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European Young Investigator

 

Dr. Kai Phillipp Schmidt ist Preisträger des European Young Investigator Award 2007 und arbeitet an der TU Dortmund

European Young Investigator: Preisträger© DFG
Welche Anwendung finden die Ergebnisse Ihrer preisgekrönten Forschung in der Praxis?

Meine Forschung, die sich mit der Theorie stark korrelierter Quantensysteme beschäftigt, ist in ihrem Kern Grundlagenforschung. Sie orientiert sich aber an für die Praxis wichtigen Leitmotiven wie Hochtemperatursupraleitung oder Quantencomputer, die ein enormes technisches Potential für die Zukunft unseres täglichen Lebens bergen. Supraleitung, also Strom mit im Prinzip verschwindenem Widerstand könnte unser ganzes Stromnetz und alle darauf basierenden Geräte effizienter machen. Der eigene Beitrag ist hierbei immer ein kleines Mosaikstück, dass man zusammen mit Partnern und im Wettbewerb mit anderen Gruppen hinzufügt.

Sind die Bedingungen für Nachwuchswissenschaftler in der Schweiz besser als in Deutschland?

Die Schweiz bietet einen sehr engen und kompetitativen Markt, der es Nachwuchswissenschaftlern erlaubt, unter nahezu optimalen Bedingungen zu forschen. Positive Punkte sind die hohe Dichte an wissenschaftlichen Kontakten, die Internationalität, eine auf Dienstleistung basierende, effiziente Verwaltung und eine sehr gute Ausstattung. Ein direkter Vergleich der unterschiedlich großen Länder ist aber schwierig.

Wie stellen Sie sich Ihre weitere Karriere in der Wissenschaft vor?

Das Fehlen einer wissenschaftlich harten, aber fairen Tenure-Track-Option verhindert leider, dass man sich durch sehr gute Arbeit eine langfristige, auch familienfreundlichere Perspektive an seinem Forschungsstandort erarbeiten kann. Ich werde mir daher genau anschauen, wie sich der wissenschaftliche Markt in Deutschland, aber auch im Ausland entwickelt, um den für mich und meine Familie optimalen Weg einzuschlagen. Verbesserte Arbeitsbedingungen und Bezahlung sowie weniger Verwaltungsaufgaben und Evaluationen würden hierbei den Wissenschaftsstandort Deutschland attraktiver machen.

Aus Forschung und Lehre :: Februar 2008

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