Kulturelle Bildung

Wissenschaftssprache Denglisch

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Ein Klischee besagt: Wenn die Deutschen etwas machen, dann machen sie es gründlich und schütten dabei das Kind gleich mit dem Bade aus. So erscheint es auch angesichts der relativ aktuellen Verlautbarung des Präsidenten der Technischen Universität München (TUM); wenn man den einschlägigen Wissenschaftsrankings Glauben schenken mag, eine der tonangebenden Top-Unis in Deutschlands. weiter ›

Mind the Trap! Über eine Wissenschaft voller Fallen

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Eine Tagung, die ich diese Woche besucht habe, hat mir wieder einmal ein Problem der Wissenschaft, insbesondere im Kultur- und Politikbereich, vor Augen geführt. Auf der Berliner Tagung „Mind the Gap!“, die mit Geldern des Bundes gefördert wurde, ging es um „Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten und Konzeptionen niedrigschwelliger Kulturvermittlung“. Die Tagung wurde organisiert von dem Team einer Universität und Akteuren der Kulturloge, einer ehrenamtlichen Einrichtung, die nicht verkaufte kulturelle Veranstaltungskarten an Menschen mit geringem Einkommen verteilen und mit ihnen ins Gespräch über die Kulturangebote kommen.
Zu Beginn der Tagung wurde den Teilnehmer_innen eine für die meisten überraschende Intervention unter dem Titel „Mind the Trap!“ geboten. weiter ›

Denkräume oder wie viel uns Wissenschaft wert ist

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Nachdem ich mich in meinem letzten Blogbeitrag über die Ästhetik von Hochschulgebäuden ausgelassen habe, ist mir aufgefallen, wie unwichtig diese – also die Hochschulräume – anscheinend sind. weiter ›

Warum sehen Banken schön aus und Hochschulen hässlich?

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Manchmal bin ich zu Besuch oder auf Dienstreise in großen Städten. Wenn man dann so durch die Innenstädte schlendert, sieht man häufig schöne, aufwändige Gebäude, die das Stadtbild bestimmen und wenn es sich nicht um eine Kultureinrichtung wie ein Museum oder ein Theater handelt, sind es meist Banken, Versicherungen oder Stiftungen, die auch von innen imposant und gastlich wirken, mit Kunst an den Wänden und teuren Kaffeeautomaten in den Vorzimmern – da bleibt man doch gerne!

Meine Ziele in diesen Städten sind aber meistens nicht die Banken sondern die Hochschulen und hier angekommen werde ich so gut wie regelmäßig enttäuscht. weiter ›

Gut Ding braucht Muße

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Mit großen Schritten naht für viele das Ende der freien Zeit an den Tagen „zwischen den Jahren“ und wahrscheinlich wird es dabei einigen ähnlich wie mir ergehen. Was hatte man sich nicht alles vorgenommen für diese Feier-Freien-Tage: Zunächst Erholung, denn die haben alle bitter nötig, die Pflege von Familien- und Freundeskontakten, das Lesen des Buches, das schon lange auf dem Nachttisch verstaubt, Sport zu machen, mal wieder aufzuräumen und auszumisten und nicht zuletzt die Arbeit zu erledigen, zu der man in den letzten Schreibtischtagen vor Weihnachten einfach nicht mehr kam. weiter ›

Qualität in der Doktorandenbetreuung: Mehr Überwachung der Doktoranden?

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Im letzten Jahr wurde durch die Guttenberg-Affäre der Glaube an das System der Qualifizierung als Dr.-Titel-Träger in den Grundfesten erschüttert. Sind die aufgedeckten Fälle des Plagiats tatsächlich bedauerliche Einzelfälle oder liegt etwas im Promotionswesen generell im Argen in Deutschland?

