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Altersgrenzen für Habilitation und Professur in Deutschland

Altersgrenzen für Habilitation und Professur in Deutschland© inkpark - Photocase.com

Ich habe nach meinem Studium mit Hilfe eines Stipendiums 3 Jahre als Wissenschafts-Journalistin im Ausland gearbeitet, bevor ich wieder zurück an die Universität gegangen bin, um zu promovieren. Für meine Dissertation habe ich zwei Preise erhalten, und hatte danach zwei Postdoc-Stellen.

Mittlerweile bin ich Oberassistentin, habe ein kleines Kind - und bin 38. Da ich weder in der USA an einer prestigeträchtigen Uni war und zudem wegen meines Journalismus-Umweges längst nicht soviel wie andere zu diesem Zeitpunkt publiziert habe, frage ich mich, wie sinnvoll es ist, weiter an der Uni zu bleiben. Gibt es spezielle Alterkritierien, die man beispielsweise in Deutschland hinsichtlich der Habilitation und Professur einhalten muss? Würden Sie mir raten, weiterhin in der akadademischen Forschung zu bleiben oder besser so schnell wie möglich anderweitig nach einem Job zu schauen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: In Deutschland gibt es keine speziellen Alterskriterien für den Beginn bzw. das Ende einer Habilitation sowie zur Bekleidung einer Professur.

Selbstverständlich ist zu beobachten, dass diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in erster Linie erfolgreich sind, die in - aus der Sicht der Berufungskommission - angemessener Zeit die notwendigen Berufungsvoraussetzungen (Promotion, Habilitation) erreichen. Was aber eine angemessene Zeit ist, ist Bewertungsfrage. Bei sehr mobilen Kandidatinnen und Kandidaten wird man eher geneigt sein, eine längere Phase für den Erwerb der Qualifikationen zu akzeptieren. Das durchschnittliche Berufungsalter für eine Professur in Deutschland liegt - ohne Fachspezifika berücksichtigen zu können - ca. bei der Vollendung des 40. Lebensjahres. Dennoch wird man nicht pauschal sagen können, dass ein Beginn der Habilitation mit 38 Jahren nicht erfolgversprechend ist. Wie gesagt kommt es auf die Würdigung des gesamten wissenschaftlichen Werdeganges an.

So können wir von hier aus alles in allem keinen Ratschlag geben, ob Sie "so schnell wie möglich" anderweitig nach einer beruflichen Zukunft schauen müssen, oder ob Sie an der Hochschule verbleiben können. Diesbezüglich müssen Sie sich vor allem mit erfahrenen Fachkolleginnen und Fachkollegen besprechen, da die Fachspezifika eine gewichtige Rolle spielen können.
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