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Bewerbungskosten für Professur steuerlich absetzbar?

Bewerbungskosten für Professur steuerlich absetzbar?© gerenme - iStockphoto.com

Welche Bewerbungskosten können bei einer FH Professur steuerlich in Ansatz gebracht werden? Darf der im Prinzip viel höher zu bewertende Zeiteinsatz (speziell bei der Vorbereitung einer Probe LV) angesetzt werden?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Auf Ihre Frage, ob Sie Bewerbungskosten auf eine Professur steuerlich in Ansatz bringen können, können wir Ihnen grundsätzlich sagen, dass Bewerbungskosten Werbungskosten sind. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können in der Anlage N bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen geltend gemacht werden, die sogenannten Werbungskosten gemäß § 9 Abs. 1 EStG. Wenn Sie noch keine Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit erzielen, können Sie die Kosten auch als vorweggenommene Werbungskosten steuerlich ansetzen.

Allerdings sind Bewerbungskosten in Zusammenhang mit einer beabsichtigten nichtselbständigen Tätigkeit im Ausland nicht als Werbungskosten in der deutschen Steuererklärung anzuerkennen, wenn die Einkünfte aus der beabsichtigten Tätigkeit nicht der deutschen Besteuerung unterliegen. Im Ergebnis bedeutet dies, dass, wenn die Tätigkeit tatsächlich im Ausland versteuert wird, keine Werbungskosten in der deutschen Steuererklärung ansetzbar sind.

Als Werbungskosten können Kosten von Bewerbungsunterlagen, wie Bewerbungsmappen, Kopien, Umschläge, Zeugnisabschriften, Bewerbungsratgeber, Kosten für Bewerbungsfotos sowie Druckkosten, Briefpapier und Porto- und Versandkosten, aber auch entstandene Kosten durch Stellenanzeigen steuerlich angesetzt werden. Ebenso können Fahrten zum Vorstellungsgespräch und Telefonkosten steuerlich anerkannt werden - zusammen mit dem entsprechenden Einladungs- oder Ablehnungsschreiben als Nachweis. Auch sonstige Kosten für mit der Bewerbung zusammenhängende Beratungsangebote, Coachings, usw. können steuerlich geltend gemacht werden. Zu empfehlen ist in jedem Fall der Nachweis durch Belege. Wenn Sie keine Belege mehr besitzen, werden die Werbungskosten bei fehlendem Nachweis geschätzt. Hier können für eine schriftliche Bewerbungsmappe bis ca. 15 Euro je Bewerbung möglicherweise anerkannt werden. Grundsätzlich ist jedoch zu empfehlen, in einer Steuererklärung die angeschriebenen Firmen anzugeben sowie die Daten der Bewerbungsgespräche und etwaige Unterlagen beizulegen. Darüber hinausgehende Kosten für die aufgewandte Zeit sind nicht ansetzbar.
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