Gutes Benehmen

Denken und Fühlen

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Neulich gab eine Kollegin aus den Politikwissenschaften in einer überregionalen Tageszeitung ihrer Verwunderung über die heutigen Studierenden zum Ausdruck: Sie studierten Politikwissenschaft und seien doch so unpolitisch. Oder seien sie vielleicht nur ANDERS politisch? Das müsse es sein, meinte die Kollegin weiter: Die Studierenden wollten heute nicht mehr denken. Sie wollten die Politik, die Wissenschaft und überhaupt alles FÜHLEN. Der Beweis: Die Wasserflasche.

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Die rush hour des Lebens

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“Rate mal, wo ich im nächsten Semester sein werde!”, rief meine Tante ins Telefon. “Ach, ich sage es dir, darauf kommst du sowieso nicht – an der Uni!” – “Was willst du denn studieren, Tante?” – “Studieren? Ha! Lehren werde ich!” Ich muss wohl kurz erwähnen, dass meine Tante vor ihrer Emeritierung Professorin für Volkswirtschaftlehre war. [das glaubt mir jetzt eh niemand - oder kennt jemand eine emeritierte Professorin der Volkswirtschaftslehre? Aber im Netz liest man ja die unglaublichsten Geschichten. Also weiter:] weiter ›

Meine schönsten Fußnoten

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Die Fußnote als wissenschaftliche Einrichtung ist in letzter Zeit etwas in Verruf geraten, ganz zu schweigen von der fehlenden Fußnote und – noch schlimmer – der Scheinfußnote, die sich, wie man jetzt weiß, zu einer prächtigen Fußangel auswachsen kann. Um dem beschädigten Ruf der Fußnote wieder aufzuhelfen, weiter ›

…schon wieder ein Plagiatsfall!

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Liebes Finanzamt,

wenn Sie behaupten, meine Steuererklärung sei ein Plagiat, dann kann ich dazu nur sagen: Das ist abstrus. Dieser Steuerbescheid ist in mühevoller Kleinarbeit neben meiner Tätigkeit als Wissenschaftlerin und junger Familienmutter entstanden. Vielleicht habe ich den einen oder anderen Beleg vergessen einzureichen weiter ›

Ich heirate eine Wissenschaft

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Etwas überrascht war ich ja schon, als mir für die schätzungsweise zweihundertfünfundvierzigste Verlängerung meines Arbeitsvertrags die folgende Eidesformel vorgelegt wurde: Ich schwöre, der Wissenschaft treu zu dienen, in guten wie in schlechten Tagen, bis dass das Wissenschaftszeitvertragsgesetz uns scheide…” weiter ›

Der Terror der Politischen Korrektheit

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Da war ich doch in den letzten Wochen so in meinen Forschungen versunken, dass ich die neueste Gefahr für die Freiheit der Wissenschaft glatt übersehen habe: den Terror der politischen Korrektheit. Nachzulesen in diesem Portal weiter ›

Wie man einen schlechten Vortrag hält

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1. Der Einleitungssatz:

Mach dem Publikum deutlich, wieso du vor ihm stehst – falls du es weißt.

Variante 1: „Meine Damen und Herren, schön, dass Sie nun alle schweigen müssen und ich sprechen darf.“

Variante 2: „Ja. Ich weiß auch nicht. Aber ich fang mal an.“ weiter ›

Wie man einen guten Vortrag schreibt

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Einen guten Vortrag zu schreiben, ist überhaupt nicht schwierig: Man beginne frühzeitig mit der Planung, sichte die relevante Literatur und erarbeite eine Gliederung, die eine klare Gedankenführung erahnen lässt. weiter ›

Wer schreibt, bleibt. Fragt sich nur: wo?

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„Ach, wie gut du es doch hast, dass du in der Wissenschaft arbeiten kannst“, mailte mir neulich meine alte Freundin Zora. „Wieso?“, schrieb ich zurück, denn ich sortierte gerade das Stichwortverzeichnis für einen Tagungsband und befand mich nicht auf der üblichen Höhe meines Lebensgefühls. weiter ›

Exzellenz

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Gerade habe ich die letzte Klausur des Semesters korrigiert – da drüben liegt der große Stapel, den ich in den letzten Tagen abgearbeitet habe. Was für ein exzellentes Gefühl! Und Exzellenz wollen wir doch alle, oder? Exzellenz ist das neue Schlagwort im Wissenschaftsmanagement: Nachdem all die „Module“ und „Cluster“, die uns in den letzten Jahren scharenweise heimgesucht haben, die Lage allenfalls verschlimmbessern konnten, soll die „Exzellenz“ es jetzt richten. weiter ›

Der Forschungsantrag

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Wenn der academics-blog so etwas wie der Freizeitpark des Lebens im Mittelbau ist, dann ist die Vorhölle: der Forschungsantrag. Einen Forschungsantrag zu schreiben geht so: Ich entwerfe einen Plan für etwas, wovon ich leider noch keinen Plan habe, weil ich kein Geld oder keine Stelle habe, um ihn mir zu verschaffen. weiter ›

Könnt ihr mich hören? Eine Zwischenbilanz

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Neulich fragte ich an dieser Stelle: Wo sind die Wissenschaftler/innen mit Kindern (kurz:“WmKs“)? Sie haben sich zahlreich zur Stelle gemeldet, sogar beiderlei Geschlechts und international gestreut – erste gute Nachricht: Es gibt sie also, und sie sind überall. Hier die Toplist ihrer dringendsten Anliegen: weiter ›

Kinderbetreuung

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Neulich bei unserem Thailänder hatte ich einen solchen Hunger, dass ich aus Versehen diese kleine winkende Katze mitgegessen habe. „Das ist die Deko!“, hatte mein Mann mir noch zugezischelt, aber da war es schon zu spät. Die Wirtsfamilie machte einen Riesenaufstand, das sei eine Glückskatze, und was solle jetzt nur aus ihrem Restaurant werden, aber was sollte ich schon tun? Nun winkt das Katzentier in meinem Bauch. Mit meiner Work-Life-Balance habe ich seitdem keine Probleme mehr. weiter ›

Studiengebühren

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„Mama“, fragte mich meine Achtjährige, als ich gerade damit beschäftigt war, mein Fahrrad anzuschließen, „woher wissen wir eigentlich, dass wir gerade nicht nur träumen?“ – „Äh ja, gute Frage“, antwortete ich um Zeit zu gewinnen. weiter ›

Wo sind die Väter und Mütter?

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„Schreiben Sie doch auch einmal etwas über Ihre Work-Life-Balance als Wissenschaftlerin und Mutter“, forderte man mich auf. Mache ich gern, dachte ich, da gibt es einiges zu erzählen. Aber – bange Frage: Wen interessiert das überhaupt? Mal sehen, wie viele Wissenschaftlerinnen mit Kindern ich hier im akademischen Mittelbau noch kenne … weiter ›

Über die Autorin

Dr. Friederike Wapler ist Juristin. Sie forscht und lehrt an der Universität Göttingen.