15.08.2010 von
Boris Schmidt |
Die 2,5 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner der Elfenbeinwelt sind kein einfaches Klientel für die Gewerkschaften in Deutschland. Die allermeisten Personen scheinen für die gewerkschaftliche Arbeit von vornherein gar nicht in Frage zu kommen: Die Studierenden sind eben Studierende und keine Arbeitnehmer/-innen. Professorinnen und Professoren sind mehrheitlich Beamte und haben ihre eigenen Interessenverbände. Lehrbeauftragte, Honorarkräfte und Stipendiaten/innen befinden sich in Vertragsformen jenseits gewerkschaftlicher Arbeit. Für das Personal in Verwaltung, Pflege und Technik gelten ähnliche Bedingungen wie in den anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes auch. Und wissenschaftliches Dauerpersonal jenseits der Professur stellt den Ausnahmefall dar. Wer bleibt denn da eigentlich noch übrig für gewerkschaftliche Arbeit? weiter ›
15.07.2010 von
Boris Schmidt |
Historische Dokumente belegen, dass die Leibeigenschaft in Europa vor Jahrhunderten offiziell abgeschafft wurde. Gleichwohl hat sie den Sprung in die Neuzeit gut überstanden: Denn ein verschworener Kreis ehrenwerter Personen hat sich der Aufgabe verpflichtet, sie in einer modernen Form weiter zu praktizieren, damit dieses uralte Wissen dem kulturellen Erbe Europas nicht verloren geht. So treffen wir auch an den deutschen Hochschulen in einer Größenordnung von rund 15 Prozent der Professorinnen und Professoren den Führungstyp „herrschaftliche Führung“ an. weiter ›
15.06.2010 von
Boris Schmidt |
Seitdem es Wettervorhersagen gibt, werden darüber Witze gemacht. Und seitdem es sie gibt, orientieren sich die Menschen trotzdem an ihnen. Passen meine Pläne zum Wetter, passt das Wetter zu meinen Plänen? Und wird es nächste Woche wohl eher wieder schöner, oder war das schon der Sommer?
Die Großwetterlage beschäftigt auch Promovierende. weiter ›
15.05.2010 von
Boris Schmidt |
Die Freiheit ist dem deutschen Hochschulwesen heilig. Zu Recht. Doch sie wirft manchmal mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt: Ist Freiheit dasselbe wie Beliebigkeit? Ist sie das Gegenteil von Verbindlichkeit? Hat sie auch etwas mit Verantwortung tun?
Eine bemerkenswerte Interpretation des Freiheitsbegriffs stellt der Führungstyp „unbeteiligtes Nebeneinander“ dar. weiter ›
15.04.2010 von
Boris Schmidt |
Es ist wie ein Naturgesetz: Wenn es von einer Sorte recht viele gibt, dann gibt es unter diesen schönere und weniger schöne, bedeutendere und weniger bedeutende, bessere und weniger gute. Keinesfalls sind alle überdurchschnittlich schön, von herausragender Bedeutung oder ganz besonders gut.
Außer in der Hochschule. weiter ›
15.03.2010 von
Boris Schmidt |
Am Dienstag komme ich mit einer tollen Idee in die Teamsitzung, und alle schmieden sofort eifrig Pläne. Mittwoch habe ich eine neue tolle Idee. Am Donnerstag gar keine, da bin ich nämlich spontan woanders. Und nächsten Montag werfe ich vielleicht alles wieder über den Haufen, und alle müssen von vorne anfangen.
