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Die zweite Runde

Wie geht es weiter mit der Exzellenzinitiative?

Die zweite Runde© globe - Photocase.com
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat für die zweite Phase der Exzellenzinitiative insgesamt 227 Antragsskizzen erhalten. Davon sind 98 Skizzen für Graduiertenschulen, 107 für Exzellenzcluster und 22 für universitäre Zukunftskonzepte. Die Neubewerbungen wurden von insgesamt 65 Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet eingereicht. Dabei sind die großen Wissenschaftsgebiete der Lebenswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Geistes- und Sozialwissenschaften etwa gleich stark vertreten.

Die Antragsskizzen sollen bis zum Januar 2011 begutachtet werden. Die Federführung liegt dabei für die beiden ersten Förderlinien der Graduiertenschulen und Exzellenzcluster bei der DFG und bei der dritten Förderlinie der universitären Zukunftskonzepte beim Wissenschaftsrat. Die 205 Antragsskizzen für Graduiertenschulen und Exzellenzcluster werden von der DFG an 20 Gutachtergruppen weitergeleitet. Insgesamt wirken an den Begutachtungen mehr als 150 Wissenschaftler mit, die zu einem Großteil aus dem Ausland kommen.

Auf der Grundlage der Begutachtungen wird die Gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat Anfang März 2011 entscheiden, welche Bewerbungen um neue Projekte in die Endrunde des Wettbewerbs kommen und sich dort mit den bereits in der ersten Phase der Exzellenzinitiative geförderten Einrichtungen messen können. "Wir rechnen damit, dass alle 85 bisherigen Exzellenzeinrichtungen weiter gefördert werden wollen und sich deshalb auch an der zweiten Phase beteiligen werden", sagte DFG-Präsident Kleiner. So entstehe ein "spannender und harter Wettbewerb" zwischen bereits geförderten und neuen Ideen und Projekten. Die in der Vorauswahl erfolgreichen Neubewerbungen und die bereits geförderten Einrichtungen sollen dann bis zum 1. September 2011 ihre vollständig ausgearbeiteten Förderanträge einreichen. Diese werden bis zum Februar 2012 begutachtet.

Die endgültigen Entscheidungen sollen Mitte 2012 fallen, zunächst in der Gemeinsamen Kommission von DFG und Wissenschaftsrat und schließlich im Bewilligungsausschuss für die Exzellenzinitiative, in dem neben den Vertretern der Wissenschaft die für Wissenschaft und Forschung zuständigen Minister des Bundes und der Länder sitzen. Der Bewilligungsausschuss soll am 15. Juni 2012 bestimmen, welche Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte von November 2012 an fünf Jahre lang gefördert werden.

Die Finanzierung

Für diese zweite Phase der Exzellenzinitiative stehen insgesamt 2,724 Milliarden Euro (einschließlich Programmpauschalen, Überbrückungs- und Auslauffinanzierungen) zur Verfügung. Im Juni 2009 hatten der Bund und die Länder die Fortsetzung des erfolgreichen Programms zur Förderung der Spitzenforschung an den deutschen Universitäten beschlossen, das seit 2006 beziehungsweise 2007 in zwei Runden läuft. Zugleich waren die Mittel für den Wettbewerb von 1,9 Milliarden Euro aus der ersten Phase deutlich aufgestockt worden. Auch in der zweiten Phase des Programms werden 75 Prozent des Geldes vom Bund und 25 Prozent von den jeweiligen Ländern der geförderten Einrichtungen bereitgestellt.

In der ersten Phase der Exzellenzinitiative werden insgesamt 85 Einrichtungen an 37 Hochschulen gefördert. Davon sind 39 Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Spitzennachwuchses. In 37 Exzellenzclustern bearbeiten Universitäten, außeruniversitäre Forschungsinstitute und oftmals auch Beteiligte aus der Wirtschaft zukunftsträchtige Forschungsthemen gemeinsam. Neun Universitäten sollen sich schließlich mit ihren Zukunftskonzepten als Ganze zu international führenden Forschungsuniversitäten fortentwickeln. Gegenüber der ersten Wettbewerbsphase wurden für die zweite Phase flexiblere Fördersummen festgelegt. Graduiertenschulen sollen demnach mit einem Betrag zwischen einer und 2,5 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden, Exzellenzcluster mit zwischen drei und acht Millionen Euro. Bei den universitären Zukunftskonzepten sollen auch verstärkt Elemente der forschungsbezogenen Lehre berücksichtigt werden.

Quellen: DFG und Wissenschaftsrat


Aus Forschung und Lehre :: Oktober 2010

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