Studienstiftung des deutschen Volkes
Preisverleihung: 12 Auszeichnungen für besonderes ehrenamtliches Engagement und wissenschaftliche Spitzenleistungen
Zum dreizehnten Mal fanden am 1. Juni 2026 unter dem Motto „Besonderes leisten“ die Preisverleihungen der Studienstiftung des deutschen Volkes in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Insgesamt wurden zwölf Auszeichnungen für besonderes ehrenamtliches Engagement und wissenschaftliche Spitzenleistungen an Geförderte der Studien- und Promotionsförderung vergeben.
Aktualisiert: 08.06.2026
Vier Hauptpreise, drei Finalist:innen, fünf Starterpreisträger:innen
© academics Grafik
Mit ihren Preisen würdigt die Studienstiftung die wissenschaftlichen und gemeinwohlorientierten Leistungen, den Gestaltungswillen, den Mut und die Innovationskraft ihrer Geförderten. Die Promotionspreise der Studienstiftung gingen in diesem Jahr an
- die Biologin Dr. Margareta J. Hellmann (Universität Münster),
- die Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Julia Lemp (Universität Heidelberg) und
- die Kunsthistorikerin Dr. des. Freya Schwachenwald (TU Berlin).
Die Stipendiatin der Studienförderung Emma Stremplat (LMU München) erhielt für ihr Engagement bei Roots – Die Umweltrechtsklinik gUG den Engagementpreis. Weitere acht Geförderte wurden als Finalist:innen bzw. Starterpreisträger:innen der Engagementpreise 2026 ausgezeichnet.
Die Preisgelder der mit jeweils 5.000 Euro dotierten drei Promotionspreise trägt der Verein der Freunde und Förderer der Studienstiftung des deutschen Volkes e. V. Der Verein Alumni der Studienstiftung e. V. stiftet 5.000 Euro für den Engagementpreis sowie weitere jeweils 1.000 Euro für alle Finalist:innen und alle Starterpreisträger:innen.
Die Vergabe der vier Hauptpreise sowie die Auszeichnung der drei Finalist:innen und fünf Starterpreisträger:innen fand im Rahmen eines Festakts im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt. In seiner Begrüßung verdeutlichte Professor Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Präsident der Studienstiftung, wie wichtig es gerade angesichts aktueller Krisen und Herausforderungen sei, positive Geschichten und Beispiele in den Mittelpunkt zu stellen: „Wir müssen in diesem Land viel öfter auch davon erzählen, wo Menschen konstruktiv gestalten, Verantwortung übernehmen und mit Talent, Kreativität und Tatkraft etwas bewegen, wo junge Menschen ihre Fähigkeiten nutzen und herausragende Leistungen zeigen in Wissenschaft und Gesellschaft. Deshalb wünsche ich Ihnen, dass Sie aus diesem Abend nicht nur mit Anerkennung für außergewöhnliche Leistungen gehen, sondern auch mit Zuversicht.“
Promotionspreise 2026
Den Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis der Studienstiftung 2026 erhält Dr. Margareta J. Hellmann für ihre Dissertation in Biologie an der Universität Münster. Mithilfe neuester Analysemethoden widmet sie sich in ihrer Arbeit der Rolle von Chitosanen in der Infektionsstrategie des weltweit verbreiteten Pilzes Cryptococcus neoformans und eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen.C
Der Lieselotte Pongratz-Promotionspreis der Studienstiftung 2026 geht an Dr. Julia Lemp für ihre Dissertation in Öffentlichem Gesundheitswesen am Heidelberg Institute of Global Health der Universität Heidelberg. Ihre Arbeit untersucht die Umsetzung von Lebensstilprogrammen, ihre organisatorischen, sozialen sowie strukturellen Hürden und ihren Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit.
Mit dem Johannes Zilkens-Promotionspreis der Studienstiftung 2026 wird die Kunsthistorikerin Dr. des. Freya Schwachenwald für ihre Dissertation an der TU Berlin ausgezeichnet. In ihrer Studie untersucht sie die Werke deutschsprachiger Künstler und Fotografen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Ostasien reisten, wie sie den Blick auf Asien prägten, und beleuchtet Reisebilder als Knotenpunkte imperialer Macht- und Wissensordnungen.
Videos der Promotionspreisträger:innen finden Sie auf dem Youtube-Kanal der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Engagementpreis 2026
Mit dem Engagementpreis, den Würdigungen als Finalist:innen sowie Starterpreisträger:innen zeichnet die Studienstiftung seit 2014 Geförderte aus, die in ihren Projekten und Initiativen mit großem ehrenamtlichem Einsatz, mit Mut, Tatkraft und Leidenschaft aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen adressieren und kreative Lösungen erproben.l
Den Engagementpreis der Studienstiftung 2026 erhält Emma Stremplat (LMU München) für ihr Engagement als Initiatorin, Geschäftsführerin und Gesellschafterin von Roots – Die Umweltrechtsklinik gUG (haftungsbeschränkt), der ersten und bislang einzigen Umweltrechtsklinik in Deutschland, die konkrete Fallberatung durch Studierende im Bereich Umwelt- und Klimaschutz anbietet.
