Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Anstrengen, bitte!

Von THOMAS KERSTAN

Die Union sucht nach einem neuen Kurs in ihrer Paradedisziplin.

Anstrengen, bitte!© PeskyMonkey - iStockphoto.com
Die gute Nachricht lautet: Die CDU will auf dem Parteitag im November ihre Bildungspolitik programmatisch auf Vordermann bringen. Die schlechte Nachricht: Es fehlt ihr noch eine überzeugende Idee.

Was für Schulen und Unis erfreulich ist, wird für die Parteien zum Problem: Nach Jahrzehnten erbitterter Kämpfe sind sich die politischen Lager heute weitgehend einig. Wenn sich also etwa die CDU von der Hauptschule verabschiedet, wie es Sachsens Kultusminister Wöller empfiehlt, und ein zweigliedriges System aus Gymnasium und Oberschule anstrebt, ist das vernünftig. Doch die Vernunft hat auch SPD und Grüne eingeholt.

Die haben ihre Gesamtschulträume ad acta gelegt und wollen ebenfalls die Zweigliedrigkeit. Ob Ganztagsschulen, frühkindliche Bildung oder zentrale Leistungsstandards - es gibt keine nennenswerten Meinungsunterschiede zwischen den Parteien mehr. Lange war die CDU, wie man an den Pisa-Ergebnissen ablesen kann, in der Bildungspolitik erfolgreicher als die SPD.

Wenn sie auch künftig Schrittmacher sein will, dann muss sie mehr bieten als die notwendige Anpassung an die neue Wirklichkeit. Eine zündende Idee für die CDU-Bildungspolitik zu entwickeln ist gewiss nicht leicht. Es gelingt nicht ohne das, was den Schülern und Studenten täglich abverlangt wird: Anstrengung.

Aus DIE ZEIT :: 09.06.2011

Ausgewählte Stellenangebote
Ausgewählte Artikel