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Die Chemie ist zurück

Von Maren Bulmahn

Viele Unternehmen bauten im letzten Jahr neue Anlagen, denn die alten waren oft fast vollständig ausgelastet. Im Produktportfolio gab es ebenso Änderungen wie beim Personal auf höchster Ebene und mancher meldete Rekordergebnisse.

Die Chemie ist zurück© BASF - The Chemical CompanyDas Herz der BASF-Gruppe ist die BASF SE mit ihrem Stammwerk in Ludwigshafen am Rhein. Mit über 160 chemischen Produktionsbetrieben, vielen hundert Labors, Technika, Werkstätten und Büros ist es der größte zusammenhängende Industriekomplex Europas.
Für die Chemieindustrie war schon das Jahr 2010 ein Jahr der Chemie: Die fünf größten deutschen Unternehmen schlossen nicht nur besser ab als im Jahr 2009, sondern auch besser als im Jahr 2008 (Tabellen 1 und 2, S. 534). Dabei erhöhten sie leicht die investierte Geldmenge, sei es in Sachanlagen oder bei Forschung und Entwicklung; die Zahl der Mitarbeiter änderte sich ebenso, aber nicht bei allen einheitlich. Investieren wollen in den nächsten Jahren alle Unternehmen mehr, glaubt man den Prognosen während der Bilanzkonferenzen. Da waren auch alle Konzerne davon überzeugt, dass ihre Umsätze weiter steigen werden. Über das vergangene Jahr konnte kaum ein Unternehmen jammern: Stiegen die Rohstoffpreise, erhöhten sie die Verkaufspreise, sanken die Umsätze in Nordamerika, nahmen sie in Asien zu und wenn orale Verhütungsmittel nicht so gut liefen, sorgten Krebsmedikamente für steigenden Umsatz. Dies und mehr untermauern Details zu den einzelnen Unternehmenssparten. Euroangaben beziehen sich dabei auf die jeweiligen Umsätze, wenn nicht anders angegeben.

BASF mit Ciba und Cognis

Im letzten Jahr integrierte BASF die im Jahr 2008 gekauften Ciba- Spezialchemieaktivitäten vollständig, erwarb den Spezialchemiekonzern Cognis und verband das Styrolgeschäft mit Ineos, Lyndhurst/Großbritannien, im Gemeinschaftsunternehmen Styrolution. Beispiele für Sachinvestitionen im Jahr 2010 sind der Ausbau des Standorts in Nanjing/ China und Anlagen für Spezialchemikalien in Malaysia. Die gestiegenen Rohstoffkosten gab das Unternehmen größtenteils weiter: Um durchschnittlich 8 % nahmen die Verkaufspreise im letzten Jahr zu. Die BASF-Aktie stieg im Jahresverlauf um über 37 % auf ein bisheriges Allzeithoch von 61,73 Euro, die Dividende um 50 Cent auf 2,20 Euro. Daraus folgten hohe Rückstellungen für das Long-Term-Incentive-Programm, das die Bezüge von oberen Führungskräften mit der Aktie verknüpft. Insgesamt 50 Mio. Euro sollen zudem an alle 109 000 Mitarbeiter gehen, als Dank für die Krisenbewältigung der letzten Jahre. Fünf der sieben BASF-Segmente liefern jeweils knapp 20 % des gesamten Umsatzes. Dazu gehören Chemikalien mit 11,4 Mrd. Euro im Jahr 2010, gut 50 % mehr als im Jahr zuvor. Bei einigen der Petrochemikalien, Anorganika und Zwischenprodukte war das Angebot knapp, gestiegene Rohstoffkosten wurden über die Verkaufspreise weitergegeben. Das Kunststoff-Segment lag mit 9,8 Mrd. Euro um fast 40 % über Vorjahr, denn der Hauptkunde, die Automobilindustrie, erholte sich. Während die Preise bei Polyurethanen stagnierten, stiegen sie bei Polyamiden und Schaumstoffen vor allem infolge höherer Rohstoffkosten. Das Segment Performance Products profitierte nicht nur von der Ciba- Integration, sondern auch von der wirtschaftlichen Erholung: Nachfrage und Umsatz nahmen zu, sowohl bei Spezialitäten für Gesundheit und Kosmetik als auch bei Standards wie Dispersionen und Pigmenten. Denn besonders im ersten Halbjahr füllten die Kunden ihre Lager auf. Der Umsatz stieg auf 12,3 Mrd. Euro (+ 31 %). Katalysatoren, Bauchemikalien und Beschichtungen (Functional Solutions) erreichten mengen- und preisbedingt mit 9,7 Mrd. Euro 36 % mehr als im Jahr zuvor. Daran hatte die Bauchemie den geringsten Anteil. Das Segment Öl und Gas erzielte mit 10,8 Mrd. Euro etwa 5 % weniger als im Vorjahr. Dabei glichen höhere Rohölpreise und ein stärkerer US-Dollar die geringeren verkauften Mengen aus. Beim Gas nahm zwar der Absatz zu, aber niedrigere Preise verringerten den Umsatz. Unter 10 % zum Gesamtumsatz trug das Pflanzenschutz-Segment bei. Es lieferte mit 4,0 Mrd. Euro 10 % mehr als im Jahr zuvor. Zwar verkaufte das Unternehmen mehr Insektizide, Herbizide und Fungizide, aber deren Preise sanken. In Europa erhöhte sich der gesamte Umsatz mit 35,2 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr um 16 %. Das Chemiegeschäft stieg hier um 32 % und übertraf mit 19,4 Mrd. Euro das Vorkrisenniveau. In Nordamerika erzielte BASF 41 % mehr (13,2 Mrd. Euro). In der Region Asien, Pazifischer Raum erhöhte sich der Umsatz um 46 % auf 11,6 Mrd. Euro. In Südamerika, Afrika, Naher Osten stieg er um 31 % auf 3,8 Mrd. Euro.