Engagementpreisträgerin Emma Stremplat im Video
Finalist:innen der Engagementpreise 2026
Im Hinblick auf das gesellschaftliche Engagement würdigt die Studienstiftung neben der Hauptpreisträgerin in diesem Jahr drei Finalist:innen, die gemeinnützige Projekte selbst initiiert haben oder für diese in verantwortungsvoller Position tätig sind
- Bela Brandwein (Universität Mannheim) unterstützt mit dem Verein Leselernhelfer Mannheim e. V. Grundschulkinder mit Förderbedarf durch wöchentliche 1:1-Lesepatenschaften, bei denen Studierende die Kinder individuell beim Lesenlernen begleiten.
- Mit dem Copenhagen Electronics Repair Project setzt sich Sebastian Christaller (Technical University of Denmark / Lyngby) für die Verlängerung der Lebensdauer von Elektrogeräten und die Förderung einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ein. Das Projekt bewahrt defekte Geräte vor der Verschrottung, repariert sie und stellt sie anschließend kostenlos zur weiteren Nutzung bereit.
- Orkide Taghawi (Medizinische Hochschule Hannover) engagiert sich beim Verein MediNetz Hannover e. V., der Menschen ohne ausreichenden Zugang zum Gesundheitssystem eine medizinische Versorgung durch ein ehrenamtliches Netzwerk aus Ärzt:innen vermittelt und sich zugleich für bessere politische Rahmenbedingungen sowie Aufklärungs- und Bildungsarbeit einsetzt.
Die Finalist:innen der Engagementpreise im Video
Starterpreisträger:innen der Engagementpreise 2026
Mit den Starterpreisen 2025 unterstützt die Studienstiftung fünf ehrenamtliche, innovative Initiativen in der Aufbauphase.
- Mit dem Projekt MafiaMetamorphosis: Autobiographies of Redemption stößt Angelica Adriana Di Giustili (Universität Bonn) Reflexionsprozesse durch autobiografische Schreibwerkstätten mit wegen Mafia- und organisierter Kriminalität verurteilten Inhaftierten an, fördert persönliche Entwicklung und eröffnet neue Perspektiven für gesellschaftliche Teilhabe.
- Sonja Marschall (Universität Leipzig) setzt sich mit der Initiative zur Gründung eines stationären Kinderhospizes in Österreich dafür ein, die Versorgung unheilbar erkrankter Kinder und ihrer Familien durch ein multiprofessionelles Angebot aus medizinischer, psychosozialer und emotionaler Begleitung zu stärken.
- Lea Maschotta (Universität Mannheim) engagiert sich im PMDS Hilfe e. V. dafür, die Versorgung und gesellschaftliche Sichtbarkeit von Menschen mit prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS) durch Informationsangebote, Selbsthilfe, Forschungsförderung und gesundheitspolitische Aufklärung zu verbessern.
- Mit dem Verein Therapieplatzhilfe e. V. verfolgt Marvin Petersen (Institut für Psychotherapie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) das Ziel, den Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung zu erleichtern, indem Betroffene nach einer Krankenhausbehandlung durch ehrenamtliche Begleitung bei der Suche, Beantragung und Inanspruchnahme von Therapieangeboten unterstützt werden.
- Matteo Ramin (Wirtschaftsuniversität Wien) setzt sich mit AllerLeih dafür ein, die Sharing Economy in Deutschland und Österreich zu stärken, indem er Leihläden über eine gemeinsame digitale Plattform vernetzt, ihre Sichtbarkeit erhöht und den Zugang zu Leihangeboten für Nutzer:innen erleichtert.
(mas)
Die Studienstiftung des deutschen Volkes
Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste und größte Begabtenförderungswerk in der Bundesrepublik Deutschland. Gegründet wurde die Studienstiftung 1925 in Dresden, im Jahr 1934 aufgelöst und 1948 in Köln als eingetragener Verein neu gegründet.
Unterstützt mit Mitteln des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie weiterer staatlicher und nicht-staatlicher Träger fördern in Deutschland 13 Begabtenförderungswerke besonders talentierte und engagierte Studierende und Promovierende finanziell und ideell. Gemeinsam erreichen sie mit ihren Stipendien 1 Prozent aller Studierenden in Deutschland.Die Werke spiegeln dabei den Pluralismus und die gesellschaftliche Diversität der Bundesrepublik Deutschland wider. Die Studienstiftung ist dabei das einzige Werk, bei der Auswahl und Förderung der Stipendiat:innen unabhängig von politischen, weltanschaulichen und religiösen Vorgaben erfolgen. Satzungsauftrag der Studienstiftung ist es, „die Hochschulbildung junger Menschen“ zu fördern, „deren hohe wissenschaftliche oder künstlerische Begabung und deren Persönlichkeit besondere Leistungen im Dienste der Allgemeinheit erwarten lassen.“
Aktuell fördert die Studienstiftung etwa 13.300 Studierende und 1.200 Promovierende. Die Zahl der Neuaufnahmen lag 2024 bei rund 2.400 Studierenden und knapp 340 Promovierenden. Die Förderung ist offen für alle Studiengänge und Hochschularten.
Die Arbeit der Studienstiftung wird getragen von einem ehrenamtlichen Vorstand, einem Kuratorium, rund 200 hauptberuflichen Mitarbeiter:innen der Geschäftsstelle in Bonn und des Berliner Büros sowie einer hohen Zahl von Personen aus den Hochschulen, aber auch den verschiedensten anderen beruflichen Kontexten, die ehrenamtlich für die Studienstiftung tätig sind – als Vertrauensdozent:innen, im Rahmen von Akademien und Tagungen sowie unserer Auswahlwahlarbeit.