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Akademische Karriere in Deutschland - nur mit deutscher Promotion möglich?

Akademische Karriere in Deutschland - nur mit deutscher Promotion möglich?© Baris Simsek - iStockphoto.com

Ich habe eine Frage zum Promotionsabschluss im Ausland und seiner Wirkung auf die akademische Karriere in Deutschland. Ich komme aus der Ukraine, bin 34 Jahre alt, habe da 2008 die Dissertation zur Erlangung des wissenschaftlichen Titels "Kandidat der Kunstwissenschaften" verteidigt, was z.B. von deutschen Stiftungen als gleichwärtig der Promotion anerkannt wird, von den deutschen Universitäten aber als Promotion nicht immer anerkannt wird.

Ich beabsichtige, eine akademische Karriere in Deutschland zu machen. Meine Fragen: ob es sich lohnt für mich, auch in Deutschland zu promovieren, oder ob es sinnvoller wäre, mich direkt um eine Post-Doc-Stelle zu bewerben, falls mein Abschluss als Promotion in Deutschland anerkannt wäre? Ob dieser in der Ukraine erlangte Titel mich berechtigt, in Deutschland eine Habilitation anzufangen? Spielt es für die spätere akademische Karriere in Deutschland eine Rolle, ob man im Ausland (ausserhalb von EU-Ländern) oder in Deutschland promoviert ist?


Die Antwort des DHV-Expertenteams: Im Regelfall sind im Ausland erworbene Akademische Titel in der Bundesrepublik Deutschland in der verliehenen Form zu führen. Ob Ihr Akademischer Titel als Äquivalent zu einer deutschen Promotion aufzufassen ist, lässt sich von hier aus nicht letztendlich beurteilen.

Wir würden Ihnen jedoch anraten, sich diesbezüglich an die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) im Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland zu wenden. Sie finden die ZAB unter www.kmk.org/zab. Sollte eine Äquivalenz angenommen werden können, wäre nach unserem Dafürhalten sowohl die Bewerbung um eine Post-Doc-Stelle als auch eine Habilitation ohne erneutes deutsches Promotionsverfahren möglich. Diese würde ja letztlich nur zu einem weiteren Doktortitel führen, der aus unserer Perspektive für Ihre weitere wissenschaftliche Karriere nicht sonderlich zielführend ist.
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