In Folge der öffentlichen Diskussionen um die Qualität der Promotionen hierzulande, wurden verschiedene Modelle vorgeschlagen, die überwiegend darauf aus sind, die Doktorandinnen und Doktoranden stärker zu kontrollieren oder einfach nur mehrere Betreuer zur Verfügung zu stellen. Kontrolle statt Ursachenforschung! Kontrollmaßnahmen und geänderte Promotionsordnungen täuschen über die Tatsache hinweg, dass oftmals mit einer mangelnden Betreuung durch die Doktormütter und -väter das Übel erst anfängt und wissenschaftliches Fehlverhalten in Hochschulen – nicht so selten wie man vielleicht denkt – auch vorgelebt wird. Nicht umsonst hatte der Deutsche Hochschulverband seinen 60. DHV-Tag 2010 unter das Motto „Wissenschaft braucht Ethik“ gestellt. weiter ›

AcademiaNet – wie ein Internetportal (keine) Probleme löst…

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Social Networks und dazugehörige Internetportale werden nicht nur zur privaten Kommunikation, als „Fototauschecke“ oder schlicht zum Zeitvertreib genutzt, sondern vor allem auch, um gutes Selbstmarketing zu betreiben und für den Fall, dass man gegoogelt wird, gerüstet zu sein. Ganz nach dem Motto: ich bin im Netz – also bin ich!
Ein Portal, das die Sichtbarmachung und das Selbstmarketing seiner Nutzerinnen verbessern will, ist das kürzlich eröffnete AcademiaNet. weiter ›

Wider eine „Ökonomisierung der Wissenschaft“

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„Wissenschaft braucht Ethik“ – das war das Motto des 60. Deutschen Hochschulverbandtages, der am 22./23. März 2010 in Hamburg stattfand. Mitglieder des DHV trafen sich, um den Jahrestag in bürgerlich-stilvollem und erholsamen Ambiente zu begehen und sich jedoch einem durchaus kontrovers zu diskutierenden Thema zuzuwenden: wie ethisch ist unsere Wissenschaft und wie ethisch muss sie sein? weiter ›

Nicht Fisch noch Fleisch

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Immer noch bekomme ich in außeruniversitären Kontexten auf meine Auskunft, ich sei Juniorprofessorin die verwunderte Frage gestellt: “Ah, Juniorprofessorin – was ist das denn?” weiter ›

Die Krise der Universitäten – eine Chance?

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Krise ist etymologisch gesehen nichts, was depressiv und frustriert machen muss – ganz im Gegenteil. Eine Krise entsteht, wenn sich Verhältnisse und Bedingungen zuspitzen und führt damit zu einer Entscheidung und Beurteilung und letztlich zu einem Wendepunkt. Das deutsche Universitätssystem ist mit der Einführung des Bachelor und Master in der Folge der Bolognabeschlüsse in eine Krise gekommen und einmal so richtig durch- und wachgeschüttelt worden. weiter ›

Kleine Wahlkunde für Wissenschaftler

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In diesen Tagen dreht sich selbst in wissenschaftlichen Soziotopen einiges um die Wahl. Jeder kluge Wissenschaftler weiß, ohne politisch günstige Rahmenbedingungen, ohne finanzielle Unterstützung und ohne ein anregendes Umfeld forscht und lehrt es sich nur halb so gut. Daher interessiert viele (Nachwuchs-)Wissenschaftler in Zeiten, in denen man angeblich die Wahl hat, hauptsächlich eines: wie stehen die unterschiedlichen Parteien zu Wissenschaftspolitik? weiter ›

Aufruf zum Ungehorsam

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Was ist das Schwierigste an einer Dissertation? Die Antwort ist simpel, die Umsetzung meistens sehr schwer: Grenzen ziehen! weiter ›

Dual Career – Karriere mal zwei?

