Studenten als Preisrichter Von Martin Spiewak
Warum die ZEIT ein Hochschulranking veröffentlicht - und wie Studienanfänger von den Ergebnissen profitieren können.
© M Rosley - Fotolia.comAuf diesen Seiten stellen wir die Ergebnisse jener Disziplinen vor, die das CHE in diesem Jahr neu untersucht hat, unter anderem Jura, Politik, Soziologie, Volkswirtschaft und Medien. Im Fach Betriebswirtschaft hat das CHE erstmals die sogenannten dualen Studiengänge sowie die Berufsakademien untersucht, die Studium und Lehre in einer Ausbildung verbinden.
Die ZEIT hat sich für das CHE-Ranking entschieden, weil es nicht nur der größte, sondern auch der seriöseste Hochschulvergleich ist. Rund 200 000 Studenten und 15 000 Professoren haben an der aktuellen Erhebung mitgewirkt. Bis zu 34 Kriterien pro Disziplin fließen in die Bewertung ein. In enger Zusammenarbeit mit Professoren aus den Fachdisziplinen wird der Leistungsvergleich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Zudem bürgen die Träger des CHE, die Hochschulrektorenkonferenz und die Bertelsmann Stiftung, für die Qualität des Rankings. Auch ausländische Fachleute stellen der Untersuchung gute Noten aus. "Das vom CHE benutzte System zur Bewertung der Hochschulen ist vermutlich das beste verfügbare Modell in der Welt der Hochschulbildung", attestiert eine Studie der Vereinigung Europäischer Hochschulen. "Die wichtigste Tugend des CHE-Rankings ist, dass es von einem zweifelhaften Gesamtranking absieht und stattdessen eine Vielzahl von Vergleichsdaten anbietet, insbesondere zwischen Fächern«, lobte kürzlich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Durch seine Ausweitung auf andere Länder ist es "gut positioniert, sich zu einem europaweiten System zu entwickeln".
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Bewusst verzichtet das Hochschulranking auf Simplifizierungen. Es kürt keine Spitzenuniversität, sondern vergleicht die Fächer der verschiedenen Hochschulen miteinander. Das ist gerade für künftige Studenten aussagekräftiger, denn selbst gut beleumundete Universitäten können in einigen Fächern schlecht abschneiden. Ebenso wenig verrührt das CHE die einzelnen Kriterien, etwa die Qualität der Lehre und das Niveau der Forschung, zu einem nichts sagenen Gesamtwert, wie es einige andere Rankings tun.
Das Lesen eines solch differenzierten Rankings erfordert etwas mehr Mühe als das Erfassen einer Bundesligatabelle. Wer sich als Studieninteressent diese Zeit nimmt, findet nicht die beste Uni, sondern diejenige, die zu ihm am besten passt. Der Wissenschaftsbegeisterte mag sich für eine Hochschule mit guten Werten in der Forschung entscheiden. Wer einen schnellen Abschluss anstrebt, der wird sich von guten Werten in der Lehre beeindrucken lassen.

Mit Gerechtigkeit haben sie nichts zu tun. Aber sie schaffen Transparenz und zerstören manches Vorurteil. So sind es keineswegs die großen Universitäten mit den klingenden Namen, die stets die besten Studienbedingungen bieten. Ebenso ist manch guter Ruf einer Universität in der Forschung ein Gruß aus der Vergangenheit, während die aktuelle Forschungsleistung nur mittelmäßig ist.
Zudem verhelfen Hochschulrankings den Studenten zu Einfluss: Als Preisrichter verteilen sie Noten zur Lehrsituation an ihrem Fachbereich und helfen damit ihren Nachfolgern bei der Studienplatzwahl.
Zu den Ergebnissen des CHE-Hochschulrankings».
Aus DIE ZEIT :: 08.05.2008
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