Es ist gar nicht so einfach mit dem „gemischten Führungsprofil“. Rund 20 Prozent der deutschen Professorinnen und Professoren entsprechen diesem Führungstyp. weiter ›
15.02.2010 von
Boris Schmidt |
Nein, leicht hat sie es nicht, die „gute Lehre“ an den deutschen Hochschulen. Seit Ewigkeiten wird hierzulande über die Qualität von Studium und Lehre debattiert. Das Thema flackert auf, wenn Untersuchungen zeigen, wieviel noch unerreicht ist, oder wenn die Studierenden protestieren. Doch dann verliert es wieder an Schwung, während andere Themen ins Blickfeld rücken – wie Qualitätsmanagement, Akkreditierung, Bologna. Achja, richtig, eigentlich ging es bei diesen ja auch um die Qualität der Lehre, aber das fällt oft gar nicht weiter auf. Eine konstante Größe in dieser wechselvollen Diskussion ist die deutsche Hochschuldidaktik weiter ›
15.01.2010 von
Boris Schmidt |
Professorales Führungshandeln ist vielfältig. Die einen herrschen, die anderen steuern, wieder andere sind gedanklich ganz woanders. Die „ungesteuerte Kooperation“ ist ein Führungstyp, der viel Gutes mit sich bringt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern große Freiheit schenkt. Rund ein Viertel der deutschen Professorinnen und Professoren zählen nach einer aktuellen Studie zu diesem Führungstyp. Was zeichnet die „ungesteuerte Kooperation“ aus? weiter ›
16.12.2009 von
Boris Schmidt |
Zehn Jahre nach ihrem Auftakt ist die Bologna-Diskussion in Deutschland endlich an ihrer Kernfrage angekommen: Wozu das Ganze? Warum und mit welchen Zielen sollen Hochschulen und ihre Lehrenden Studiengänge umstellen, neu gestalten, weiter entwickeln?
Dass diese Fragen immer noch offen sind, zeigt sich in der Praxis. weiter ›
15.11.2009 von
Boris Schmidt |
Arbeiten Sie an einer Hochschule oder einer anderen Wissenschaftseinrichtung? Sind Sie in Forschung, Lehre oder Hochschulmanagement tätig oder vielleicht im Sekretariat, in der Pflege, im Labor oder im technischen Support? Gut, dann kommen Sie wahrscheinlich in den Genuss professoraler Führungskunst. weiter ›
15.10.2009 von
Boris Schmidt |
Allerorts entstehen Graduate Schools, PhD-Programme, Graduiertenakademien, strukturierte Promotionsangebote und wie sie alle heißen. Ganz geruhsam hatte es in den 1990-er Jahren mit den DFG-geförderten Graduiertenkollegs angefangen, und jetzt schießen neue Konzepte für die Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden wie Pilze aus dem Boden. Doch Obacht: Nicht jeder Pilz ist ein Trüffel. weiter ›
15.09.2009 von
Boris Schmidt |
Hoffnung ist ein kostbares Gut. Hoffnung auf schlaue Ideen, bahnbrechende Einfälle und hilfreiche Erkenntnisse. Hoffnung auf Lösungen für das Unlösbare. Hoffnung auf elegante Auswege aus kniffligen Situationen, in denen viele Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Elfenbeinwelt immer wieder stecken: Übermäßige Arbeitsbelastung, mangelnde Vereinbarkeit von Privatleben, Familie und Arbeit, befristete Verträge, unklare und unsichere Karrierewege, schwierige Kommunikations- und Betreuungssituationen, unvereinbar scheinende Ansprüche zwischen Forschung, Lehre und Hochschulmanagement. weiter ›
15.08.2009 von
Boris Schmidt |
Es war einmal eine Nachwuchwissenschaftlerin. Sie war klug, hübsch und 29 Jahre alt. Sie stand kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion und hatte sich bislang sehr gut geschlagen. Auch mit ihrem „Arbeitsplatz Hochschule“ war sie recht zufrieden – ein nettes Team, ein unterstützender Chef, und ihre Aufgaben in Forschung und Lehre machten ihr Spaß. Sie konnte sich gut vorstellen, ihre Karriere in der Hochschule fortzusetzen, gerne als Dozentin, vielleicht eines Tages als eine der zahlreicher werdenden Professorinnen in ihrem Bereich.
Und doch trübte ein Schatten ihr unbeschwertes Hochschuldasein: Ihr bislang unerfüllter Kinderwunsch. weiter ›
15.07.2009 von
Boris Schmidt |
Deutschland ist stark darin, über große Veränderungen zu reden und schwach darin, mit kleinen Veränderungen anzufangen: Wirtschaftsreformen, Klimawandel, Föderalismus, Hochschulautonomie, Bologna und so weiter. weiter ›