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Zur Kooperation verpflichtet - Daten und Fakten zur universitären und außeruniversitären Forschung Von Reinhard Kreckel


Legt man hingegen das FuL-Paradigma zugrunde, das Forschung und Lehre als zusammengehörig betrachtet, und vergleicht die laufenden Mittel, die den Hochschulen für Forschung und Lehre (also: ohne Krankenversorgung) zur Verfügung stehen, mit den Forschungsmitteln der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, so verschieben sich die Größenordnungen (Abb.1, jeweils rechte Säule):

Während bei Anwendung des FuE-Maßstabes die Mittel der Außeruniversitären bei rund 60 Prozent der Mittel für Forschung und Lehre der Hochschulen liegen, so erreichen sie aus der FuL-Perspektive nur noch rund 25 Prozent. Rechnet man genauer nach, dann zeigt sich, dass das Ausgabenverhältnis zwischen den Hochschulen und den außeruniversitären Einrichtungen sich in den hier erfassten zwölf Jahren ganz leicht zugunsten der Außeruniversitären verschoben hat, von 25,6 Prozent im Jahr 1993 auf 27,6 Prozent im Jahr 2005. In diese Angaben sind freilich neben den laufenden Grundmitteln für Lehre und Forschung bzw. für Forschung auch die Drittmittel einbezogen.
Zur Kooperation verpflichtet - Daten und Fakten zur universitären und außeruniversitären Forschung


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Von der Grundfinanzierung zur leistungsbezogenen Projektförderung

Die gesonderte Betrachtung der Drittmitteleinnahmen ist deshalb so wichtig, weil die gezielte Umsteuerung der Forschungsförderung von der Grundfinanzierung hin zur Projektförderung zu den Hauptkennzeichen der internationalen Hochschul- und Wissenschaftspolitik der letzten Jahre gehört. Dieser Trend spiegelt sich auch in Abb. 2 wider. Wie man dort sieht, hat sich der von den Hochschulen eingeworbene Drittmittelbetrag zwischen 1995 und 2006 nahezu verdoppelt. Die laufenden Grundmittel sind dagegen in diesem Zeitraum nominal nur um knapp 15 Prozent gestiegen, real aber gefallen. So blieben sie z.B. hinter den bei ca. 17 Prozent liegenden Tariferhöhungen des öffentlichen Dienstes zurück.

Die neue Forschungsförderpolitik hat in Deutschland in den letzten Jahren zu einer kontinuierlichen Erhöhung der DFG-Mittel und zu deutlichen Aufstockungen der Projektfördermittel des BMBF, aber auch der EU geführt. Bei dem in Abb. 2 wiedergegebenen Trend ist zu berücksichtigen, dass die Zusatzmittel aus dem Pakt für Forschung von 2005 und aus der Exzellenzinitiative von 2006 erst allmählich zu fließen beginnen, so dass ihre Auswirkungen in der Hochschulfinanzstatistik noch nicht zu erfassen sind. Besonders im Gefolge der Exzellenzinitiative wird sich die Drittmittelquote der Hochschulen - oder genauer: bestimmter Hochschulen - zweifellos weiter erhöhen.

Bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen liefert die amtliche Statistik leider keine systematischen Informationen über die Entwicklung der Drittmittelanteile im Zeitverlauf. Immerhin bieten die Daten über die DFG-Mittel eine gewisse Vergleichsmöglichkeit: Nach Angaben der DFG ist der relative Anteil der außeruniversitären Einrichtungen an den DFG-Fördermitteln zwischen 1996 und 2004 kontinuierlich gestiegen, von 6,7 auf 8,3 Prozent (also: um rund 24 Prozent), während der Anteil der Hochschulen mit ca. 88,5 Prozent konstant geblieben ist. Der außeruniversitäre DFG-Anteil bewegt sich allerdings insgesamt auf einem so niedrigen Niveau, dass ein starker Konkurrenzeffekt für die Hochschulen daraus nicht abzulesen ist. Die Verstärkung des Konkurrenzdruckes um Forschungsdrittmittel betrifft vielmehr die Hochschulen und die außeruniversitären Einrichtungen gemeinsam, da die tendenzielle Umsteuerung von der Grundmittel- zur leistungsbezogenen und befristeten Drittmittelfinanzierung sich auf beide auswirkt. Deshalb nimmt auch der Anteil des befristet in Drittmittelprojekten beschäftigten wissenschaftlichen Personals hier wie dort zu.