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FAQ Forschungsförderung

Von Julia Becker

Die häufigsten Fragen zur Forschungsförderung.

FAQ Forschungsförderung© rrocio - iStockphoto.com

Habe ich als Doktorand in Deutschland Anspruch auf BAFöG?

Nein. Gemäß §7 Abs. 2 BAFöG zählt die Promotion nicht zu jenen Ausbildungen, die trotz eines bereits bestehenden, ersten berufsqualifizierenden Abschlusses im Rahmen der Weiterbildung gefördert werden können. Allerdings sind Doktoranden von den üblichen Studiengebühren befreit.

Sind die Fördersätze für Stipendien bei allen Stiftungen gleich?

Nein. Bei Promotionsstipendien liegt der monatliche Satz zwar meist bei 1050 Euro plus individuell festgelegter Forschungspauschalen - dennoch gibt es auch Stipendien, die darunter oder darüber liegen. Auch jenseits der Promotion gibt es keine einheitlichen Fördersätze, hier variiert die Höhe der monatlichen Grundbeträge.

Gibt es bei den Förderangeboten eine Altersgrenze für Bewerber?

Ja, gerade bei den Promotionsstipendien werden sehr oft Obergrenzen für das Alter der Bewerber festgesetzt. Diese liegen meist zwischen 27 und 35 Jahren. Bei Förderprogrammen für Promovierte hingegen werden selten Altersgrenzen für die Bewerber angegeben, stattdessen jedoch eine Jahreszahl, wie lange das Ablegen der Promotion maximal her sein darf. Bei Förderprogrammen für Professoren und Habilitierte gibt es keine derartigen Beschränkungen.

Kann ich mich um mehrere Förderungen gleichzeitig bewerben?

Das ist eine heikle Angelegenheit. Viele Stiftungen haben einen gemeinsamen Datenpool, auf den alle zugreifen können. Wenn Sie sich also bei einer Stiftung bewerben, werden Sie dort in der Datenbank registriert, andere Stiftungen, bei denen Sie sich gleichzeitig bewerben, können einsehen, dass Sie zweigleisig fahren. Dann sind Sie (fast) immer aus dem Rennen - bei beiden Stiftungen. Es ist jedoch nicht ganz klar, welche Förderer wie vernetzt sind und wo die Gefahr besteht, dass eine doppelte Bewerbung auffällt. Grundsätzlich gilt aber: Auf doppelte Bewerbungen lieber verzichten.

Muss ich immer herausragende Leistungen erbracht haben, um ein Stipendium zu erhalten?

In den meisten Fällen: Ja. Dennoch sollte bei der Bewerbung die Bedeutung des ausführlichen Konzepts zum Forschungsvorhaben nicht unterschätzt werden. Schwachstellen bei den Noten im Studium können mit einem herausragenden, innovativen Forschungskonzept wieder ausgleichen werden. Es gibt aber auch spezielle Stipendien, die sich an forschende Wissenschaftler in finanzieller Notlage richten - hier haben die Noten zwar auch eine Bedeutung, aber nicht so stark wie beispielsweise bei den Stipendien einer Begabtenförderung.

Kann ich mich als ausländischer Wissenschaftler auch auf deutsche Förderprogramme bewerben?

Oftmals ja, da die Förderer ein internationales Forschungsumfeld in Deutschland unterstützen möchten. Eine Voraussetzung für die Förderung von ausländischen Wissenschaftlern in Deutschland ist jedoch oft, dass diese bei Antragstellung bereits einige Zeit in Deutschland verbracht haben. Genaue Hinweise, wer an den einzelnen Förderprogrammen teilnehmen darf, finden sich dazu auch immer in den jeweiligen Programmbeschreibungen. Darüber hinaus gibt es auch extra Förderer, die sich auf die Förderung von ausländischen Wissenschaftlern in Deutschland spezialisiert haben - beispielsweise der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Gibt es Zwischenevaluationen durch die Förderer?

In einigen Fällen schon. Die Zwischenevaluation dient meist dazu, bisherige Forschungsleistungen zu bewerten und darüber zu entscheiden, ob die Förderung auf die volle Dauer verlängert wird.

Muss ich nach der Förderung einen Bericht über meine Forschungstätigkeit schreiben?

Ja, in nahezu allen Fällen ist dies Pflicht. Wenn kein Bericht geschrieben werden muss, dann wird zumindest eine entsprechende Veröffentlichung über die Forschungsergebnisse erwartet. Ein Abschlussbericht dient der Überprüfung, ob die bewilligten Forschungsgelder sinnvoll eingesetzt wurden und als Nachweis für die Förderer über ihre Aktivitäten. Einige Förderer wünschen sogar einen jährlichen Forschungsbericht.

Quelle: academics

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