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Checkliste - Fakten zum Berufsbild Juniorprofessur

Von Denise Haberger

Über Einstiegsmöglichkeiten, Aufgaben und Perspektiven einer Juniorprofessur und eine Antwort auf die Frage "Wie hoch ist eigentlich das Gehalt bei einer Juniorprofessur?".

Berufsbilder im Fokus: JuniorprofessorDas Gehalt einer Juniorprofessur bemisst sich nach Besoldungsgruppe W 1

1. Definition:

Die Juniorprofessur ist einer von mehreren Karriereschritten auf dem Weg zur Vollprofessur. Sie wurde 2002 eingeführt, um jungen Wissenschaftler schon möglichst früh eigenständiges Arbeiten zu ermöglichen. Juniorprofessoren werden für höchstens sechs Jahre eingestellt, nach den ersten drei gibt es eine Evaluation.

2. Einstieg:

Die Möglichkeiten sind zwar da, allerdings noch sehr überschaubar: 2011 gab es in Deutschland 1.332 Juniorprofessuren, knapp 100 mehr als ein Jahr zuvor. Die Anzahl der Bewerber auf die Stellen ist aber um ein Vielfaches höher.

3. Aufgaben:

Die Aufgaben auf einer Juniorprofessur sind im Grunde dieselben wie bei einer Vollprofessur: lehren, forschen, publizieren, Studierende und Doktoranden betreuen, Prüfungen abnehmen und in Gremien arbeiten. Unterschiede gibt es beim Umfang: Juniorprofessoren lehren im Semester vier bis sechs Stunden pro Woche, Vollprofessoren neun Stunden pro Woche.

4. Voraussetzungen:

Rein theoretisch können Promovierte direkt nach ihrer (sehr guten) Doktorarbeit sich auf eine Juniorprofessur bewerben. In den meisten Fällen jedoch arbeiten viele von ihnen zuvor mehrere Jahre als Postdoc - sei es aus Stellenmangel oder dem Wunsch heraus, vorher noch mehr Erfahrungen zu sammeln.

5. Soft Skills:

Wer nicht erwiesenermaßen Experte in seinem Fach ist, der wird sich im Rennen um eine Juniorprofessur sicher schwertun. Aussichtsreiche Kandidaten sollten Durchhaltevermögen, eine hohe Motivation, Mobilität und Belastbarkeit mitbringen.

6. Gehalt:

Juniorprofessoren werden nach der Besoldungsgruppe W 1 bezahlt. Je nach Bundesland gibt es da Unterschiede. In Berlin etwa verdienen sie knapp 3.700 Euro, bei einer Stelle im Bund gibt es 4.150 Euro. Zum Vergleich: Beim W 3-Professor geht es ab 5.100 Euro los. Nach der positiven Evaluation nach drei Jahren kann es einen Zuschlag von 260 Euro geben. Im Regelfall werden Juniorprofessoren als Beamte auf Zeit beschäftigt. Ist das nicht der Fall, sind sie also Angestellte, fallen Sozialversicherungsabgaben an.

7. Perspektiven:

Die Chance auf eine Vollprofessur erhört sich durch eine Juniorprofessur deutlich, wenngleich sie noch immer keine Jobgarantie ist. Deshalb sollten auch Juniorprofessoren einen Plan B in der Tasche haben.

academics :: September 2013