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Fachhochschule und Universität als Arbeitgeber - der kleine Unterschied

VON BÄRBEL BROER

Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden sich als Arbeitgeber minimal. Im wissenschaftlichen Bereich werden Professoren nach der W-Besoldung bezahlt; wissenschaftliche sowie nichtwissenschaftliche Mitarbeiter werden nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes der Länder bezahlt. Unterschiede zwischen FH und Uni gibt es aber auch bei den Stellenpools und der Bezahlung. Ein Überblick.

Fachhochschule und Universität als Arbeitgeber - der kleine Unterschied© svedoliver - iStockphoto.comAls Arbeitgeber stellen Fachhochschulen im Unterschied zu Universitäten andere Voraussetzungen an ihre Bewerber
Auch wenn die Fachhochschulen im Rang versuchen, an die Universitäten heranzureichen, so werden sie noch immer als Hochschulen zweiten Ranges abgestuft - zu Unrecht (s. "Fachhochschulen: Erfolg oder Scheitern?"). Aber nicht nur in der Sprache und in der Bewertung gibt es Unterschiede der beiden Säulen im Hochschulsystem, auch als Arbeitgeber stellt die Fachhochschule andere Voraussetzungen an ihre Bewerber als die Universität. Fachhochschulen und Universitäten haben andere Stellenpools. So betragen nach Angaben des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2012 bundesweit die Kosten pro Professur an Fachhochschulen im Schnitt 172.740 Euro. Im Vergleich dazu belaufen sich die Kosten für eine Universitätsprofessur auf 579.350 Euro.

Unterschiede im Gehalt

Auch bei der Einstufung bezüglich der Besoldungsgruppen im nichtwissenschaftlichen Bereich gibt es Unterschiede. Während an den Universitäten Hochschulabsolventen mit Master-, Magister- oder Diplomabschluss häufig ab Entgeltstufe E 13 bis Entgeltstufe 15 eingruppiert werden, gilt dies nicht immer an Fachhochschulen. Nicht selten sind Stellen mit identischen Tätigkeitsprofilen ausgeschrieben - aber an Universitäten eine Gehaltsstufe höher. Auch die Kosten für Studienplätze unterscheiden sich deutlich: Ein Studienplatz an einer Uni kann - abhängig von der Fachrichtung - bis zu dreimal so viel kosten wie an einer FH.

Unterschiede bei Einstellungsvoraussetzungen für Professoren

Einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Bildungssystemen gibt es bei den Einstellungsvoraussetzungen für Professoren: Für einen Lehrstuhl an einer Universität sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, eine Promotion, wissenschaftliche Leistungen sowie pädagogische Eignung unabdingbar. Wissenschaftliche Leistungen sollten im Rahmen einer Habilitation oder einer Juniorprofessur erbracht worden sein. Für eine FH-Professur hingegen ist Einstellungsvoraussetzung, dass mehrere Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschulen vorzuweisen sind. Denn FH-Professoren sollen ihren Studenten vor allem anwendungsorientierte Lehre bieten können. Zudem sollten FH-Professoren ein abgeschlossenes Hochschulstudium und pädagogische Eignung vorweisen können. Eine Promotion ist häufig Voraussetzung, nicht unbedingt allerdings in den künstlerischen Bereichen wie Design, Architektur oder Kunst. Einen Unterschied gibt es zudem bei den Professoren-Stellen: An der Universität gibt es C4-Professuren, der heutigen W3-Besoldung entsprechend. An der Fachhochschule gibt es diese Dotierung nur in seltenen Fällen, das ist vom jeweiligen Bundesland abhängig.

academics :: September 2013