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"W" im Vergleich zu "A" - Besoldungsübersicht der Länder

Recherche: Katharina Picker, Christoph Pinsdorf, Nico Rodenberg RA

Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, waren Bund und Länder zu einer amtsangemesseneren Ausgestaltung der W 2 Grundgehälter gezwungen. Wie diese aussehen sollte, blieb ihnen überlassen. Eine Übersicht zur W-Besoldung im Ländervergleich.

"W" im Vergleich zu "A" - Besoldungsübersicht der Länder© K.-U. Häßler - Fotolia.comMit Anpassung der W-Besoldung haben Bund und Länder den Besoldungsföderalismus vorangetrieben
Sind die Länder und der Bund in Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Februar 2012 (2- BvL 4/10) ihrem Auftrag nach amtsangemessener Ausgestaltung der W 2 Grundgehälter nachgekommen? (Zum detaillierten Vergleich der Länder Bayern und Hessen siehe bereits Preißler.) Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung keine absoluten Vorgaben zur Höhe eines verfassungsgemäßen Grundgehalts der Besoldungsgruppe W 2 gemacht. Vielmehr überlässt es die verfassungskonforme Ausgestaltung der W-Besoldung dem Gesetzgeber.

Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung klargestellt, dass durch die Höhe des Grundgehalts die Gewährleistung der Attraktivität des Professorenamtes für entsprechend qualifizierte Kräfte erbracht werden und dem Ansehen des Amtes in der Öffentlichkeit sowie der von den Bewerberinnen und Bewerbern geforderten Ausbildung und der ihnen obliegenden Verantwortung Rechnung getragen werden muss. Dies geschieht, indem der Gesetzgeber eine Gegenüberstellung mit Vergleichsgruppen vornimmt und die Bezüge entsprechend der Wertigkeit der Ämter ausgestaltet, wobei als Maßstab primär die Besoldungsordnung A für den höheren Dienst in Betracht zu ziehen ist.

Orientiert man die Ausgestaltung des W 2 Grundgehalts aufgrund der Qualifikation, der Verantwortung und des typischen Karriereverlaufs eines Universitätsprofessors, gekennzeichnet durch ein Erstberufungsalter von 41,8 Jahren, an A 15 Stufe 9 (41 Jahre) und das W 3 Grundgehalt an A 16 Stufe 9 (41 Jahre) so ergibt sich folgendes Bild der Novellierung (s. Tabelle):

Die Reformen verdeutlichen neben dem zunehmenden Besoldungsföderalismus auch die Variationen innerhalb der Besoldungssysteme bei der Ausgestaltung der W Grundgehälter gegenüber "A". Der Vergleich fällt insbesondere in Hessen und Sachsen, die freilich beide mit einem Erfahrungsstufenaufstieg im W-Grundgehaltssystem operieren, "bescheiden" aus.

Schließlich werden sich auch die längst überfälligen Reformen in den Länder Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland an den genannten A-Größen messen lassen müssen.

Bund*
A 15 Stufe 4: 5.305 Euro W 2 Einstiegsgrundgehalt (EG): 5.161 Euro Differenz: -144 Euro
A 16 Stufe 4: 5.881 Euro W 3 EG: 5.768 Euro Differenz: -113 Euro
Bayern*
A 15 Stufe 8: 5.110 Euro W 2 EG: 5.029 Euro Differenz: -81 Euro
A 16 Stufe 8: 5.669 Euro W 3 EG: 5.953 Euro Differenz: +284 Euro
Brandenburg
A 15 Stufe 9: 5.026 Euro Gesetzentwurf:
W 2 Grundgehalt (GG): 4.421 Euro
zzgl. Leistungsbezüge (LB) i.H.v. mind. 644 Euro (5.065 Euro)
Differenz: +39 Euro
A 16 Stufe 9: 5.575 Euro Gesetzentwurf:
W 3 GG: 5.356 Euro
zzgl. LB i.H.v. mind. 644 Euro (6.000 Euro)
Differenz: +425 Euro
Bremen
A 15 Stufe 9: 4.925 Euro Gesetzentwurf:
W 2 GG: 4.354 Euro
zzgl. LB i.H.v. mind. 600 Euro (4.954 Euro)
Differenz: +29 Euro
A 16 Stufe 9: 5.495 Euro Gesetzentwurf:
W 3 GG: 5.278 Euro
zzgl. LB i.H.v. mind. 600 Euro (5.878 Euro)
Differenz: +383 Euro
Hamburg*
A 15 Stufe 4: 5.116 Euro Gesetzentwurf:
W 2 GG: 4.509 Euro
zzgl. Grundleistungsbezüge (GLB) i.H.v. mind. 606 Euro (5.115 Euro)
Differenz: -1 Euro
A 16 Stufe 4: 5.665 Euro Gesetzentwurf:
W 3 GG: 5.447 Euro
zzgl. GLB i.H.v. mind. 606 Euro (6.053 Euro)
Differenz: +338 Euro
Hessen
A 15 Stufe 9: 5.081 Euro W 2 EG: 4.780 Euro Differenz: -301 Euro
A 16 Stufe 9: 5.643 Euro W 3 EG: 5.300 Euro Differenz: -343 Euro
Nordrhein-Westfalen*
A 15 Stufe 9: 4.952 Euro W 2: 5.044 Euro Differenz: +92 Euro
A 16 Stufe 9: 5.495 Euro W 3: 5.578 Euro Differenz: +83 Euro
Rheinland-Pfalz*
A 15 Stufe 9: 5.072 Euro W 2: 4.892 Euro Differenz: -180 Euro
A 16 Stufe 9: 5.629 Euro W 3: 5.551 Euro (keine Erhöhung) Differenz: -78 Euro
Sachsen
A 15 Stufe 9: 5.105 Euro Gesetzentwurf:
W 2 EG: 4.704 Euro
Differenz: -401 Euro
A 16 Stufe 9: 5.663 Euro Gesetzentwurf:
W 3 EG: 5.300 Euro
Differenz: -363 Euro
Sachsen-Anhalt*
A 15 Stufe 4: 5.025 Euro W 2: 5.183 Euro Differenz: +158 Euro
A 16 Stufe 4: 5.572 Euro W 3: 5.754 Euro Differenz: +182 Euro
Schleswig-Holstein*
A 15 Stufe 9: 5.085 Euro W 2: 5.145 Euro Differenz: +60 Euro
A 16 Stufe 9: 5.641 Euro W 3: 5.826 Euro Differenz: +185 Euro
Thüringen*
A 15 Stufe 9: 5.027 Euro Gesetzentwurf:
W 2: 5.000 Euro
Differenz: -27 Euro
A 16 Stufe 9: 5.577 Euro Gesetzentwurf:
W 3: 5.475 Euro (keine Erhöhung)
Differenz: -102 Euro

* Überleitung in Erfahrungsstufensystem - die jeweilige Ausgestaltung variiert in Bund und Ländern - entsprechend traditioneller Dienstaltersstufe 9. (Alle Angaben ohne Gewähr)

Aus Forschung & Lehre :: November 2013