Zettelkasten

Penner im Parkverbot, kunstvolle Konflikte

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Die Wörter „Parklücke“ und „Zahnlücke“ gehören der gleichen Wortfamilie an. Zufall? Drei Zettel geben Auskunft. weiter ›

Prä- und politische Positionen

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Wenn die kleine Frau bzw. der kleine Mann auf der Straße einen Zettel hinterlässt, kann man manchmal Interessantes über politische Meinungen erfahren. Zuweilen auch etwas über das Sprachverständnis der Leute. Diese Karteikarte lag neulich auf dem Parkplatz vor der Uni und bietet beides. weiter ›

Ein Gutschein zum Valentinsfreitag

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Wer die Woche über hart arbeitet, hat sich am Ende eine Auszeit verdient. Insbesondere Menschen mit Mehrfachbelastung, die beispielsweise tagsüber forschen und lehren und nachts Doktorarbeiten schreiben, sollten sich diesen gut gemeinten Hinweis zur Work-Life-Balance zu Herzen nehmen. Eigentlich geht mich das aber gar nichts an, und sie hören ja doch nicht auf mich. Anders dürfte das bei Frau Rapp aussehen. Am Freitag findet für Frau Rapp die letzte Nachtschicht der Woche statt, dann geht es ins Wochenende. weiter ›

Der Donnerstags-Doktor

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Am Donnerstag, den 21.10.2010, hatte sie um 9.00 Uhr einen Termin beim Arzt.

Aus diesem Satz kann sich ein großes Melodram entwickeln. Oder eine Trivialität. Ich habe mich für ersteres entschieden. Dabei aber werde ich überhaupt nichts Verbindliches behaupten. Nur sanft suggerieren. Wir beleuchten hier: Das Prinzip der Inferenz. weiter ›

„Hallo Mittwoch“: Ein regenbogenbunter Tag

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Der Mittwoch beginnt mit Brot. Ergänzt durch „Marge“, was wohl auf Margarine verweist, und Tomaten. Dazu eine doppelte Portion Milch. Wie immer ist aber ausschließlich interessant, was unterm Strich steht.
In diesem Fall: „TV. DIREKT“. weiter ›

Der Dienstags-Detektiv

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Frank macht sich rar. Er kann nur am Dienstag. Allerdings auch nicht etwa grundsätzlich dienstags, nein, nicht einmal an allen Dienstagen im September – Frank kann überhaupt nur an einem einzigen Dienstag im September. Nämlich am 19., wie er schriftlich mitteilen lässt. weiter ›

Montag mit Malbergs Mädchen und Menschen in München

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An einem Montag hat eine Probe stattgefunden! weiter ›

Wir werden da etwas anzetteln. Nächste Woche.

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Rashid hat viel gearbeitet. Im Oktober 2013 allein zwischen dem 4. und dem 14. mehr als 50 Stunden. Dafür stehen ihm, bei einem Stundenlohn von 7 Euro, rund 353 Euro zu. Ob er sein Geld erhalten hat? weiter ›

Flut und Ebbe: Die Kunst, Sprache in Kunst zu verwandeln

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Die Welt um uns herum, doch, doch, ist eine poetische. Ob sie das will oder nicht. Das gilt zum Beispiel für viele meiner Zettel, deren wahrscheinlich schönster hier und heute präsentiert werden soll. Aber erst ganz am Ende – zunächst werfen wir einen Blick in die Zeitung, betrachten den Winterfahrplan der Deutschen Bahn von 1968/69 und denken mit Ingeborg Bachmann über Lyrik nach. weiter ›

Ein Fest der Liebe

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Weihnachten gilt ja allgemein als das Fest der Liebe. Allerdings muss man auch viel erledigen. Das Geschenk für Heike ist zum Glück einfach: Was mit Katzen. Wir betrachten aus aktuellem Anlass drei mehr oder weniger besinnliche Zettel.

