Forschungsförderung HAWs
Hightech Forschungsinfrastruktur und Forschungsbooster für HAW: Förderrichtlinien HAW-OpenSpace und HAW-ForschungsSchub veröffentlicht
Im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung „Forschung an HAW“ sind zwei neue Förderrichtlinien veröffentlicht worden, die das Spektrum der Fördermöglichkeiten für Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) erweitern.
Aktualisiert: 29.05.2026
HAW-OpenSpace: 61 Millionen Förderung
© academics Grafik
Mit der Förderrichtlinie HAW-OpenSpace können sich HAW, laut einer Pressemitteilung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) um Mittel für exzellente Forschungsinfrastruktur bewerben. Hierfür hat der Bund zusätzliche Mittel in Höhe von 61 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) für Forschungsvorhaben aus dem Bereich der in der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) identifizierten prioritären Schlüsseltechnologien und damit verbundenen technologischen Innovationen in strategischen Forschungsfeldern zur Verfügung gestellt. HAW-OpenSpace würde hervorragende Voraussetzungen dafür schaffen, dass Forschende an HAW in Forschungskooperationen mit außerhochschulischen Anwendungspartnern zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologischen Souveränität in Deutschland beitragen können.
HAW-ForschungsSchub
Die am 26.05.2026 veröffentlichte Förderrichtlinie HAW-ForschungsSchub unterstütze HAW dabei, vielversprechende eigene Forschungsergebnisse weiterzuentwickeln und in die nächste innovatorische Phase zu überführen. Durch anknüpfende Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowie den Aufbau tragfähiger Netzwerkstrukturen werde das Innovationspotenzial der HAW-Forschung gezielt gehoben. Laut der GWK etablieren die HAW sich so als verlässliche Forschungspartner regionaler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie weiterer regionaler Akteure.
Einschätzungen der GWK
„Es ist wichtig, dass wir das große Potenzial der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland für Transfer und die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland ausschöpfen. Mit den beiden neuen Förderrichtlinien unterstützen wir die HAW daher gezielt dabei, durch ihre exzellente anwendungsorientierte Forschung gemeinsam mit Partnern – oft aus dem regionalen Mittelstand – zu Innovation und Wertschöpfung in Deutschland beizutragen. Die HAW leisten in ihren regionalen Innovationsökosystemen mit Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland“, so die GWK-Vorsitzende und Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär.
Der stellvertretende GWK-Vorsitzende und niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, ergänzt: „Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind unverzichtbare Innovationspartnerinnen – insbesondere für den Mittelstand, für regionale Wertschöpfung und für die zügige Umsetzung neuer Technologien. Mit den Förderlinien HAW-OpenSpace und HAW-ForschungsSchub stärken Bund und Länder gezielt diese besondere Rolle. Wir investieren in moderne Forschungsinfrastrukturen, fördern anwendungsnahe Entwicklung und bauen tragfähige Netzwerke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aus. Das ist für alle Länder von großer Bedeutung, denn Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind in vielen Regionen zentrale Motoren für Wissens- und Technologietransfer, Fachkräftesicherung und Innovation.”
Hintergrund
Beide Förderrichtlinien sind Teil des von Bund und Ländern geförderten Programms „Förderung der anwendungsorientierten Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften", das der Stärkung der Forschungsfähigkeit und der Forschungsleistungen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) dient. Im Rahmen von HAW-OpenSpace werden Vorhaben bis zu 36 Monaten Gesamtlaufzeit gefördert, beginnend mit einer maximal 12-monatigen Aufbauphase, in der in die Ausstattung des Innovationsraums investiert und das Community Building forciert wird, einer anschließenden ca. 18-monatigen FuE-Phase sowie einer abschließenden 6-monatigen Skalierungsphase. Ziel der Programmlinie ist es, eine nachhaltige Innovationsplattform zu schaffen, die Anlaufstelle für regionale Unternehmen, Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure ist und einen niederschwelligen Zugang zu Forschungsexpertise der HAW bietet. Eine Antragsstellung seitens der HAW erfolgt im Sommer 2026, die prognostizierten Starttermine der Projekte sind ab dem 1. Januar 2027 realisierbar.
Im Fokus der neuen Förderrichtlinie HAW-ForschungsSchub steht die Weiterentwicklung von Methoden, Techniken und Verfahren, um Forschungsergebnisse in die nächste innovatorische Phase zu überführen. Die Maßnahme ist offen für alle Disziplinen und Fächer. Vorrangig adressiert werden Projekte mit Bezug zu den Schlüsseltechnologien und strategischen Forschungsfeldern der HTAD. Die maximale Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre; pro ausgewähltem Vorhaben stehen den Hochschulen bis zu 200.000 Euro zur Verfügung. Der erste Einreichungstermin für Interessensbekundungen ist zum 15. September 2026 vorgesehen, die Projektstartzeit ist für Frühling 2027 avisiert. Weitere Einreichungstermine für Interessenbekundungen wurden festgelegt.
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HAW – Zahlen und Fakten
Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sind seit Ende der 1960er Jahre ein fester Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft. Sie stehen für praxisorientierte Lehre, anwendungsbezogene Forschung und Kooperationen mit Unternehmen, Kommunen und weiteren gesellschaftlichen Akteuren. In Deutschland gibt es rund 240 HAW; im Wintersemester 2022/2023 seien mehr als ein Drittel aller Studierenden an einer allgemeinen HAW eingeschrieben.
(che)