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Nachwuchswissenschaftler

Faustregel 7: Mutiere zum “Postdoctoral Fellow” und ziehe aus in die weite Welt!

von Andreas Wimmel | Kommentare: 21

Ein unbekanntes Wesen namens „Postdoctoral Fellow“ hat Einzug gehalten ins deutsche Wissenschaftssystem und verdankt seine Existenz in erster Linie dem plötzlichen Aussterben der alten C1-Assistentenstellen. Der Juniorprofessor, so die ursprüngliche Idee, sollte in diese Lücke stoßen und ohne Habilitation losforschen und losdozieren dürfen, zumindest bis sein in der Regel befristeter Vertrag ausläuft. Nun ja, wie wir alle wissen ist diese Rechnung dummerweise bislang nicht aufgegangen, da Juniorprofs auch sieben Jahre nach Einführung immer noch eine äußerst seltene und gefährdete Spezies darstellen. weiter ›

Faustregel 5: Begrenze und definiere Dein Forschungsfeld eindeutig!

von Andreas Wimmel | Kommentare: 14

„Interdisziplinarität“, also die fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Einzeldisziplinen an einer umfassenden Forschungsfrage, gilt heutzutage als Zauberformel moderner Wissenschaft. Wirklich neue und innovative Erkenntnisse, so die These, könnten nur noch an den Schnittstellen zwischen den Fachrichtungen gefunden werden, da in den engen Grenzen der klassischen Einzelwissenschaften die Ernten längst eingefahren seien. Nur wenn man auf den ersten Blick fachfremde Erfahrungen, Theorien und vor allem Methoden geschickt kombiniert und zusammenfügt, könnten komplexe Probleme gelöst werden, an denen die zu spezialisierten Fachkollegen bislang gescheitert waren. weiter ›

Wenn ich mal groß bin, werde ich…

von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 12

Schon viel wurde in diesem Blog über die Unzulänglichkeiten des deutschen, europäischen und außereuropäischen Wissenschaftssystems diskutiert – meines Erachtens oft zu Recht, denn nur durch kritische Reflektion kann so etwas wie Fortschritt überhaupt gelingen. Dennoch, und das mag nicht nur am aufkeimenden Frühling und an meinem damit gekoppelten, emotionalen Zustand liegen, bin ich meistens zumindest froh, ganz unabhängig von irgendwelchen Kindheitsträumen (ich wollte tatsächlich Kindergärtnerin werden) letztlich in der Wissenschaft gelandet zu sein. weiter ›

Why I won’t graduate this year

von Christine Saelzer | Kommentare: 11

Dass auch Graduate Schools keine Garantie dafür sind, in drei oder vier Jahren mit der Promotion durch zu sein, war eine meiner ersten Erkenntnisse hier in Stanford. Ich fand das sympathisch, zumal meine vorangehenden Erwartungen, eine Uni voller Einsteins vorzufinden, damit auf angenehme Weise entkräftet wurden. Statt auf einem Catwalk intelligenter Oberschichtkinder befinde ich mich mitten in einer Flipflop-Subkultur, die auch gerne mal in Jogginghosen und mit nassen Haaren im Seminar sitzt. Ich mag das irgendwie, es ist so unprätentiös. weiter ›

Faustregel 4: Konzentriere Dich auf “relevante” und “wichtige” Themen!

von Andreas Wimmel | Kommentar: 1

Institutionen zur Forschungsförderung, wie zum Beispiel die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder die Volkswagenstiftung, betonen in der Regel, dass allein die „wissenschaftliche Exzellenz“ von Projektvorschlägen, also der Erkenntnisfortschritt oder die Innovation der zu erwartenden Forschungsergebnisse, ausschlaggebend sei für die Vergabe finanzieller Mittel, und nicht etwa Kategorien wie praktische Anwendbarkeit oder gesellschaftlicher Nutzen. Ganz gleich, wie man zu diesem Leitsatz stehen will, wird mit einem solchen Plädoyer für die Grundlagenforschung in Aussicht gestellt, jede Form von neuem Wissen, das den bis dato gültigen Forschungsstand punktuell korrigiert oder gar in seinen Grundfesten erschüttert, hätte die gleiche Wertigkeit und wäre damit prinzipiell gleich förderungswürdig, ganz unabhängig davon, ob ein wirksamer Impfstoff zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs entwickelt oder die Konstruktion von Geschlechterbeziehungen in französischen Romanen des 19. Jahrhunderts aufgearbeitet werden soll. weiter ›

Weiterbildung in Tortenstückchen

von Boris Schmidt | Kommentar: 1

Tortengrafiken sind etwas Wunderbares. Auf den ersten Blick sieht man, welche Stücke etwas groß geraten sind, welche ein bisschen klein. Und auf welchen die Kirsche fehlt, aus welchen die üppige Füllung schon dermaßen herausquillt, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Aber der Reihe nach. weiter ›

