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Hannover Biomedical Research School (HBRS)
Laboranten, © Hannover Biomedical Research School (HBRS) Labor, © Hannover Biomedical Research School (HBRS)

Infektionsbiologie, Molekulare Medizin, Regenerative Wissenschaften

Forschungsschwerpunkte der Hannover Biomedical Research School

Forschungsschwerpunkte der Hannover Biomedical Research School

Forschungsschwerpunkt Infektion und Immunologie

Die Welt der modernen Infektionsforschung hat sich mit dem Auftreten von HIV und dessen Einfluss in der Virologie und Immunologie sehr verändert. Die Entwicklung der antiviralen HIV Therapie hat großen Einfluss auf die weitere Entwicklung von antiviralen Medikamenten. Kürzlich auftretende neue Infektionskrankheiten wie z.B. SARS konnten schnell bekämpft werden. Neue diagnostische Tests wurden entwickelt und Impfstoffe sind bereits vorhanden.

Die Infektionsforschung an der MHH ist auf Bakterien wie Helicobacter pylori, Pseudomonas aeruginosa fokussiert. Aber auch Viren in immunsupprimierten Patienten, welches eine große Rolle in der Klinik spielt, werden untersucht, z.B. Herpes Viren, Cytomegalovirus, Hepatitis und HIV. Die HBRS konzentriert sich speziell auf chronische und latent pathogene Erreger und die Konsequenzen für die Patienten, die an Infektionskrankeiten, Krebs oder Autoimmunität leiden. Infektionsforschung ist immer eng mit der Wirtsreaktion und damit mit der Immunologie verbunden. Das Verständnis der Rolle von Chemokinen und Zytokinen sowie deren Rezeptoren hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass neue Medikamente entwickelt werden konnten.

Alle diese Substanzen haben erfolgreich dazu beigetragen, chronische Krankheiten, wie z.B. rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder allergische Erkrankungen (Asthma), zu bekämpfen. Allerdings ist es noch weitgehend unklar, wie man die besten Impfstoffe gegen HIV, Malaria oder Tuberkulose entwickelt oder wie man spezifisch Autoimmunprozesse unterbindet. Außerdem muss untersucht werden, wieviele infektiöse Erreger an unterschiedlichen chronischen Entzündungen oder Autoimmunkrankheit beteiligt sind. Es ist daher notwendig, die immunologischen und zellulären Mechanismen des Wirtes aufzudecken, um in Zukunft neue biologische Therapieansätze zu entwickeln.

Forschungsschwerpunkt Transplantation, Tissue Engineering und Stammzellbiologie

In der letzten Zeit hat sich die Transplantationsmedizin von der experimentellen klinischen Forschung zu Standardroutineprozessen bei vielen lebensbedrohlichen Krankheiten entwickelt. Die Herausforderungen der Zukunft werden die Erzeugung von Toleranz, Akzeptanz von Spenderorganen und Transplantabstoßungen, sowie die schon oben erwähnten assoziierten Probleme, wie Immunsuppression und Infektionen sein. Kürzlich wurde vorgeschlagen, dass einige Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt oder Alzheimer mit hämatopoietischen Stammzellen behandelbar seien. Es bedarf allerdings noch intensiver Forschung, um herauszufinden wie effektiv diese neuen Methoden sind. Diese neue therapeutische Strategie basiert auf der Hypothese, dass Zellen des Knochenmarks in andere Gewebe und Organe einwandern können, sich dort gewebsspezifisch ausbilden und eine lokale Regeneration induzieren können. Ein zweiter Weg der Organregeneration ist die regenerative Aktivität von ruhenden Stammzellen in bereits differenzierten Organen. Zukünftige Forschung wird sich auf die Bestimmung der Stammzell-Plastizität konzentrieren, um bessere Therapiebedingungen zu testen. Da Gewebsverletzungen ein wichtiger Auslöser für Stammzelleinlagerungen oder "homing" sind, wird es zukünftig wichtig sein, Typen und Zeitverläufe von Verletzungen zu definieren. Auch ist noch völlig offen, welche Zytokine bei der Mobilisierung von Stammzellen spielen. Ein anderer großer Bereich der regenerativen Forschung ist die Erklärung aller molekularen Mechanismen (intrinsische Faktoren, Milieu), die die Regeneration in gesunden, kranken und alternden Menschen verursachen. Auch benötigt man mehr Wissen über die Organentwicklung, Regulation des Zellzyklus, maligne Transformation und die epigenetische "Re"programmierung.
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