Bayer mit neuem Vorsitzenden

Die Abschreibung des Namens "Schering" machte mehr als die Hälfte der Sondereinflüsse von 1,7 Mrd. Euro aus, die das Ergebnis des Bayer-Konzerns im Geschäftsjahr 2010 belasteten. Rechtsfälle schlugen mit 703 Mio. Euro zu Buche, darunter 526 Mio. Euro für Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen in den USA. Im Gesundheitsgeschäft erhöhte sich der Umsatz im Jahr 2010 insgesamt um 6 % auf 16,9 Mrd. Euro. Er stieg bei verschreibungspflichtigen Medikamenten um 4 % auf 10,9 Mrd. Euro. Dabei wuchs das Geschäft in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost, in Nordamerika hingegen ging es zurück. Das Blutermedikament Kogenate und das Krebsmedikament Nexavar erhöhten den Umsatz, die Verhütungsmittel der Yaz-Familie und das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon/Betaseron verschlechterten ihn. Die rezeptfreien Produkte stiegen um 8,8 % auf 6,0 Mrd. Euro. Dazu trug besonders Nordamerika bei. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln führten das Schmerzmittel Aleve und die Hautpflegemittel Bepanthen/Bepanthol. Im Diabetes-Markt in den USA ging der Umsatz sowohl preis- als auch mengenbedingt zurück. Die Division Tiergesundheit erhöhte den Umsatz dagegen in den USA, besonders mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln. Beim Segment Cropscience lag der Umsatz lag im Jahr 2010 mit 6,8 Mrd. Euro zwar um 5 % über dem des Vorjahres, währungs- und portfoliobereinigt ging er jedoch um 1,3 % zurück. Der Pflanzenschutz (Crop Protection) erreichte 5,5 Mrd. Euro (- 5 %). Zuwächse gab es nur in Lateinamerika/Afrika/Nahost. Schädlings- und Unkrautbekämpfungsmittel sowie Saatgut und Pflanzeneigenschaften stiegen um 23,1 % auf 1,3 Mrd. Euro. Das Segment Materialscience war im letzten Jahr durch die konjunkturelle Erholung nach der Wirtschaftsund Finanzkrise geprägt: Der Umsatz erhöhte sich um 35,0 % auf 10,2 Mrd. Euro. Fast ein Drittel mehr Polyurethane verkaufte das Unternehmen, vor allem in Europa und Asien/Pazifik. Der Umsatz mit Polycarbonat stieg um gut 40 %, die Granulate hatten den größten Anteil daran. Das Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten lag etwa ein Drittel über Vorjahr. Vom Geschäftserfolg sollen sowohl die Aktionäre als auch die Mitarbeiter profitieren: Die Dividende soll je Aktie von 1,40 Euro auf 1,50 Euro steigen. Für die 111 000 Beschäftigten sind im Rahmen des Incentivierungsprogramms über eine halbe Milliarde Euro vorgesehen.

