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DFG und Wissenschaftsrat wollen Exzellenzinitiative weiterentwickeln

 

Die nächste Exzellenzinitiative soll eine Erhöhung der Fördermittel um 20 bis 30 Prozent und grundsätzlich gleichbleibende Kriterien enthalten.

DFG und Wissenschaftsrat wollen Exzellenzinitiative weitereMatthias Kleiner, Präsident der DFG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat wollen die Exzellenzinitiative fortführen und weiterentwickeln. Die Organisationen sprechen sich in einem Grundsatzpapier für ein weiterhin wissenschaftsgeleitetes und wettbewerbsorientiertes Verfahren aus.

Dieselben Kriterien wie in den ersten beiden Ausschreibungsrunden sollen "grundsätzlich" ebenso beibehalten werden wie die bisherigen drei Förderlinien und ein fairer Wettbewerb zwischen Fortsetzungs- und Neuanträgen.

Außerdem schlagen sie eine Erhöhung der Gesamtmittel für die nächste Runde um circa 20 bis 30 Prozent vor. Auch fordern sie größere Bandbreiten der flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten in allen Förderlinien.

Die Ausschreibung soll künftig in einer statt in zwei Runden erfolgen. Bei der dritten Förderlinie "Zukunftskonzepte" soll künftig alternativ zu den derzeitigen formalen Voraussetzungen (mindestens eine Graduiertenschule und ein Exzellenzcluster) möglich sein, Forschungsexzellenz auch durch gleichwertige andere Nachweise zu belegen.

Auch sollen "innovative Konzepte" für die institutionelle Steuerung, Weiterentwicklung und Verbesserung der akademischen Lehren in die Zukunftskonzepte eingebunden werden können. DFG und Wissenschaftsrat weisen auf erste große Erfolge aber auch Probleme in der Aufbauphase der letzten Exzellenzinitiative hin. So gebe es Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Wissenschaftlern oder in der Umsetzung der neuen Organisationsformen innerhalb der Universität.

Einig seien sich alle Beteiligten, dass die bislang beschlossene fünfjährige Förderung bis zum Jahr 2011 nicht ausreiche, um die neu geschaffenen Strukturen nachhaltig zu etablieren. Einige Poltitiker zeigten sich unterdessen irritiert über die Veröffentlichung der Empfehlungen durch den Wissenschaftsrat und die DFG.

Einer Meldung des Berliner Tagesspiegels zufolge sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan: "Es ist gut für die politische Kultur, Spielregeln zu beachten." Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner sagte, Bund und Länder, die der Verwaltungskommission des Wissenschaftsrates angehören, hätten bei den Eckpunkten "nicht mitgerührt", sie seien davon vielmehr "völlig überrascht" worden.

Sachsen- Anhalts Wissenschaftsminister Jan-Hendrik Olbertz sagte, die Veröffentlichung des Wissenschaftsrats sei "überhaupt nicht schlimm, aber auch nicht relevant".

Aus Forschung und Lehre :: August 2008

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