Mentoring – eine alte Idee neu verpackt

von Vanessa-Isabelle Reinwand | Keine Kommentare

Die moderne Wissenschaftswelt hat eine alte Tradition wieder entdeckt: das Mentoring, benannt nach einer Person der griechischen Mythologie. Ein wissenschaftlicher Mentor, heutzutage oft über spezielle Mentoringprogramme vermittelt und zudem chic, berät, unterstützt und begleitet, er kennt Tipps und Tricks des Wissenschaftsalltags und klärt Fragen, die der Jungwissenschaftler mit geringer Erfahrung (noch) schwer selbstständig beantworten kann. Häufig wird aber übersehen, dass ein Mentor noch eine wesentlich wichtigere Funktion erfüllt: er ist Vorbild. weiter ›

Faustregel 3: Publiziere, präsentiere, publiziere, präsentiere, publiziere..!

von Andreas Wimmel | Kommentare: 13

Wie ein Bäcker an seinen Brötchen oder ein Schreiner an seinen Schränken gemessen wird, so steht und fällt der Marktwert eines Wissenschaftlers und damit seine Überlebenschance im System zuallererst mit der Qualität und vor allem der Quantität seiner Publikationen und Präsentationen. Zugegeben, eine meterlange Publikationsliste allein stellt keine garantierte Lebensversicherung für den Ruf auf einen Lehrstuhl dar (siehe die anderen Faustregeln), aber ganz sicher gilt, dass man ohne Publikationen auf dem Konto wie ein lebensmüder Lemming auf die Klippen zuläuft und früher oder später abstürzt. weiter ›

Faustregel 2: Sei diplomatisch, der nette Kollege vergisst Deine Kritik nie!

von Andreas Wimmel | Kommentare: 5

Kritik ist eine wichtige Voraussetzung wissenschaftlichen Fortschritts. Nur wenn Theorien und Behauptungen immer wieder angezweifelt und überprüft werden, sei es durch die Anwendung weiterentwickelter Methoden oder die Erhebung neuer Daten, können wir auf Schlussfolgerungen und innovative Ideen hoffen, die über den aktuellen Forschungsstand hinausgehen. Selbst wenn zwischen den Fachdisziplinen immer noch hin und wieder vom Positivismusstreit inspirierte Grabenkämpfe aufbrechen, würden vermutlich die meisten Wissenschaftler diesem allgemeinen Grundsatz kopfnickend zustimmen und sollten demnach dankbar sein für jede konstruktive Kritik an ihrer Forschung, die Schwächen oder Fehlinterpretationen offenlegt. weiter ›

It’s all about networks

von Christine Saelzer | Keine Kommentare

Continent goes Great-Britain – Europa und der Rest der Welt versammelt sich derzeit im Südosten
Englands, um an der jährlichen Summer School für Sozialwissenschaftler teilzunehmen. Das
Publikum ist jung, man lernt in lockerer Atmosphäre und verbringt die Zeit zwischen den Kursen
oft gemeinsam. Gewöhnt an das traditionelle Humboldt-System und starke Hierarchien an der
Universität, staune ich hier über den ungezwungenen Umgang zwischen Professoren, Doktoranden
und Studenten. weiter ›

Faustregel 1: Akzeptiere die Spielregeln des Systems und handle danach!

von Andreas Wimmel | Kommentare: 10

Wenn man mit normalen Menschen, die nicht jede nebensächliche Bemerkung gleich kritisch hinterfragen und einen Nagel ohne Blutvergießen in die Wand schlagen können, also mit Nicht-Wissenschaftern, über die akademische Welt redet, hat man oftmals den Eindruck, diese Menschen halten Universitäten und Forschungseinrichtungen für Hochburgen der reinen Vernunft. weiter ›

Publish or Perish

von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 4

Jeder Nachwuchswissenschaftler, der eine Karriere im Hochschulwesen anstrebt, hat sich an bestimmte, mehr oder weniger offizielle Regeln des Wissenschaftssystem zu halten. Eine dieser Grundregeln lautet: pulish or perish – veröffentlichen oder zu Grunde gehen. weiter ›

Wenn Wissenschaftler Urlaub machen

von Vanessa-Isabelle Reinwand | Kommentare: 6

Sommerzeit… Urlaubszeit. Verhasst ist ja bekanntermaßen die Vorbereitungszeit, bis man dann wirklich in den Urlaub starten kann. Zur lästigen Urlaubsvorbereitung gehört das Packen.
Jetzt packt ein durchschnittlicher Nachwuchswissenschaftler seinen Koffer allerdings etwas anders als der junge Durchschnittsurlauber. weiter ›

Erste Schritte in der Wissenschaft

von Andreas Juergens | Keine Kommentare

Lässt sich die eigene wissenschaftliche Karriere am Reißbrett planen? Wohl kaum. Auf der anderen Seite wäre es naiv darauf zu vertrauen, man müsse nur engagierte Referate halten, sehr gute Hausarbeiten oder Klausuren schreiben, sich ab und an mit klugen Bemerkungen im Seminar hervortun, und dann würde sie irgendwann schon gestellt werden, die alles entscheidende Frage: „Könnten Sie sich vorstellen für mich zu arbeiten?“ weiter ›