Henkel mit neuen Konzepten

Der Umsatz der Henkel-Klebstoffe (Adhesive Technologies) macht fast 50 % des Gesamtumsatzes aus und stieg im Jahr 2010 um 17 % auf 7,3 Mrd. Euro. In den Märkten Osteuropa, Afrika/Nahost, Lateinamerika und Asien (ohne Japan), speziell in der Region Asien/Pazifik, erhöhte sich der Umsatz stärker als in den Märkten Westeuropa und Nordamerika, in denen er im Vorjahr zurückgegangen war. Klebstoffe für Konsumenten und Handwerker stiegen um 8 % auf 1,9 Mrd. Euro, Industrieklebstoffe um 21 % auf 5,4 Mrd. Euro. Der Unternehmensbereich Wasch-/ Reinigungsmittel steigerte den Umsatz um fast 5 % auf 4,3 Mrd. Euro, er wuchs um 2 % mehr als der leicht rückläufige Markt. Der Wettbewerb führte zwar zu sinkenden Preisen, aber größere verkaufte Mengen überkompensierten dies. Regional betrachtet lag der Schwerpunkt des Umsatzwachstums in Europa und Afrika/Nahost. Bei den Waschmitteln wuchsen Universalwaschmittel und Weichspüler am stärksten. Das Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs Reinigungsmittel trugen weiterhin vor allem Geschirrspülmittel und WC-Produkte. Der Umsatz des Unternehmensbereichs Kosmetik/Körperpflege stieg um 9 % auf 3,3 Mrd. Euro und damit 5 % stärker als der Markt. Aus regionaler Sicht wuchs das Geschäft vor allem in Westeuropa, war in Nordamerika dagegen rückläufig. Bezogen auf die Marktsegmente wuchs der Bereich Haarkosmetik besonders stark. Der gesamte Umsatz stieg in der Region Westeuropa um 4 % auf 5,5 Mrd. Euro, die Region Osteuropa erhöhte sich um 14 % auf 2,6 Mrd. Euro. Die Region Afrika/Nahost wies ein Umsatzwachstum von 19 % auf 0,9 Mrd. Euro auf. Nordamerika wuchs um 7 % auf 2,7 Mrd. Euro. Die Region Lateinamerika legte um 19 % auf fast 1 Mrd. Euro und in Asien/Pazifik zeigte sich der Aufwärtstrend mit einem Umsatzwachstum von 31 % auf 2,2 Mrd. Euro am deutlichsten. Dabei wuchsen die Unternehmensbereiche Kosmetik/ Körperpflege und Adhesive Technologies zweistellig. In den Wachstumsregionen wie Osteuropa und Asien stieg der Umsatz um 20 % auf 6,1 Mrd. Euro. Damit erhöhte sich ihr Anteil von 38 % auf 41 %. Vorstand, Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss schlagen der Hauptversammlung eine um 36 % erhöhte Dividende je Vorzugsaktie von 0,72 Euro vor. An Bonuszahlungen für die 48 000 Beschäftigten sind 80 Mio. Euro geplant, wenn Henkel für das Jahr 2012 eine Rendite von 14 % erreicht.

