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Forschung durchführen ohne den "Uni Karriere"-Weg zu gehen?

Forschung durchführen ohne den © Mario Beauregard - Fotolia.com

Gibt es die Möglichkeit Forschung durchzuführen ohne den "Uni Karriere"-Weg zu gehen?

Ich bin promovierte Biologin, wollte aber wegen meiner Beziehung in eine bestimmte Stadt ziehen. Dort habe ich nun "nur" eine Stelle als technische Angestellte bekommen. Allerdings ist dies eine unbefristete Uni-Stelle.

Vor kurzem erhielt ich das Angebot eine PostDoc-Stelle in den USA anzunehmen. Erstmal wäre die Stelle nur für ein Jahr, aber mit eventueller Möglichkeit der Verlängerung (jedoch nicht sicher).

Was soll ich tun? Ich würde eigentlich im Moment nicht gerne umziehen, da ich und mein Partner uns beide ein Kind wünschen. Und ich bin erst seit ca. einem Jahr zu meinem Freund gezogen.

Allerdings würde ich schon noch gerne meine Forschungen weiter betreiben, allerdings kann ich nicht, und will ich nicht diese Schiene eingehen, immer für ein Jahr, oder zwei, jedesmal neu anfangen. Ich habe schon so oft neu angefangen, und bin nicht mehr bereit ständig mich neu zu "erfinden". Ich suche Beständigkeit.

Meine Frage wäre nun: wo kann ich Hilfe bekommen. Was für Möglichkeiten, außer "UNI Karriere" gibt es noch Forschung durchzuführen? Wieso ist Forschung immer nur mit Wechsel verbunden? Wissen Sie vielleicht Beratungsstellen für Wissenschaftler in Österreich? Wo bleibt die soziale Komponente bei den Forschern heutzutage?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: In der Tat ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass Stellen mit immer kürzerer Befristung besetzt werden. Forschungsmöglichkeiten außerhalb der Universitätskarriere sind z. B. denkbar in außeruniversitären Forschungsinstituten. In Deutschland existieren beispielsweise viele Max-Planck-Institute oder Leibniz-Institute. In diesen ist häufig auch mit unbefristeten oder zumindest langfristig befristeten Stellen eine Forschungsmöglichkeit gegeben.

Die Durchlässigkeit zwischen diesen außeruniversitären Forschungsinstituten und den Universitäten selbst ist dabei sehr hoch. So kommt es häufig vor, dass an einem Max-Planck-Institut oder an einem Leibniz-Institut beschäftigte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf Hochschulprofessuren berufen werden.

Abseits dieses Karriereweges ist in unseren Augen freilich der Weg in die Wirtschaft denkbar. Auch hier bestehen in vielen Zweigen Forschungsmöglichkeiten, wenngleich freilich der Schwerpunkt auf der praktischen Tätigkeit liegen wird. Beratungsstellen für Wissenschaftler in Österreich sind uns leider nicht bekannt.
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