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Bund-Länder-Streit über Finanzierung der Hochschulen

von MARTIN SPIEWAK

Ein Bund-Länder-Streit verunsichert die Unis. Schon wieder.

Bund-Länder-Streit über Finanzierung der Hochschulen© suze - photocase.comHochschulfinanzierung - ein Dauerkonflikt zwischen Bund und Ländern
Glück hat, wer nicht auf einen Geldgeber allein angewiesen ist. Kinder etwa, wenn sie Geld von Papa und Mama bekommen. Für die Universitäten dagegen erweist sich die Doppelfinanzierung durch Bund und Länder als Nachteil, wenn die sich nicht einig sind, wer die Kosten für Forschung und Lehre trägt. Also eigentlich fast immer. Gerade streiten beide Seiten mal wieder - fast möchte man sagen: wie die Kinder.

Das Gezicke dreht sich um die sogenannte Programmpauschale. Das ist der Bonus für Universitäten, deren Wissenschaftler von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Forschungsprojekt bezahlt bekommen. Der Aufschlag soll Nebenkosten - Heizung, Bibliotheken, Computer - ausgleichen, die neben den eigentlichen Projektkosten anfallen. Hierzulande beträgt er 20 Prozent der Fördersumme (in England und den USA sind es 60 und 80 Prozent).

Der Bund will die Unis nun mit einer höheren Pauschale beglücken. Der Haken: Das Plus sollen die Bundesländer zahlen, die sich bislang überhaupt nicht an dem Bonus beteiligt haben. Die Länder finden den Zuschlag auch toll - aber nur solange der Bund ihn ganz bezahlt. Der wiederum droht: Wenn ihr nicht mitmacht, streichen wir die Pauschale komplett.

Völlig unnötig versetzt der Streit die Hochschulen in helle Aufregung. In ihren Budgets ist die Programmpauschale fest eingeplant. Für forschungsstarke Universitäten geht es um zweistellige Millionensummen. Deshalb wäre es ein fataler Schlag für das gesamte Wissenschaftssystem, entfiele der Drittmittelbonus.

Der beste Ausweg? Die Geldgeber sollten sich schnell darauf einigen, beide je fünf Prozent draufzulegen. Auch das wäre immer noch bescheiden.

Aus DIE ZEIT :: 09.10.2014

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