Falscher Sieg Von Jan-Martin Wiarda
Die Abschaffung der Gebühren schadet den Studierenden.
© Maridav - iStockphoto.comSieg oder Niederlage?Konsequent ist sie, weil die Gebührenstifter aus CDU und FDP - vor allem sie trieben in den Ländern die Einführung voran - es trotz großer Versprechungen in keinem der zwischenzeitlich sieben gebührenpflichtigen Bundesländer geschafft haben, die soziale Verträglichkeit mit einem fairen Kreditsystem sicherzustellen (ironische Fußnote: Ausgerechnet das Saarland war kürzlich dem Ziel, wenn auch zu spät, ziemlich nahegekommen). Angesichts der hohen Darlehenszinsen musste so fast zwangsläufig der Eindruck entstehen, die Gebühren dienten allein der Sanierung der Staatsfinanzen. Dies galt umso mehr, je weniger Christdemokraten den Mut fanden, die unpopuläre »Campus-Maut« öffentlich als sinnvoll zu verteidigen. Im Gegenteil: Fast erleichtert haben sie die Gebühren in Koalitionsgesprächen zur Verhandlungsmasse erklärt.
Dennoch ist ihre Abschaffung ein Fehler, und ausgerechnet die feiernden Studenten werden ihn am deutlichsten zu spüren bekommen. Denn was angesichts des Darlehensfiaskos aus dem Blick geraten ist: Die Studentenmillionen haben die Studienbedingungen vielerorts spürbar verbessert.
Artikel zum Thema
So geht der Blick der saarländischen Rektoren sorgenvoll in jene Bundesländer, die eine Beitragspflicht für Studenten nie eingeführt und ihre Hochschulen somit in dem bekannten Mangelzustand belassen haben. Auch die Rektoren in den verbliebenen Gebührenländern machen sich ihre Gedanken: Sind Hessen und das Saarland die Vorboten für das Ende des kostenpflichtigen Studiums in ganz Deutschland? Je länger die glühenden Gebührenfans von einst nun schweigen und untätig bleiben, um so sicherer lautet die Antwort: Ja.
Aus DIE ZEIT :: 18.02.2010
Diese Artikel könnten Sie interessieren
Karriere
Arbeitgeber im Blick
Diese Stellen könnten zu Ihnen passen
1. September 2010
Universität Zürich
1. September 2010
Universität Bayreuth









