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Bewerbung von Fachhochschulprofessur auf Universitätsprofessur möglich?

Ist eine Bewerbung von einer Fachhochschulprofessur auf eine Universitätsprofessur möglich?© Soubrette - iStockphoto.com

Derzeit arbeite ich in der Schule im Bereich der Sonderpädagogik und der Sozialen Arbeit. Parallel forsche ich an einer Universität im analogen Bereich.

Für mich stellt sich derzeit die Frage einer Richtungsentscheidung: Wähle ich in absehbarer Zeit einen Weg Richtung Fachhochschulprofessur oder befasse ich mich hinsichtlich meiner Hochschulforschung weiter mit dem Ziel der Habilitation?

In diesem Zusammenhang bitte ich Sie um Information, ob eine Bewerbung von einer Fachhochschulprofessur (ohne Habilitation) auf eine Universitätsprofessur möglich und realistisch ist.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Da die academics-Karriereberatung schon aus rechtlichen Gründen keine Rechtsberatung sein darf, können wir Ihnen in formaler Hinsicht nur den Hinweis geben, doch einmal die jeweils einschlägigen Landeshochschulgesetze auf die Einstellungsvoraussetzungen für Universitätsprofessuren durchzuschauen. Sie finden die aktuellen Landeshochschulgesetze bspw. auf der Homepage des Deutschen Hochschulverbandes www.hochschulverband.de).

Notwendig ist eine Habilitation für eine erfolgreiche Bewerbung auf eine Universitätsprofessur heute im rechtlichen Sinne jedenfalls nicht mehr. Es kommt natürlich darauf an, wie die jeweilige Disziplin den Wert der Habilitation einschätzt. In den ingenieurwissenschaftlichen Fächern, aber zunehmend auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich wird die Habilitation als Einstellungsvoraussetzung häufig auch durch habilitationsäquivalente Leistungen ersetzt. Daneben gibt es auch die Sonderform der sog. kumulativen Habilitation.

Will man von einer Professur an einer Fachhochschule mittel- oder langfristig an die Universität wechseln, so ist es sicherlich de facto von entscheidender Bedeutung, auch universitär "visibel" zu bleiben. D. h., man sollte sich auf den entscheidenden Fachkongressen und Symposien blicken lassen und vor allen Dingen gut plazierte Forschungspublikationen verfolgen. Eine "Sackgasse" muss der Weg über die Fachhochschule heute nicht mehr sein.

Aber auch hier hängt Vieles davon ab, wie visibel Sie in Ihrer Forschungsleistung sind und wie die Kommission, die de facto über das Wohl und Wehe Ihrer Bewerbung entscheidet, über Ihre weitere wissenschaftliche "Qualifikation" befindet.
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