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Deutsches Vorbild

Von JAN-MARTIN WIARDA

Umwerbt ausländische Studenten, vergrault sie nicht!

Deutsches Vorbild© Shelly Perry - iStockphoto.comDeutschland ist nicht halb so rückständig, wie manche seiner Politiker es verkaufen wollen
Wenn die Seehofers dieser Republik gegen »Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen« schwadronieren, könnte man meinen, Deutschland sei in den achtziger Jahren stecken geblieben. Dabei sollte längst klar sein, dass Einwanderung kein Gnadenakt ist, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit, wenn wir unseren Wohlstand retten wollen.

Und tatsächlich ist Deutschland nicht halb so rückständig, wie manche seiner Politiker es verkaufen: Schon jetzt können Einwanderer sich ohne weitere Voraussetzungen niederlassen, wenn sie mindestens 63 600 Euro verdienen. Und seit 2007 gibt es sogar eine Regel, die international fast einmalig ist: Die Absolventen deutscher Hochschulen haben das Recht, sich nach dem Examen hierzulande einen Job zu suchen - unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft.

In Amerika dagegen müssen Ausländer mit US-Studienabschluss beweisen, dass sie keinem Einheimischen den Job weg nehmen - oder das Land verlassen. Absurderweise zählt das deutsche Gesetz zu den bestgehüteten Geheimnissen der Merkel-Regierung. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat das erkannt und macht unermüdlich Werbung für die neue Regelung. Gut so. Ein besseres Marketinginstrument, um hoch qualifizierte Studienanfänger aus Windhoek, Jakarta oder Istanbul ins Land zu locken, kann es kaum geben.

Aus DIE ZEIT :: 04.11.2010

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