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Kürzlich hat der Deutsche Hochschulverband ein Best-Practice-Papier zu Dual Career verfasst, das den Universitäten ans Herz legt, beim Kampf um gefragte Wissenschaftler einen zusätzlichen Trumpf aus dem Ärmel zu ziehen – ein Stellenangebot auch für den Lebenspartner des angeheuerten Wissenschaftlers an der Universität selbst oder in der Region. Doch nicht nur für bereits etablierte und anerkannte, so genannte “Spitzenwissenschaftler” ist es wichtig, die Bedingungen zur Vereinbarkeit von (universitärem) Beruf und Familie in Deutschland zu verbessern. weiter ›

Studieren, Promovieren und Habilitieren – in Einsamkeit und Freiheit?

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Humboldt war der Ansicht, es forsche sich am Besten in Einsamkeit und Freiheit. Wiewohl ich Humboldt in vielerlei Recht gebe und vor allem seine Forderung nach Freiheit in drittmittelfinanzierten Universitäts-Zeiten wieder enorm an Aktualität gewonnen hat, muss ich ihm doch in seinem Ansinnen nach Einsamkeit zumindest teilweise widersprechen. weiter ›

Wenn ich mal groß bin, werde ich…

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Schon viel wurde in diesem Blog über die Unzulänglichkeiten des deutschen, europäischen und außereuropäischen Wissenschaftssystems diskutiert – meines Erachtens oft zu Recht, denn nur durch kritische Reflektion kann so etwas wie Fortschritt überhaupt gelingen. Dennoch, und das mag nicht nur am aufkeimenden Frühling und an meinem damit gekoppelten, emotionalen Zustand liegen, bin ich meistens zumindest froh, ganz unabhängig von irgendwelchen Kindheitsträumen (ich wollte tatsächlich Kindergärtnerin werden) letztlich in der Wissenschaft gelandet zu sein. weiter ›

Jäger oder Sammler?

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Ich gehöre zum klassischen Typ des Jägers … naja, der Jägerin. Alles was mit Sammeln zu tun hat, ist mir extrem zuwider. Nun hat aber der Beruf des Wissenschaftlers viel mit Sammeln zu tun, man denke nur an das Arbeitszimmer von Niklas Luhmann. weiter ›

Mentoring – eine alte Idee neu verpackt

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Die moderne Wissenschaftswelt hat eine alte Tradition wieder entdeckt: das Mentoring, benannt nach einer Person der griechischen Mythologie. Ein wissenschaftlicher Mentor, heutzutage oft über spezielle Mentoringprogramme vermittelt und zudem chic, berät, unterstützt und begleitet, er kennt Tipps und Tricks des Wissenschaftsalltags und klärt Fragen, die der Jungwissenschaftler mit geringer Erfahrung (noch) schwer selbstständig beantworten kann. Häufig wird aber übersehen, dass ein Mentor noch eine wesentlich wichtigere Funktion erfüllt: er ist Vorbild. weiter ›

Wissenschaftlerinnen sind keine Haifische

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Es fängt vielversprechend an: sehr viele Mädchen – sogar mehr als Jungen – machen Abitur, viele von ihnen studieren, manche doktorieren, wenige habilitieren und nur ein Bruchteil wird Professorin. Wo bleiben die Frauen?

Sicherlich ist der Frauenanteil in wissenschaftlichen Leitungspositionen in den letzten Jahren stetig gestiegen, doch noch immer besitzt beispielsweise die Schweiz einen ordentlichen und außerordentlichen Professorinnenanteil von nur 14% und damit stellt sie keine Ausnahme dar – mindestens 40% müssen erreicht sein, damit man überhaupt anfangen kann, von Gleichberechtigung zu sprechen. Aber warum braucht es denn überhaupt Gleichberechtigung und Wissenschaftlerinnen? Die offizielle Wissenschaftswelt kam ja auch Jahrhunderte ganz gut ohne sie aus – einmal abgesehen von den intelligenten Frauen hinter den berühmten Wissenschaftlern… weiter ›

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Über die Autorin

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss hat Pädagogik, Theater- und Medienwissenschaften, Italoromanistik und Philosophie in Erlangen und Bologna studiert und mit einer Arbeit zur ästhetischen Bildung promoviert.