18.12.2009 von
Andreas Wimmel |
Ein unbekanntes Wesen namens „Postdoctoral Fellow“ hat Einzug gehalten ins deutsche Wissenschaftssystem und verdankt seine Existenz in erster Linie dem plötzlichen Aussterben der alten C1-Assistentenstellen. Der Juniorprofessor, so die ursprüngliche Idee, sollte in diese Lücke stoßen und ohne Habilitation losforschen und losdozieren dürfen, zumindest bis sein in der Regel befristeter Vertrag ausläuft. Nun ja, wie wir alle wissen ist diese Rechnung dummerweise bislang nicht aufgegangen, da Juniorprofs auch sieben Jahre nach Einführung immer noch eine äußerst seltene und gefährdete Spezies darstellen. weiter ›
05.03.2009 von
Andreas Wimmel |
„Interdisziplinarität“, also die fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Einzeldisziplinen an einer umfassenden Forschungsfrage, gilt heutzutage als Zauberformel moderner Wissenschaft. Wirklich neue und innovative Erkenntnisse, so die These, könnten nur noch an den Schnittstellen zwischen den Fachrichtungen gefunden werden, da in den engen Grenzen der klassischen Einzelwissenschaften die Ernten längst eingefahren seien. Nur wenn man auf den ersten Blick fachfremde Erfahrungen, Theorien und vor allem Methoden geschickt kombiniert und zusammenfügt, könnten komplexe Probleme gelöst werden, an denen die zu spezialisierten Fachkollegen bislang gescheitert waren. weiter ›
31.08.2008 von
Andreas Wimmel |
Kritik ist eine wichtige Voraussetzung wissenschaftlichen Fortschritts. Nur wenn Theorien und Behauptungen immer wieder angezweifelt und überprüft werden, sei es durch die Anwendung weiterentwickelter Methoden oder die Erhebung neuer Daten, können wir auf Schlussfolgerungen und innovative Ideen hoffen, die über den aktuellen Forschungsstand hinausgehen. Selbst wenn zwischen den Fachdisziplinen immer noch hin und wieder vom Positivismusstreit inspirierte Grabenkämpfe aufbrechen, würden vermutlich die meisten Wissenschaftler diesem allgemeinen Grundsatz kopfnickend zustimmen und sollten demnach dankbar sein für jede konstruktive Kritik an ihrer Forschung, die Schwächen oder Fehlinterpretationen offenlegt. weiter ›
15.07.2008 von
Andreas Wimmel |
Wenn man mit normalen Menschen, die nicht jede nebensächliche Bemerkung gleich kritisch hinterfragen und einen Nagel ohne Blutvergießen in die Wand schlagen können, also mit Nicht-Wissenschaftern, über die akademische Welt redet, hat man oftmals den Eindruck, diese Menschen halten Universitäten und Forschungseinrichtungen für Hochburgen der reinen Vernunft. weiter ›
Sicherlich ist das Thema, an dem man arbeitet, maßgebend für Karriereperspektiven. Untersuchungen der molekularen Grundlagen von Krankheiten wie z. B. Alzheimer, Diabetes, Krebs bzw. Stammzellforschung werden mit höherer Wahrscheinlichkeit finanziell gefördert. Dadurch fällt auch die Selbstverwirklichung leichter. Allerdings ist hier natürlich die Konkurrenz deutlich höher. weiter ›
20.05.2008 von
Andreas Juergens |
Die Entscheidung, auf den Studienabschluss eine Promotion folgen zu lassen, kann von verschiedenen Motivationen getragen sein: Die einen sehen in der Promotionszeit die Gelegenheit, sich über mehrere Jahre mit einem Thema zu beschäftigen, für das sie bereits im Studium Feuer gefangen hatten. Ein solches Erkenntnisinteresse kann als eine grundlegende Voraussetzung für eine akademische Karriere gelten, für deren Beginn die Promotionsurkunde das unverzichtbare Eintrittsbillett darstellt. weiter ›