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Abbruch der Promotion?

Abbruch der Promotion© Holly Kuchera - iStockphoto.com

Vor einigen Wochen habe ich eine Promotion an einem naturwissenschaftlichen Institut angefangen. Bald stellte sich aber heraus, dass die Arbeitsgruppe nur aus 2 Personen besteht - einem Mitarbeiter, mit dem ich überhaupt nicht klar komme, und mir. Der Doktorvater ist unkooperativ und für fachliche Probleme nicht wirklich ansprechbar. Außerdem arbeite ich ca. 50 Stunden wöchentlich (alles Institutsaufgaben), bin als HiWi auf 700-Euro-Basis angestellt und kenne mein Promotionsthema noch nicht einmal richtig. Vor zwei Wochen wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht auf die versprochene halbe Stelle (TV ½) hochgestuft werde und drei Jahre auf 700-Euro-Basis angestellt bleiben soll.

Nun würde ich gerne kündigen und mich nach anderen Promotions- bzw. Arbeitsstellen umsehen. Ursprünglich wollte ich parallel suchen, habe aber einfach keine Zeit dafür, denn meistens muss ich auch an den Wochenenden arbeiten.

Meine Frage ist: Wird ein Abbruch der Promotion als ein Karriereknick angesehen? Werde ich damit schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben? Die wahren Gründe für die Kündigung kann ich meinem zukünftigen Arbeitsgeber nicht erzählen, aber wie soll ich die Geschichte gut verkaufen? Oder soll ich vielleicht lieber die Zähne zusammenbeißen und die Promotion bei meinem jetzigen Doktorvater zu Ende bringen? Kann man einen HiWi-Vertrag ohne weiteres kündigen? Ich möchte mich trotz allem nicht mit meinem Chef streiten.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: In der Praxis ist ein Wechsel des Themas und/oder Betreuers kein Einzelfall und wird nach einem erfolgreichen Abschluss der Promotion meist nicht weiter thematisiert. Grundsätzlich besteht neben der Möglichkeit einer Kündigung häufig die Möglichkeit, einen Vertrag als wissenschaftliche Hilfskraft im Rahmen eines Aufhebungsvertrages im gegenseitigen Einvernehmen aufzuheben.
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