Evonik ohne Energieaktivitäten

Im Kerngeschäft Chemie erzielte Evonik mit 12,8 Mrd. Euro und fast 30 % mehr als im Vorjahr das bisher beste Ergebnis. Das Unternehmen konzentriert sich seit Ende des Jahres 2010 auf die Spezialchemie. Nach einer Belebung des Chemiegeschäfts im zweiten Halbjahr 2009 setzte sich diese Entwicklung im gesamten Jahr 2010 fort; insbesondere die Nachfrage aus Asien und Europa wuchs. 26 % des Umsatzes von Evonik entstehen in Deutschland, 28 % im übrigen Europa, 20 % in Asien, 19 % in Nordamerika, 5 % in Mittelund Südamerika und 2 % anderswo. Das Rating durch die Agenturen Standard & Poor's und Moody's im Herbst 2010 verbesserte Evoniks Zugang zum Kapitalmarkt. Das Rating zum Jahresende 2010 (Standard & Poor's: BB+, positiver Ausblick; Moody's: Ba1, positiver Ausblick) spiegelt die Ausrichtung des Konzerns auf die Spezialchemie und den Verkauf der Energieaktivitäten. Es befindet sich knapp unterhalb der Einstufung "Investment Grade". Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise hatte Evonik Anfang 2009 das Effizienzsteigerungsprogramm On Track gestartet. Ziel sind Einsparungen in Höhe von 500 Mio. Euro jährlich ab dem Jahr 2012. Mit fast 400 Mio. Euro waren zum Jahresende bereits über drei Viertel davon erreicht. Im Jahr 2010 flossen etwa 60 % der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in neue Produkte und Technologieplattformen: Im Oktober 2010 startete Evonik die Vorbereitungen für ein neues Projekthaus in Taiwan: Das "Advanced Project House Light & Electronics" fokussiert die optoelektronische Industrie. Das Projekthaus ist Evoniks erstes außerhalb Deutschlands. Projekthäuser zählen zur strategischen Forschung; aus dieser erwartet Evonik ab dem Jahr 2015 einen zusätzlichen Umsatz von jährlich 600 Mio. Euro.

Merck mit Millipore

Der Umsatz von Merck errreichte im Jahr 2010 ein um 20 % höheres Niveau als im Jahr zuvor. Dies lag an Akquisitionen, vor allem am Zukauf von Millipore. Die Herstellungskosten erhöhten sich dadurch um 18 %, die Marketing- und Vertriebskosten stiegen um 20 %. Der Anstieg der Verwaltungskosten um 12 % beruhte ebenfalls auf den Millipore-Gesellschaften. Sondermaßnahmen beliefen sich im Jahr 2010 auf - 0,8 Mio. Euro: Einerseits ergab sich aus dem Verkauf des in Monaco ansässigen Pharmaunternehmens Théramex ein Gewinn in Höhe von 69 Mio. Euro. Andererseits resultierten aus einer Vergleichszahlung Aufwendungen von 67 Mio. Euro aus dem Rechtsrisiko für die frühere, amerikanische Tochtergesellschaft Dey. Außerdem erfolgte eine Vergleichszahlung dafür, bestimmte Preisinformationen falsch berichtet zu haben. Die Sparte Merck Serono erhöhte den Umsatz um 8,3 % auf 5,4 Mrd. Euro. Erneut beruhte das Wachstum vor allem auf den Biopharmazeutika: Rebif bei multipler Sklerose, das Krebstherapeutikum Erbitux, Gonal-f zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen, das rekombinante menschliche Wachstumshormon Saizen, Serostim bei Aids-bedingten Stoffwechselstörungen, die umsatzstärksten, erzielten 3,3 Mrd. Euro, was 61 % der Spartenumsätze entspricht. Als Arzneimittel für die Allgemeinmedizin lieferten die Concor-Herzmedikamente 373 Mio. Euro (-5,3 %), die Glucophage- Diabetesmittel 316 Mio. Euro (+8,4 %) und Schilddrüsenpräparate wie Euthyrox 170 Mio. Euro (+ 7,6 %). Bei der Selbstmedikation (Consumer Health Care) stieg der Umsatz im Jahr 2010 um 1,1 % auf 472 Mio. Euro. Die Strategie der Sparte setzt auf starke Marken und regionale Expansion. In China führte Merck Restrukturierungsmaßnahmen durch, denn die Sparte expandierte dort außerhalb der vier wichtigsten Städte zu schnell. So ergaben sich große Lagerbestände, vor allem mit dem Vitaminergänzungspräparat Diabion. Zusätzlich belasteten außerordentliche Abschreibungen in Mexiko das operative Ergebnis. Außerdem verzeichnete Merck Verluste aus einem Lagerbrand in Großbritannien. Merck Millipore, eine Kombination der akquirierten Millipore mit einem Großteil der ehemaligen Merck- Sparte Performance & Life Science Chemicals, erzielte mit 1,7 Mrd. Euro 80 % mehr als im Jahr zuvor. Performance Materials setzt sich aus Flüssigkristallen, Pigmenten und dem Kosmetikgeschäft zusammen. Die Produktionskapazitäten sowohl bei den Flüssigkristallen als auch bei den Pigmenten waren ausgelastet und spiegelten die Erholung vom Abschwung im Jahr 2009 wider. Die Umsätze der Sparte stiegen um 38 % auf 1,4 Mrd. Euro. Im September wurde das Chemie- Forschungszentrum am Standort Darmstadt eingeweiht, mit 50 Mio. Euro die größte Einzelinvestition der Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich Chemie. Merck schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vor statt 1,00 Euro im Jahr 2009.

