Bleiben Sie neugierig - egal, wo Sie forschen
Von Miriam Buchmann-Alisch
Die Karrierewege eines Wissenschaftlers in einem Wirtschaftsunternehmen können sich in vielen Punkten von einer akademischen Laufbahn unterscheiden. Das zeigt ein Gespräch mit der Biotechnologin Helke Hillebrand, Dekanin des internationalen PhD-Programms des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg.
Die Biotechnologin Helke Hillebrand schätzt es, sich in einem Umfeld bewegen zu dürfen, in dem sie stets Neues lernen kann: "Ich möchte in meinem Beruf wachsen dürfen und können."Helke Hillebrand: Als "Dean of Graduate Studies" fällt die strategische, strukturelle und inhaltliche Ausrichtung des PhD-Programms in meinen Verantwortungsbereich. Neben der eigenen Forschungsarbeit und der wissenschaftlichen Ausbildung in ihren Labors bietet das Programm den jungen Wissenschaftlern Weiterbildung in Schlüsselqualifikationen, die für ihren beruflichen Werdegang wichtig sind.
academics: Nach Ihrer eigenen Promotion hatten Sie zunächst eine Stelle an der Universität, sind aber recht bald in die Industrie gewechselt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Hillebrand: Ursprünglich wollte ich an der Hochschule forschen und lehren. Mitte der neunziger Jahre jedoch war die Welle der groß angelegten Genomanalyse und Biotechnologie auch in den Pflanzenwissenschaften angekommen. Da wollte ich dabei sein, weil Aufbruchstimmung herrschte und dort das Geld und die Ressourcen waren. Technologische Projekte in solchen Größenordnungen hielt ich an der Universität für nur schwer realisierbar. Ich habe in der ZEIT über die Neugründung eines Joint Venture in der Pflanzenbiotechnologie bei BASF gelesen und mich dort beworben.
academics: War das für Sie eine große Umstellung?
Hillebrand: Ja und nein. Da ich bei der BASF Plant Science zu einem Zeitpunkt gestartet bin, als die Firma noch ganz frisch in die Biotechnologie investiert hat, gab es viel Aufbauarbeit zu leisten. Auf dem Weg, eine neue Initiative mitgestalten zu dürfen, war diese Umstellung vor allem ein großartiges Teamerlebnis. Für mich war es damit sicherlich einfacher, als wenn ich in ein fertiges Gefüge, heißt in ein bereits voll funktionales Unternehmen eingestiegen wäre.
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