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Alnatura - Bio ist sinnvoll für Mensch und Erde


von Birk Grüling

Produkte aus kontrolliert-biologischem Anbau sieht man bei Alnatura als großen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit. Gleichzeitig zeigt die erfolgreiche Positionierung des Handelskonzerns, dass sich ökologischer und ökonomischer Erfolg nicht ausschließen.

Alnatura - Bio ist sinnvoll für Mensch und Erde© AlnaturaDer Bio-Händler Alnatura vertreibt seit beinahe 30 Jahren ökologische Lebensmittel und Kleidungsstücke
Nachhaltigkeitsstrategie: Ökonomisch scheint sich Nachhaltigkeit durchaus auszuzahlen, wie die aktuellen Zahlen von Bio-Händler Alnatura zeigen. Der Unternehmensumsatz stieg in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres um 13 Prozent auf inzwischen fast 516 Millionen Euro. "Für uns war ökonomischer Erfolg und Nachhaltigkeit noch nie ein Gegensatz. Im Gegenteil: Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit steht der Beitrag für Umwelt und Gesellschaft, nicht nur gute Umsatzzahlen", erklärt Pressesprecherin Stefanie Neumann und verweist auf den Unternehmensgrundsatz "Sinnvoll für Mensch und Erde". Mit anderen Worten: "Nachhaltigkeit" ist hier das zentrale Geschäftsmodell. Immerhin vertreibt Alnatura schon seit 1984 nach ökologischen Grundsätzen produzierte Lebensmittel und Textilien. Biolandwirtschaft sehe man einfach als die nachhaltigste Form der Landwirtschaft, so das Unternehmen weiter.

Energieeffiziente Ladenkonzepte

Auch neben dem Kerngeschäft engagiert sich Alnatura für Nachhaltigkeit. Beispielsweise setzt man unternehmensweit auf Ökostrom und versucht die Transporte zu den Handelspartnern teilweise auf die Schiene zu verlegen. Außerdem sollen die bestehenden Supermärkte nach einem neuen Ladenkonzept umgestaltet werden, nicht nur funktionell, sondern auch energieeffizient. Bis zu 30 Prozent Energie will man so langfristig einsparen. "Ein weiteres aktuelles Projekt ist unser neues Hochregallager. Es soll das größte aus Holz bestehende der Welt werden. Das Holz kommt aus Österreich und Deutschland und ist PEFC-zertifiziert", sagt Neumann. Außerdem ist das neue Lager durch effektive Dämmung und eine Absenkung ins Erdreich klimaneutral und kommt ohne Heizung und Kühlung aus. Zusätzlich ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geplant.

Aber auch im Bereich der Mitarbeiter macht man sich bei dem Biohändler Gedanken. "Es gibt flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und spezielle Seminarangebote für die Mitarbeiter. Auch Frauen in Führungspositionen liegen uns am Herzen", so Neumann. Als Beispiel für den regen Austausch im Unternehmen nennt sie den "Bienenschmaus". Die Samenmischung gehört seit 2008 zum Alnatura-Sortiment. Das Saatgut soll Bienen besonders gut schmecken und für sie eine Nahrungsgrundlage im eigenen Garten schaffen. Zurück geht diese Idee auf eine Mitarbeiterin, die sich nach einer internen Fortbildung für Bienenstöcke am Firmensitz einsetzte und später den Bienenschmaus entwarf. Einen großen Kritikpunkt hat man inzwischen aus der Welt geschaffen: Seit 2010 bezahlt Alnatura seine Angestellten nach Tarif. Damals hatte ein Artikel in der taz auf steigende Gewinne und schlechte Bezahlung aufmerksam gemacht und ein Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am Ende entschied sich das Unternehmen zur Anhebung der Löhne und gab damit dem öffentlichen Druck nach.

academics :: Juni 2013


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