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Rückblick - 2013 startete für die Chemiewirtschaft gut

VON MAREN BULMAHN

Ein Überblick über die Chemieindustrie des Jahres 2013 zeigt einen positiven Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzte. Bisher liefen die Geschäfte außerhalb Europas besser als innerhalb. Die meisten Unternehmen wollen ihre Spezialchemie stärken.

Rückblick - 2013 startete für die Chemiewirtschaft gut© WavebreakmediaMicro - Fotolia.comDie chemische Industrie blieb auch 2013 ein starker Wirtschaftszweig
Die deutsche Chemieindustrie (inklusive Pharma) setzte im Jahr 2013 mit 436.500 Beschäftigten 188 Mrd. Euro um, 75 Mrd. davon im Inland; das sind 0,5% bzw. 1,0% mehr als im Jahr zuvor. Dabei waren die Forschungsausgaben nach Angaben des Verbands der chemischen Industrie um 8% auf 10,5 Mrd. Euro und die Investitionen um 2% auf 6,4 Mrd. Euro gestiegen. Kennzahlen und weitere Details einzelner Unternehmen liefern die Tabelle und die Ausgaben des letzten Quartals der Nachrichten aus der Chemie.

20% des deutschen Chemiemarkts bestreiten BASF, Bayer, Evonik, Lanxess, Wacker und K+S. Deren Umsätze werden im laufenden Jahr sinken, während die mittelständischer Chemieunternehmen steigen werden. Die Gewinnmargen nehmen aber bei beiden zu - um 14% bei den großen, um 12% bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Dies erwartet zumindest der Kreditversicherer Euler Hermes.

International

Beim Marktwert der Chemiekonzerne führt nach Angaben des Medienkonzerns Thomson Reuters weltweit Bayer mit 85,4 Mrd. US-Dollar. Es folgen BASF (81,2 Mrd. US-Dollar) und Sabic (77,6 Mrd. US-Dollar) vor Du Pont, Syngenta und Dow Chemical mit je etwa 40 Mrd. US-Dollar.

Chemische Erzeugnisse der gesamten Branche gelangten mit 10% des Wertes deutscher Exportgüter nach Autos (17%) und Maschinen (14%) auf Platz drei der Exportliste des Statistischen Bundesamts. Mit insgesamt 1.094 Mrd. Euro exportierte Deutschland 0,2% weniger als im Jahr zuvor und blieb auf dem dritten Platz hinter China und den USA. Der Wert der eingeführten Waren betrug 896 Mrd. Euro (-1%). So ergab sich für das Jahr 2013 ein Außenhandelssaldo von 198 Mrd. Euro und damit erstmals wieder mehr als im Jahr 2007. Chemische Erzeugnisse waren im Jahr 2013 zu 9% am Saldo beteiligt.

Der europäische Verband der chemischen Industrie, Cefic, sieht einen stagnierenden Chemiemarkt innerhalb Europas. Der Exportsaldo stieg aber um knapp 2% auf 45,8 Mrd. Euro. Dabei fielen die Chemikalienpreise um etwa 3%. Die europäische Chemieindustrie verzeichnete im Jahr 2013 ein Umsatzminus von knapp einem Prozent, die globale stieg um 2,5%. Im laufenden Jahr sind nach Euler Hermes hier 4% Plus möglich.

Wacker schätzte auf seiner Bilanzpressekonferenz im März, dass sich das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr weltweit um 3,7% erhöhen wird. Für Deutschland rechnet der Konzern mit 1,6% und für Europa mit 1,0%. Das größte Wachstum sei in China zu erwarten (7%).

Sparten

Der Anteil der Spezialchemie am Weltmarkt soll von 54% im Jahr 2011 auf 58% im Jahr 2020 wachsen. In Deutschland ergab sich bei Fein- und Spezialchemikalien im Jahr 2013 ein Produktionsplus von 1,5%.

Die Produktion der deutschen Kunststofferzeuger stieg im Jahr 2013 um 1,7% auf 19,8 Mio. Tonnen, die Umsätze um 5,8% auf 26,7 Mrd. Euro. Im Inland erhöhten sich die Umsätze um 3,7%, im Ausland um 7,5%.

12,2 Mio. Tonnen Kunststoff und damit 1,9% mehr als im Vorjahr exportierten die Unternehmen, 8,5 Mio. Tonnen importierten sie (+1,8%). Der Außenhandelsüberschuss lag bei 3,7 Mio. Tonnen (8,2 Mrd. Euro).

