Immer noch bekomme ich in außeruniversitären Kontexten auf meine Auskunft, ich sei Juniorprofessorin die verwunderte Frage gestellt: “Ah, Juniorprofessorin – was ist das denn?” weiter ›
Alle Beiträge von Vanessa-Isabelle Reinwand
Krise ist etymologisch gesehen nichts, was depressiv und frustriert machen muss – ganz im Gegenteil. Eine Krise entsteht, wenn sich Verhältnisse und Bedingungen zuspitzen und führt damit zu einer Entscheidung und Beurteilung und letztlich zu einem Wendepunkt. Das deutsche Universitätssystem ist mit der Einführung des Bachelor und Master in der Folge der Bolognabeschlüsse in eine Krise gekommen und einmal so richtig durch- und wachgeschüttelt worden. weiter ›
In diesen Tagen dreht sich selbst in wissenschaftlichen Soziotopen einiges um die Wahl. Jeder kluge Wissenschaftler weiß, ohne politisch günstige Rahmenbedingungen, ohne finanzielle Unterstützung und ohne ein anregendes Umfeld forscht und lehrt es sich nur halb so gut. Daher interessiert viele (Nachwuchs-)Wissenschaftler in Zeiten, in denen man angeblich die Wahl hat, hauptsächlich eines: wie stehen die unterschiedlichen Parteien zu Wissenschaftspolitik? weiter ›
Was ist das Schwierigste an einer Dissertation? Die Antwort ist simpel, die Umsetzung meistens sehr schwer: Grenzen ziehen! weiter ›
Kürzlich hat der Deutsche Hochschulverband ein Best-Practice-Papier zu Dual Career verfasst, das den Universitäten ans Herz legt, beim Kampf um gefragte Wissenschaftler einen zusätzlichen Trumpf aus dem Ärmel zu ziehen – ein Stellenangebot auch für den Lebenspartner des angeheuerten Wissenschaftlers an der Universität selbst oder in der Region. Doch nicht nur für bereits etablierte und anerkannte, so genannte “Spitzenwissenschaftler” ist es wichtig, die Bedingungen zur Vereinbarkeit von (universitärem) Beruf und Familie in Deutschland zu verbessern. weiter ›
Studieren, Promovieren und Habilitieren – in Einsamkeit und Freiheit?
20.04.2009 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 2Humboldt war der Ansicht, es forsche sich am Besten in Einsamkeit und Freiheit. Wiewohl ich Humboldt in vielerlei Recht gebe und vor allem seine Forderung nach Freiheit in drittmittelfinanzierten Universitäts-Zeiten wieder enorm an Aktualität gewonnen hat, muss ich ihm doch in seinem Ansinnen nach Einsamkeit zumindest teilweise widersprechen. weiter ›
Schon viel wurde in diesem Blog über die Unzulänglichkeiten des deutschen, europäischen und außereuropäischen Wissenschaftssystems diskutiert – meines Erachtens oft zu Recht, denn nur durch kritische Reflektion kann so etwas wie Fortschritt überhaupt gelingen. Dennoch, und das mag nicht nur am aufkeimenden Frühling und an meinem damit gekoppelten, emotionalen Zustand liegen, bin ich meistens zumindest froh, ganz unabhängig von irgendwelchen Kindheitsträumen (ich wollte tatsächlich Kindergärtnerin werden) letztlich in der Wissenschaft gelandet zu sein. weiter ›
Ich gehöre zum klassischen Typ des Jägers … naja, der Jägerin. Alles was mit Sammeln zu tun hat, ist mir extrem zuwider. Nun hat aber der Beruf des Wissenschaftlers viel mit Sammeln zu tun, man denke nur an das Arbeitszimmer von Niklas Luhmann. weiter ›
Die moderne Wissenschaftswelt hat eine alte Tradition wieder entdeckt: das Mentoring, benannt nach einer Person der griechischen Mythologie. Ein wissenschaftlicher Mentor, heutzutage oft über spezielle Mentoringprogramme vermittelt und zudem chic, berät, unterstützt und begleitet, er kennt Tipps und Tricks des Wissenschaftsalltags und klärt Fragen, die der Jungwissenschaftler mit geringer Erfahrung (noch) schwer selbstständig beantworten kann. Häufig wird aber übersehen, dass ein Mentor noch eine wesentlich wichtigere Funktion erfüllt: er ist Vorbild. weiter ›
Es fängt vielversprechend an: sehr viele Mädchen – sogar mehr als Jungen – machen Abitur, viele von ihnen studieren, manche doktorieren, wenige habilitieren und nur ein Bruchteil wird Professorin. Wo bleiben die Frauen?
Sicherlich ist der Frauenanteil in wissenschaftlichen Leitungspositionen in den letzten Jahren stetig gestiegen, doch noch immer besitzt beispielsweise die Schweiz einen ordentlichen und außerordentlichen Professorinnenanteil von nur 14% und damit stellt sie keine Ausnahme dar – mindestens 40% müssen erreicht sein, damit man überhaupt anfangen kann, von Gleichberechtigung zu sprechen. Aber warum braucht es denn überhaupt Gleichberechtigung und Wissenschaftlerinnen? Die offizielle Wissenschaftswelt kam ja auch Jahrhunderte ganz gut ohne sie aus – einmal abgesehen von den intelligenten Frauen hinter den berühmten Wissenschaftlern… weiter ›
Und es gibt sie doch! Von sinnvollen Kongressen….
