Hochschule als Organisation

Führung nach oben …

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… oder der Mittelbau als klassisches Sandwich.

Durch meine Arbeit komme ich an Hochschulen viel herum. In Seminaren und Workshops lerne ich jede Menge interessanter und kluger Leute kennen – von denen ich jede Menge lerne. Es ist sogar so, dass die besten Ideen für Seminarkonzepte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommen. Neulich war wieder solch ein zündender Moment – und ich habe mich gefragt, warum ich da nicht schon längst selbst drauf gekommen bin: “Führung nach oben” ist der Arbeitstitel für ein Konzept, das ich aktuell ausarbeite. Für wen: Für eine entscheidende Gruppe an Führungskräften in den Universitäten. Für den Akademischen Mittelbau. Noch konkreter: Für die rechten Hände von Lehrstuhlinhabern und Institutsleitungen.

Mit einer solch spannenden Gruppe habe ich neulich an der Bewältigung von alltäglichen Herausforderungen in Sachen Führung gefeilt: “Wie rede ich mit einem langjährigen Mitarbeiter, der momentan unter enormen Privatstress steht und durch sein ungewohnt aggressives Verhalten das Team lahm legt?” Oder: “Wie erkläre ich einer Mitarbeiterin, dass sie zu langsam ist und dass ich deshalb ihren Vertrag nicht verlängern will?” Und noch eine Frage aus der Gruppe: “Wie geht das eigentlich, den motivierten, versierten und einfach tollen Mitarbeitern meine Anerkennung auszusprechen, ohne dass alle rot werden und dass es richtig echt klingt?” Diese schon ziemlich hohe Schule der Führungskommunikation beherrschte die Gruppe in beeindruckender Weise und in Gesprächsexperimenten wurden erstaunliche und kreative Lösungsansätze entfaltet. weiter ›

Und wie tickt Ihre Uni so …?

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oder: Über die erstaunlichen inneren Unterschiede ziemlich ähnlicher Hochschulen

Der rote Faden meiner Doktorarbeit ist die Suche nach Unterschieden von Hochschulen. Dabei hatte ich nicht etwa Unterschiede im Sinn, die auf den ersten Blick jeder sehen kann. Vielmehr haben mich die versteckten Unterschiede umgetrieben. Die, die eine Individualität der Organisation Hochschulen im Binnenverhältnis ausmachen.

Bis Ende der 90er Jahre rangen die Hochschulen heftig darum, dass ihre Differenzen zu Wirtschaftsorganisationen oder Unternehmen anerkannt wurden. Als es in der öffentlichen Diskussion um neue Steuerungsmodelle für Hochschulen ging, wehrten die Hochschulen sich vehement gegen die 1:1-Übertragung von Managementkonzepten. Zum Glück taten sie es erfolgreich. Seither ist Konsens, dass Hochschulen besondere Steueurungsinstrumente brauchen, um ihren gesellschaftlichen Bildungs- und Forschungsauftrag erfüllen zu können. weiter ›

Hochschulreform aus Gewohnheit und aus Konkurrenz?!

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In letzter Zeit stoße ich häufig auf einen schönen Begriff: Dauerreform.

Immer wieder lese ich von Dauerreform, wenn ich mich mit Hochschulentwicklung und der Hochschulreform befasse. Vermutlich halten die Hochschulen in Deutschland tatsächlich einen recht zweifelhaften Rekord. Vermutlich sind sie von allen Organisationen diejenigen, die am stetigsten und am tiefgreifendsten reformiert werden. Der Blick zurück in die vergangenen etwa 50 Jahre legt in der Tat nahe, dass Hochschulen in einer Art Dauerreform-Zustand leben. (Wobei: Schulen sind ebenfalls vielversprechende Kandidatinnen für diesen Zustand.)

Der erste große Reformschub in den Siebzigern läutete den Wandel der Universitäten von elitären Ausbildungsstätten zu Massenuniversitäten ein. weiter ›

Und wie identifiziert sind Sie mit Ihrer Uni?

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Neulich habe ich gelesen, wie wichtig es ist, dass in Unternehmen ein gutes “Wir-Gefühl” vorhanden ist. Das Wir-Gefühl, das sei das Schmiermittel für ein gut funktionierendes Miteinander, es steigere die Motivation und außerdem senke es den Stress und steigere die Zufriedenheit der Einzelnen (Martens 2012). Also ein richtig tolles Ding, dieses Wir-Gefühl. In dem Artikel wurde auch der englische Fachbegriff geliefert: ‘corporate feeling’.

Wie ist es denn damit eigentlich an den Hochschulen bestellt? habe ich mich gefragt. Wir-Gefühl an Hochschulen – gibt es das überhaupt? Noch dazu eins, was wirklich alle erfasst, egal ob in der Mathematik, der Katholischen Theologie oder im Baudezernat? An der Hochschule würde man vermutlich von Zusammengehörigkeitsgefühl oder von Identifikation sprechen. Ich ahne, dass es sicherlich Unterschiede zwischen Wir-Gefühl und Identifikation, zwischen ‘corporate feeling’ und ‘corporate identity’ gibt. Ich vermute aber auch, dass beides hinreichend ähnlich ist, um es an dieser Stelle in einen Topf zu werfen.

Also: Identifikation an und mit der eigenen Hochschule. Gibt’s das?! weiter ›

Arbeiten die Hochschulverwaltungen zu gut?

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Der Artikel “Die Krise der Universitäten – eine Chance?” von Vanessa-Isabelle Reinwand hat mich auf folgende Gedanken gebracht: Vielleicht ist diese aktuelle Krise tatsächlich hausgemacht? Und die Universitäten sinds am Ende selbst schuld?! weiter ›

Über die Autorin

Dr. Ute Symanski ist als Personal- und Organisationsentwicklerin auf die Arbeit mit Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen spezialisiert. Sie hat Kommunikationswissenschaften und Psychologie studiert und ist promovierte Organisationssoziologin. Als Wissenschaftsmanagerin und Führungskraft war sie an zwei Universitäten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Interne Kommunikation und Internationalisierung sowie beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) tätig. Sie ist Inhaberin der Firma Hochschulcoaching in Köln. (www.hochschulcoaching.de)