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Elektronisches Journal an der Uni


Von Michaela Kotaskova und Lyudmil Tserovski

Elekronisches Journal: Ein Programm dokumentiert Projekte, ein anderes verwaltet Chemikalien. So bleiben dem Arbeitskreis Fotos jeder Versuchsanlage erhalten und Bestellungen laufen automatisch.

Elektronisches Journal an der UniAls elektronisches Journal hilft "Laborjournal" bei der elektronischen Versuchsprotokollierung und Laborverwaltung
Laborjournal- und Lagerverwaltungsprogramme sind häufig für große Pharma- und Chemieunternehmern entwickelt. Manches Programm eignet sich aber ebenso für kleinere Forschungs- und Entwicklungslabore, auch an Universitäten. Seit etwa einem Jahr nutzt der Arbeitskreis Helm am Institut für Pharmazie und Biochemie der Universität Mainz ein Softwarepaket des Softwareunternehmens Quattro zur elektronischen Versuchsprotokollierung und Laborverwaltung.

Das Projekt im Griff haben

Das Laborjournal (LJ), ein elektronisches Journal, verwaltet Projekte inklusive digitaler Dokumentation. Dabei kann die Protokollführung projekt- oder mitarbeiterorientiert sein; beides lässt sich durch die Software abbilden. Zusätzlich zum konventionellen Protokoll, wie es in der Papierform üblich ist, lassen sich externe Dateien mit Formaten wie .doc, .pdf und .jpg hochladen, verlinken und indizieren. Damit sind alle Versuchsdaten eingebunden und gesichert, wenn sie digital vorliegen oder digitalisierbar sind. Selbst Fotos von Geräteaufbauten sind so schnell sowie unkompliziert hinterlegt und vor allem wiederzufinden. Die Software enthält eine Suchfunktion nach Volltext, Autor, chemischer Struktur, Substruktur usw. Dies ermöglicht, Versuchsbeschreibungen und Reagenzien des gesamten Arbeitskreises zu finden. Sowohl die Suche als auch die Protokollführung werden durch eine Interaktion mit Formelzeichenprogrammen unterstützt. Besonders nützlich sind die Werkzeuge (Integrated Tools), die eine Reaktion sowohl durch chemische Formeln beschreiben, als auch die Stöchiometrie und Ausbeute berechnen. Dabei gibt es noch Raum für Weiterentwicklungen, beispielsweise bei der Interaktion mit Chemdraw und Isisdraw. Das Laborjournal läuft am effizientesten, wenn die laboreigene Datenbank auf einem Server installiert und von Clientrechnern abgerufen wird. So ist die gespeicherte Information gegen Zugriff von außen geschützt und patentfestes Arbeiten möglich, wie in der Industrie üblich.

Das Lager verwalten

Eine sinnvolle Ergänzung zum Laborjournal bietet ein Lagerverwaltungsprogrammprogramm (Compound-Management, CM). Quattro CM verwaltet und inventarisiert alle chemischen Substanzen im Labor, inklusive der synthetisierten und im elektronischen Journal beschriebenen. Allerdings fehlt die Option, Substanzinformationen wie Molekularmasse, Reinheit und Restmenge aus dem Verwaltungsprogramm in das Laborjournal automatisch übertragen zu lassen. Das Programm beobachtet den Vorrat an Substanzen und Proben, die im Labor vorhanden sind. Für jede Chemikalie lässt sich ein Mindestvorrat definieren, bei dessen Unterschreitung das Programm automatisch nachbestellt oder eine Nachbestellung anmahnt. Vorteilhaft im akademischen Umfeld ist, dass das Lagerverwaltungsprogramm auch Gefahrstoffinformationen wie Sicherheitsdatenblätter verwaltet.

Der Barcode hilft forschen

Besonders gefallen hat uns, dass Quattro CM sehr gut mit einem Barcodescanner und einen Barcodedrucker zusammenarbeitet. Dies vereinfacht die Suche nach chemischen Daten. Ein Mitarbeiter kann so ein Gefäß allein aufgrund des Barcodes identifizieren und damit z. B. alle gespeicherten Versuchsdaten nach genau dieser Substanz durchsuchen. Trotz einiger Kinderkrankheiten, die aus der Anpassung von Industrie an Akademie entstanden, haben Quattros LJ und CM unsere Labororganisation und Verwaltung vereinfacht.

Über die Autoren
Michaela Kotaskova und Lyudmil Tserovski sind Mitarbeiter im Arbeitskreis von Mark Helm im Institut für Pharmazie und Biochemie der Universität Mainz. kotaskov@uni-mainz.de l.tserovski@gmail.com


Aus Nachrichten aus der Chemie» :: Juli/ August 2011

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