12.10.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Keine KommentareDa mir ja von einigen Kommentatoren meines letzten Beitrages „Vom Sinn und Unsinn wissenschaftlicher Kongresse“ dazu geraten wurde, doch als Jungwissenschaftler einfach erst einmal den Mund zu halten und weitere Erfahrungen zu machen, um das Wissenschaftssystem richtig kennen und es plus Spielregeln (seien sie auch noch so überflüssig) akzeptieren zu lernen, habe ich diesen Rat zumindest zum Teil sogleich verfolgt und mich stumm zum nächsten Kongress begeben. weiter ›
Vom Sinn und Unsinn wissenschaftlicher Kongresse
18.09.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 15Unbestritten gehören Tagungen und Kongresse, vor allem wenn sie internatonaler Natur sind, zu den angenehmen Seiten eines Wissenschaftlerlebens. Man lernt andere (Wissenschafts-) Kulturen und Universitäten kennen, tauscht sich aus und trifft sich wieder (sog. Networking), bekommt diese oder jene mehr oder weniger berühmte Wissenschaftlerpersönlichkeit zu Gesicht und ist angeregt und motiviert über seinen eigenen Schreibtisch hinauszusehen. Logisch – wissenschaftliche Konferenzen haben ihren Sinn! Seit ich aktuell aber von einem grossen internationalen, wissenschaftlichen Kongress zurück bin, lässt mich die Überzeugung nicht los: auch ihren Unsinn! weiter ›
Risikogemeinschaft promovierter Wissenschaftler: Bitte darf ich irgendwo forschen?
28.08.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentar: 1Die Schweiz ist ein schönes Land und ich bin sehr dankbar über die beruflichen Möglichkeiten und Chancen, die mir hier gegeben sind. Die Folgen der Wirtschaftskrise und des allgemeinen politischen und ökonomischen Systems sind in der Schweiz noch nicht so deutlich spürbar. D.h., die Arbeitslosigkeit, gerade unter den gut Ausgebildeten, ist niedrig. Allerdings gibt es auch hierzulande begrenzte Budgets und Stellen und immer wieder ist man vor allem als promovierter Wissenschaftler darauf angewiesen, über Drittmittel seine eigene Stelle zu finanzieren. weiter ›
Vor ein paar Tagen bekomme ich einen frustrierten Anruf von einem befreundeten externen Doktoranden (d.h. ein Promovierender ohne Einbindung in eine universitäre Anstellung).
Er habe gegen Ende seiner Dissertation seine Ergebnisse in einem Seminar seines Profs an einer deutschen Uni vorgestellt. Das feedback auf die schriftliche Leistung sei sehr gut, das auf die Präsentation verheerend gewesen. Prof: „Warum tun Sie sich das Ganze denn überhaupt an? – Sie wollen doch sowieso nicht an der Uni bleiben!“ weiter ›
Habilitation oder Juniorprofessur – das ist hier die Frage
17.07.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 21Heutige Wissenschaftler sind oft gestresste Wesen, die wissen, dass Work-Life-Balance wichtig gegen Kreativitätslöcher und Rückenschmerzen ist. Bei einer dieser sportlichen Ausgleichstätigkeiten nach einem Schreibtischtag treffe ich eine, mir bisher nur vom Sehen bekannte, junge Professorin meiner Universität. Da sie mir sehr jung erscheint für diesen – zumindest wissenschaftsfernen Menschen – Respekt einflößenden Titel, frage ich sie in dieser informellen Umgebung nach ihrem Alter und bin überrascht. „So jung und schon habilitiert?“, frage ich ungläubig bewundernd. Und sie antwortet: „Wieso habilitiert? Prof wird man auch ohne Habil.!“ Ach so? weiter ›
Wie verständigen sich Wissenschaftler oder tun sie das überhaupt?
03.07.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Keine KommentareDie Universität Fribourg wirbt mit ihrer Zweisprachigkeit. In der Praxis heißt das – man kommt allein mit Französisch und man kommt allein mit (Schweizer-)Deutsch durch – aber viel besser mit beidem. In der Mensa spricht man französisch, auf dem Gang je nach Tradition des Departements und in der Fakultätsratssitzung jeder so wie er will, was einen hohen Unterhaltungswert ergibt.
Was Forschungsanträge mit Meteorologie zu tun haben
23.06.2008 von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 2Leider sehr viel. Jeder Wissenschaftler – und das ist wohl in der Schweiz nicht so viel anders wie beispielsweise in Deutschland oder Großbritannien – kennt das lästige und zeitraubende Schreiben von Forschungsanträgen, sei es für die eigene Qualifikationsarbeit oder für den Erhalt der eigenen oder anderer Mitarbeiterstellen durch ein Drittmittel finanziertes Projekt. Aber warum ist dieses ganze Prozedere denn so verhasst, mag sich ein Außenstehender fragen? weiter ›
Jeder Nachwuchswissenschaftler, der eine Karriere im Hochschulwesen anstrebt, hat sich an bestimmte, mehr oder weniger offizielle Regeln des Wissenschaftssystem zu halten. Eine dieser Grundregeln lautet: pulish or perish – veröffentlichen oder zu Grunde gehen. weiter ›


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