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Geburtstag der Welterklärer - Wissenschaftsfernsehen sollte bilden

von Andreas Sentker

Gutes Wissenschaftsfernsehen darf den Zuschauer fordern.

Geburtstag der Welterklärer© DeshaCAM - iStockphoto.comWissenschaftssendungen sollten bilden. Von einer Überforderung der Zuschauer kann keine Rede sein
Am kommenden Montag lädt der WDR nach Köln, um zu feiern, was Moderator Ranga Yogeshwar selbstironisch einen »Dinosaurier« nennt: 20 Jahre alt ist die Wissenschaftssendung Quarks und Co. Im Fernsehen sind das Äonen. Das Format selbst aber wirkt alles andere als versteinert. Man kann ihm nur viele weitere Jahre des Erfolgs wünschen. Warum gerade Quarks und Co? Gibt es nicht genug Wissenschaft im Fernsehen? Was ist mit Galileo und nano? Mit Abenteuer Leben und Abenteuer Erde? Mit Planet Wissen und Faszination Wissen?

Die Fülle des Angebots täuscht. Die ARD hat fast alle Wissenschaftssendungen in die dritten Programme verbannt. Im ZDF hält der Physiker Harald Lesch (Abenteuer Forschung) noch die Stellung. Verhängnisvoller als die Verschiebung der Programmplätze ist die der Inhalte. Wie die private Konkurrenz setzt das öffentlichrechtliche Fernsehen vor allem auf zeitlose und eingängige Themen. Standen Hoimar von Ditfurth, Heinz Haber und Horst Stern noch für den personifizierten Bildungsauftrag des Fernsehens, scheinen die Programmverantwortlichen heute tunlichst den Eindruck zu vermeiden, sie wollten ihren Zuschauer bilden. Es könnte ihn ja überfordern.

Die Zeit der alten Männer, die die Welt erklären, ist vorbei. Aber Erklärungen sucht der Zuschauer noch immer. Und er ist klüger, als viele Fernsehmacher glauben. Man kann ihm - das beweisen 20 Jahre Quarks und Co - Qualität zumuten.

Aus DIE ZEIT :: 26.09.2013

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