Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Ab wann gilt die KMK-Sperrfrist?

Ab wann gilt die KMK-Sperrfrist?© ino - Photocase.de

Nach Maßgabe der "Vereinbarung über die Besetzung von Professorinnen- oder Professorenstellen an den Hochschulen" (sogenannte KMK-Sperrfristvereinbarung) sollen Professorinnen oder Professoren ab Dienstantritt einer unbefristeten C 4/W 3-Professur für einen Zeitraum von drei Jahren keinen anderen Ruf einer deutschen Hochschule erhalten. Wie ist diese Regelung im Detail zu verstehen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Im technischen Sinne ist vorgesehen, dass sich die Länder über die Ruferteilungen informieren und bei Professuren, die noch der dreijährigen Sperrfrist unterliegen, Einwände gegen einen möglichen Ruf erheben, so dass ein Ruf an die Betroffenen nicht ergeht.

In den Bundesländern, in denen das Berufungsverfahren auf die Universitäten übergegangen ist, wenden die Universitäten die KMK-Sperrfristvereinbrung entsprechend an. Dieser dreijährigen Sperrfrist unterliegen auch diejenigen Professoren, die im Rahmen von Bleibeverhandlungen eine Besoldungserhöhung oder eine Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten vereinbart haben. Praxisrelevant ist der Umstand, dass weder W 2-Professuren noch befristete W 3-Professuren dieser Sperrfristvereinbarung unterliegen. Ob eine W 3-Professur demgegenüber im Angestellten- oder Beamtenverhältnis angeboten wird, ist irrelevant. Wichtig ist ferner, dass diese Sperrfrist nicht ab Ruferteilung, sondern erst ab Dienstantritt der Professur greift. Die letzten sechs Monate dieser Sperrfrist sind im Übrigen für Verhandlungen freigegeben, so dass ein anderweitiger W 3-Ruf de facto bereits nach zweieinhalb Jahren erfolgen kann. Für ausländische Hochschulen hat die KMK-Sperrfristvereinbarung selbstverständlich keine Bindungswirkung.
Ausgewählte Stellenangebote