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Die Grammatik der Höflichkeit – eine Beleuchtung

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Texte, die man absichtlich nur für sich selber schreibt, sind wohl eher selten. Bei Einkaufszetteln ist das allerdings nichts Besonderes – der Autor ist selbst sein erster und oft einziger Leser. Um Formulierung wird deshalb nicht viel Aufhebens gemacht, oft erachtet man sogar nackte Stichwörter für hinreichend. Eine Ausnahme scheint der heute zu besprechende Zettel zu sein. weiter ›

Kaffee, Coolness, Clementinen

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Der eine hat vor dem Hörsaal auf mich gewartet, der andere lag einfach auf der Straße herum. Und alle wissen immer sofort, welcher Zettel woher stammt. Warum eigentlich? Wir sehen hier den Einkaufszettel als Präsentationsfläche der Persönlichkeit: Die Zettel, die die Welt bedeuten.

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Zuhkunft für Alle! (Eine populistische Miniatur)

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Den Versuch der Mutter, ihr den Schultag mit kleinen Köstlichkeiten zu versüßen, fand Laura durchaus entzückend. weiter ›

Blut und Biohuhn

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war eigentlich zwei Wörter und lautete: „Fleckentferner Blut“. Säuberlich notiert auf einem nicht mehr ganz so säuberlichen Zettel lagen die Wörter auf der Straße, begleitet von weiteren Wörtern, deren nächstes lautete: „Tapetenreiniger“. Das klang vielversprechend; ich überwand gewisse ansozialisierte Hemmungen und nahm den Zettel an mich. weiter ›

Schreiben lernen – Z wie: Zum Schluss…

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Über meinem Schreibtisch hängt ein Bild, das ich aus der Zeitung ausgerissen habe. Es zeigt ein Foto mit der Beschriftung: „Der sowjetische Arzt Leonid Rogazow entfernte sich 1961 auf einer einsam gelegenen Polarstation eigenhändig den Blinddarm.“  – Montag muss meine Diss in die Druckerei, und der Text ist noch nicht fertig. weiter ›

Schreiben lernen – H wie häppchenweise zum Happy End (hoffentlich…)

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Für die Arbeit an meiner Dissertation verbleiben 15 Wochen, kurz nach Herbstbeginn werden wohl einzelne Tage die Maßeinheit der Restzeit sein. Man fühlt ihn noch nicht, diesen Herbst – aber das hier muss wohl so etwas wie der Endspurt sein. Nur: wie geht der? weiter ›

Schreiben Lernen – G wie Gliederung

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Ich hatte einen Vogel. Ein, zwei, drei Jahre habe ich jetzt herumgesponnen, mal hier diese Theorie ausprobiert, mal dort verschiedene Gedanken verfolgt. Und in der Silvesternacht ist wieder ein Jahr an sein Ende gekommen, damit auch ein Promotionsjahr. Für mich in diesem Fall sogar nicht irgendeines, sondern das vorletzte. Die Phase des vagabundierenden Herumdenkens muss also jetzt zu einem Ende kommen, dieses Jahr wird das letzte sein. Im ersten Bleigießen meines Lebens habe ich somit natürlich auf ein Zeichen für dieses entscheidende Jahr gehofft. Und dann kam der Vogel, und seine bleischwadenumnebelte Botschaft lautete: Fliege nicht zu hoch hinauf. Höchste Zeit also, gedankliche Höhenflüge zu erden und alles, was man bisher so gesammelt hat, ein wenig zu konzentrieren, zu konsolidieren und: zu gliedern. weiter ›

Schreiben lernen – F wie Fortschritt und die Formulierung von Gedanken

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„Na, kommst Du voran?“ Das Telefonat mit meinem Bruder ist wieder beim unvermeidlichen Thema Doktorarbeit angekommen. Und schon im Ansatz der Frage bekommt seine Stimme einen vorsichtigen, fast mitleidigen Tonfall. Meine Antwort entsprechend ausweichend: „Na ja. Hmm. Vorankommen. Was heißt das denn bei einer Doktorarbeit?“ weiter ›

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Über den Autor

Jens Gerdes ist Sprachwissenschaftler und fühlt sich als solcher Theorie und Praxis gleichermaßen verpflichtet. 2012 hat er an der Universität Trier über ein grammatiktheoretisches Thema promoviert.