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EURODOC: Bologna nicht auf Promotion ausdehnen

 

Europäische Nachwuchswissenschaftler haben sich gegen eine Vereinheitlichung der Promotion im Rahmen der Bologna-Reformen ausgesprochen.

EURODOC: Bologna nicht auf Promotion ausdehnen© Gastonmag - stock.xchng
Die Europäische Vereinigung der Doktoranden und jungen Forschenden (EURODOC) hat sich gegen eine Ausweitung der Bolognareform auf die Promotionsphase ausgesprochen. Die im Rahmen der Bolognareformen forcierte Uniformierung für den ersten und zweiten Zyklus der Hochschulbildung sei für den dritten Zyklus der Promotion "nicht brauchbar". Vielmehr sollte Universitäten in der Entwicklung von Strategien für Promotionsprogramme größtmögliche Freiheit zugestanden werden.

Bei ihrer Jahrestagung in Freiburg (Schweiz) betonten EURODOC-Teilnehmer, dass die Förderung einer breiten Basis hochwertiger Forschung ebenso bedeutsam sei wie die Exzellenz in der Forschung. Dafür sei die Freiheit der Forschung, der Abbau von übermäßigen Verordnungen und die Schaffung von Förderprogrammen notwendig.

Die Beschränkung auf die Habilitation sei nach Auffassung der Teilnehmer für die Karriereentwicklung "oftmals eine Behinderung". Dagegen stellten Juniorprofessuren mit tenuretrack eine Verbesserung dar.

Abwanderungen in die Privatwirtschaft seien durch Vergütungsunterschiede zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erklärbar, jedoch wäre in einigen Fächern weniger die Problematik der Vergütung entscheidend, sondern vielmehr die Anzahl der zu besetzenden Stellen.

Die Tagungsteilnehmer forderten die Mitgliedsorganisationen von EURODOC dazu auf, für die Umsetzung der Europäischen Charta für Forscher und den Verhaltenskodex zu werben. Sie lehnten deutlich eine "Zerstückelung" der Charta, um einzelne Punkte einfacher umzusetzen, ab.

Aus Forschung und Lehre :: Juni 2008

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