar: 1

Es gibt wohl nur wenige (Jung-)Wissenschaftler, die ernstlich glauben, dass sie perfekte Lehrende seien und keinerlei Hilfe von Außen ihre Lehre verbessern könnte. Und doch dürfte es kaum Wissenschaftler in Großbritannien geben, die nicht über die institutionalisierten Versuche stöhnen, sie durch TILL/HE (Teaching in Lifelong Learning/Higher Education) oder PGCAP (Postgraduate Certificate in Academic Practice) zu besseren Lehrenden zu machen. weiter ›

Exzellenz des Spins oder traue keiner Durschnittsnote

von Christoph Meyer | Kommentar: 1

Das Warten ist vorbei: Die Ergebnisse der nationalen Forschungsevaluation – des RAE 2008 - sind da. Oder zumindest jener Teil der Ergebnisse, die sich Qualitätsprofile nennen. Wir wissen jetzt, wieviel Prozent der Forschungsaktivitäten jeder Uni „world-leading“ (4*), „internationally excellent’ (3*), „internationally recognised“ (2*), nationally recognised (1*) und „unclassified/not recognised“ ist. Das reicht, um auf der Basis einer „Durchschnittsnote“ (etwa 3,2) tolle neue Rankings aufzustellen, nach denen Cambridge Oxford knapp übertrumpft hat, die Universität von Cardiff im Vergleich zum RAE 2001 abgestürzt und die Queen Mary in London aufgestiegen ist. weiter ›

The Final Countdown…

von Christoph Meyer | Keine Kommentare

Rezession? Christmas Break? National Student Survey? Alles wichtige Themen an englischen Unis, aber zur Zeit starren alle Akademiker und vor allem die Uni-Präsidenten (Vice-Chancellors!) auf den 18 Dezember. Dann werden die Ergebnisse des RAE veröffentlicht. Das RAE ist die nationale Forschungsevaluation aller englischen Universitäten. Es findet etwa alle sechs Jahre statt und enscheidet nicht nur über das Renommee einer Uni und eines Fachbereichs, sondern auch über die Verteilung von etwa einer Milliarde Pfund pro Jahr – Quality Research Funding. weiter ›

Der Kampf um die Autorenzeile

von Christoph Meyer | Kommentare: 11

Eigentlich ist es eine ganz famose Idee, Artikel oder gar Bücher gemeinsam zu schreiben. Man kann sich fachlich ergänzen, gemeinsam Ideen entwickeln und prüfen und sich die Forschung und das Schreiben aufteilen. Also halbe Arbeit und besseres Ergebnis? Leider funktioniert es in der Praxis nicht halb so gut. Zum einen ist es selten so, das beide oder mehrere Autoren gleichviel einbringen, sondern der eine mehr intellektuell einbringt und arbeitet als der andere – also das Risiko ‚free-riding“. Allerdings ist die Einschätzung wer wievel beigetragen durchaus subjektiv und kann zum Streit am Ende der Arbeit führen. weiter ›

Wissenschaft als Umweltkiller?

von Christoph Meyer | Kommentare: 8

Es soll ja noch Wissenschaftler geben, die glauben, sie seien eigentlich die besseren Menschen: wahrheitsliebend und machtkritisch, sozial engagiert, langfristig denkend und überhaupt an einer nachhaltig-harmonischen Zukunft der Menschheit interessiert. Wenn da nicht die ständige Versuchung von Konferenzen, Workshops und Keynote-Speeches in aller Welt wären! Und da kommt man realistischerweise nur mit dem Klimakiller Flugzeug hin, insbesondere wenn es in die USA geht. weiter ›

London Jitters: Auswirkungen des Finanzcrashs

von Christoph Meyer | Kommentare: 3

Die Unterhaltungen in der Tube (U-Bahn) sind in London gerade etwas anders als sonst. Einerseits weil sich überhaupt unterhalten wird, andererseits weil es sich bei der Unterhaltung zwischen den aschfahlen Anzugträgern um die Auswirkungen des US-Finanzcrashs dreht, insbesondere um die drohenden Massenentlassungen. London lebt von der City – den Gehältern, den Boni und dem Lebensgefühl des „shopping, booze & toys for the boys“. Aber London ist natürlich auch viel mehr als die City weiter ›

Wissenschaft und Fussball – eine Traumpaarung

von Christoph Meyer | Kommentare: 2

Wissenschaft und Fussball passen gut zusammen – gerade in der Politikwissenschaft. Nicht nur sind viele Kollegen begeisterte Fussballfans und hin und wieder auch begeisterte wenn auch nicht unbedingt fähige Fussballer. Fussball hat auch inhaltlich eine Menge Parellelen zum Fach: weiter ›

Wissenschaftshauptstadt London?

von Christoph Meyer | Kommentare: 2

London ist keine Stadt, sondern eine Art kleines Land für sich, mit seiner eigenen Kultur, Wirtschaft, Demographie und seinen eigenen Unis. “The World in One City” wie der ehemalige Bürgermeister, “Red Ken”- Livingstone, sagte, ist das Zuhause von 8 Millionen Londonern, nur etwa die Hälfte davon ist in England geboren. Hier ist keiner Ausländer. weiter ›

Appraisal: Bevormundung oder Unterstützung?

von Christoph Meyer | Kommentare: 8

In der englischen Wissenschaft gibt man sich gern der Illusion hin doch irgendwie alle gleich und gleich frei zu sein. Der Herr Professor, von der Stellung etwa mit C4/W3 zu vergleichen, hat im Normalfall weder mehr Befugnisse noch mehr Resourcen als ein Lecturer, Senior Lecturer oder Reader. Noch nicht einmal eine Sekretärin oder SHKs. Dennoch gibt es sehr wohl Unterschiede als auch Über- und Unterordnungsverhältnisse. Seit jüngester Zeit haben alle englischen Universitäten so genannte Appraisals eingeführt weiter ›

Zurück in die Gelehrtenrepublik?

von Christoph Meyer | Kommentare: 2

Was man von englischen Universitäten lernen kann. Eine Replik auf Sandra Richters Artikel “Wie deutsche und englische Universitäten voneinander lernen können”.

Glaubt man Sandra Richter, sind alle globalen Universitätsrankings einem großen Irrtum aufgesessen. Die englischen Unis “verscherbeln ihr akademisches Tafelsilber, um sich auf den ersten Plätzen des akademischen Weltmarktes zu positionieren“. Die Universitäten sind „unterfinanziert“ und werden „kaputtgespart“. Das Studium ist „verschult“ und fördert den „akademischen Durchschnitt“, da die Studenten zur intellektuellen „Unselbstständigkeit“ erzogen werden. Frau Richters Fazit: Vom „angloamerikanischen“ System ist nichts zu lernen. Deutsche Universitäten mögen sich bitte im Sinne einer europäischen Vielfalt auf ihre Stärken besinnen. weiter ›