Prognosen ohne Gewähr

BASF rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 % und der weltweiten Chemieproduktion (ohne Pharma) von 5,2 %. Der US-Dollar- Wechselkurs wird durchschnittlich 1,35 US-Dollar pro Euro und der Ölpreis 90 US-Dollar pro Barrel betragen. BASF will in diesem Jahr bei Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit die Spitzenwerte des Jahres 2010 signifikant übertreffen. Der BASF-Chef Jürgen Hambrecht sagt: "Wir werden auch im Jahr 2011 eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen. Was die aktuelle Lage in Libyen betrifft, hoffen wir auf eine baldige Beruhigung."

Zur Geschäftsentwicklung bei Bayer sagt der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers: "Wie sich die Weltwirtschaft entwickeln wird, wenn die Förderprogramme in vielen Staaten auslaufen, müssen wir abwarten. Wir jedenfalls schauen zuversichtlich auf das laufende Jahr." Bayer rechnet mit einem Umsatzanstieg von 4 bis 6 % bei einem durchschnittlichen Euro- US-Dollar-Kurs von 1,40. Bis zum Jahr 2013 sollen etwa 15 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung sowie in Sachanlagen investiert werden. Bayer rechnet mit sechs neuen Substanzen, die zwischen 2010 und 2012 auf den Markt kommen und ein jährliches Spitzen-Umsatzpotenzial von insgesamt über 1 Mrd. Euro erzielen sollen. Bei der Prognose für das laufende Jahr geht Henkel von einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von etwa 3 % aus. Das Unternehmen will sich beim organischen Umsatzwachstum erneut besser als seine relevanten Märkte entwickeln und erwartet ein Umsatzplus von 3 % bis 5 %. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2011 sagte der Vorstandsvorsitzende Kasper Rorsted: "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd, insbesondere durch das intensive Wettbewerbsumfeld und steigende Rohstoffkosten. Vor diesem Hintergrund werden wir weiterhin entschieden und zügig auf Veränderungen in unseren Märkten reagieren und den Transformationsprozess im Unternehmen fortführen." Evoniks Vorstandsvorsitzender Klaus Engel will auch künftig zu den Besten gehören. Dafür wird der Konzern für eine halbe Milliarde Euro eine neue Methionin-Anlage für Futtermitteladditive in Singapur bauen. Zudem erweitert das Unternehmen bis zum Jahr 2014 in Asien und Europa die Kapazität für gefällte Kieselsäuren (Silica) um 25 %. In der Isophoronchemie plant das Unternehmen eine neue Anlage, wahrscheinlich in Asien. Evonik trennt sich von Geschäften, die nicht in das strategische Wachstumsprofil passen oder deren Wachstumsmöglichkeiten innerhalb des Konzerns begrenzt sind: Für die Carbon-Black-Aktivitäten wurde im vierten Quartal 2010 mit den Vorbereitungen des Verkaufsprozesses begonnen. Zudem sollen mittelfristig die Aktivitäten zu Rohstoffen für die Lack- und Klebstoffindustrie (Colorants) veräußert werden. Merck rechnet mit einer guten Geschäftsentwicklung, kann aber konjunkturelle Rückschläge in einzelnen Ländern, auch bedingt durch hohe Staatsverschuldungen, nicht ausschließen. Die durch die Millipore- Akquisition entstandenen Finanzschulden der Merck-Gruppe sollen in den nächsten Jahren stetig zurückgeführt werden. Dies soll auch weiterhin zu soliden Bilanzrelationen führen. Die Umsätze für das Jahr 2011 können zwischen 13 % und 18 % und für das Jahr 2012 weiter wachsen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das operative Ergebnis der Gruppe im Jahr 2011 zwischen 35 % und 45 % und im Jahr 2012 ebenfalls steigen wird, wie das Ergebnis nach Steuern.

Aus Nachrichten aus der Chemie» :: Mai 2011

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