7,5% mehr Pflanzenschutzmittel als im Jahr 2012 - für insgesamt 1,5 Mrd. Euro - lieferte im Jahr 2013 das Direktgeschäft zwischen Industrie und Großhandel. Der Umsatz mit Herbiziden stieg dabei um 2,7% auf 673 Mio. Euro, der mit Fungiziden auf 611 Mio. Euro (+18%), und der mit Insektiziden ging um 7,1% auf 144 Mio. Euro zurück. Der Gesamtumsatz der deutschen Düngemittelindustrie fiel preisbedingt um 13% auf 3 Mrd. Euro.

Der Weltpflanzenschutzmarkt erreichte im Jahr 2013 mit 52,7 Mrd. US-Dollar 11,4% mehr als im Vorjahr; dies entspricht umgerechnet einem Zuwachs von 6,1% auf 38,5 Mrd. Euro. Den größten Anteil am Weltpflanzenschutzmarkt hält Lateinamerika mit 28%; es folgen Europa (EU 28) mit 26% und Asien mit 24%.

Unternehmen, sortiert nach Umsatz 2013

Unternehmen Umsatz [Mio. Euro] Ebit [Mio. Euro] Ebitda-Marge [%] Mitarbeiterzahl Umsatz pro Mitarbeiter [Mio. Euro] F+E [Mio. Euro] F+E-Quote [%]
BASF
73.973 (+3%)
7.273 (+8%)
14,1
112.206 (+1%)
0,7
1.835 (+6%)
2,5
Novartis*
57.920 (+2%)
10.910 (-3%)
14,3
135.696 (+3%)
0,3
9.642 (-1%)
16,6
Dow Chemical*
57.080 (+1%)
7.864 (+172%)
14,6
53.000 (-3%)
0,8
1.747 (+2%)
3,1
Bayer
40.157 (+1%)
5.773 (+2%)
20,9
113.200 (-1 %)
0,4
3.190 (+6%)
7,9
Roche**
46.780 (+3%)
16.376 (+16%))
-
85.080 (+4%)
0,4
8.700 (+3%)
18,6
Sabic***
189.031 (0%)
42.584 (+2%)
-
40.000 (0%)
1,0
1.649(+3%)
0,9
Sanofi
32.951 (-1%)
5.140 (-24%)
32,5
112.128 (0%)
0,3
4.788 (-3%)
14,5
Henkel
16.355 (-1%)
2.285 (+4%)
14,0
46.850 (+1%)
0,3
415(+2%)
2,5
Akzo Nobel
14.590 (-5%)
897 (-8%)
10,4
49.560 (-2%)
0,3
373 (-4%)
2,6
Boehringer Ingelheim
14.065 (-4%)
2.114 (+14%)
-
47.492 (+3%)
0,3
2.743(-2%)
19,5
Evonik
12.874 (-4%)
1.424 (-25%)
15,6
33.650 (+1%)
0,4
394 (0%)
3,1
Syngenta*
14.688 (+7%)
1.934 (-9%)
19,0
28.150
0,4
1.376 (+10%)
8,8
Merck
10.700 (0%)
1.610 (+67%)
28,7
38.154 (-2%)
0,3
1.504 (0%)
14,1
DSM
9.051 (+5%)
749 (+15%)
14,0
24.349 (+4%)
0,4
470 (+7%)
5,2
Lanxess
8.300 (-9%)
288 (-66%)
8,9
17.343 (+1%)
0,5
186 (-3%)
2,2
Borealis
8.144 (+8%)
195 (+23%)
-
6.227 (+17%)
1,3
109 (+15%)
1,3
Freudenberg
5.646 (-1%)
457 (-1 %)
-
33.293 (+2%)
0,2
192 (+2%)
3,4
Clariant**
6.076 (+1%)
470 (+14%)
14,1
18.099 (-15%)
0,3
199 (+3%)
3,2
Wacker
4.479 (-3%)
114 (-57%)
15,2
16.009 (-2%)
0,3
174 (0%)
3,9
Altana
1.765 (+4%)
229 (+1%)
19,0
5.741 (+7%)
0,3
109 (+7%)
6,2

* Werte in Mio. US-Dollar, 1 USD = 0,7 Euro;

* * Werte in Mio. Schweizer Franken, 1 CHF = 0,8 Euro;

* * * Werte in Mio. Saudi Rial, 1 SR = 0,2 Euro; # umgerechnet in Mio. Euro; -: nicht ausgewiesen; Ebit: Gewinn vor Zinsen und Steuern; Ebitda: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; Ebitda-Marge: Ebitda/Umsatz; F+E: Aufwand für Forschung und Entwicklung; F+E-Quote: F+E/Umsatz; Zahlen in Klammern: Veränderung zum Vorjahr.


Über die Autorin
Maren Bulmahn ist Redakteurin der Nachrichten aus der Chemie.

Aus Nachrichten aus der Chemie» :: August 2014

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