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Assistenzarzt - Gehalt und Karriereaussichten

von academics

Die Funktion eines Assistenzarztes kann unterschiedlich sein. Während Ärzte nach dem Studium und der Approbation ihre praktische Weiterbildung zum Facharzt als Assistenzärzte in einem Krankenhaus, einer Rehaklinik oder einer Praxis erwerben, werden in einigen Kliniken auch Stationsärzte ohne leitende Tätigkeit als Assistenzarzt bezeichnet. Wie hoch für einen Assistenzarzt das Gehalt ausfällt, hängt daher auch von der Funktion ab.

Assistenzarzt - Gehalt und Karriereaussichten© tony98 - Fotolia.comDas Gehalt eines Assistenzarztes hängt starkt von seinem Fachgebiet ab
Bereits während des Medizinstudiums entscheiden sich Studenten in der Regel für das medizinische Fachgebiet, in dem sie später als Facharzt praktizieren möchten. Die Entscheidung kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein. Vielleicht möchten sie später die Praxis ihrer Eltern übernehmen und wissen von Beginn an, welche Gebietsbezeichnung nach dem Studium erworben werden soll. Möglich ist aber auch eine Entscheidung, die neben der individuellen fachlichen Kompetenz auf das spätere Assistenzarzt-Gehalt abzielt.

Gehalt und Dauer der Ausbildung für Assistenzärzte

Die Frage, wie hoch während der Zeit als Assistenzarzt das Gehalt sein wird, ist abhängig von der Dauer der Facharzt-Ausbildung. Je nach medizinischem Fachgebiet dauert die Weiterbildung zum Facharzt in der Regel fünf oder sechs Jahre. Entscheiden Sie sich z.B. für das Fachgebiet Neurochirurgie, Neuropathologie, Chirurgie oder Orthopädie und Unfallchirurgie, müssen Sie sechs Jahre lang mit dem Assistenzarzt-Gehalt auskommen. Entscheiden Sie sich während der Zeit als Assistenzarzt für ein anderes Fachgebiet, wird bei einem Wechsel in ein anderes Fachgebiet in der Regel die bereits geleistete Zeit anerkannt. In einer öffentlichen Klinik ist das Gehalt eines Assistenzarztes unabhängig von der Fachrichtung.

Reinertrag Ärzte

Der Reinertrag darf in keinem Fall mit dem betriebswirtschaftlichen Gewinn oder mit dem Einkommen verwechselt werden. Von den Beträgen sind z.B. Aufwendungen für die Praxisübernahme sowie private Leistungen wie Altersvorsorge, Krankenvorsorge und auch notwendige Steuerzahlungen abzuziehen.

Gehälter in Klinik und Praxis

Ihre Assistenzarzt-Zeit können Sie in einem Krankenhaus, einer Rehabilitations-Einrichtung sowie in der Praxis von niedergelassenen Ärzten verbringen. Wichtig für die Anerkennung der praktischen Ausbildung ist die Weiterbildungsermächtigung Ihres Arbeitgebers. Beliebte Arbeitgeber für Assistenzärzte sind Krankenhäuser, insbesondere Fachkliniken und Universitätskliniken, in denen Sie Forschung und medizinische Praxis miteinander verbinden können. Die Gehälter sind tariflich festgelegt, auch passen viele Arztpraxen das Gehalt an den Tarifvertrag für kommunale Kliniken an.

Brutto-Monatsgehälter von Assistenzärzten, Stand 2015:
  Durchschnittliches Monatsgehalt der Assistenzärzte in kommunalen Kliniken und Universitätskliniken (in Euro)
  Erstes Jahr Zweites Jahr Drittes Jahr Viertes Jahr Fünftes Jahr Sechstes Jahr
© oeffentlicher-dienst.info, Tabelle: academics.de
Kommunale Kliniken 4.111,59 4.344,65 4.511,10 4.799,63 6.143,66 5.285,15
Universitätskliniken 4.312,45 4.556,89 4.731,47 5.034,11 5.394,93 5.535,66

Entscheidung mit Weitsicht - Assistenzarzt und Gehalt der Fachärzte

Da das Assistenzarzt-Gehalt grundsätzlich unabhängig vom gewählten Fachgebiet ist, sind die Einkommensaussichten als Facharzt schon eher unterschiedlich. Nach den jährlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamts gestalten sich die monatlichen Reinerträge niedergelassener Fachärzte im Jahr 2014 wie folgt:

  • Arzt für Allgemeinmedizin: ca. 11.500 Euro
  • Kinderarzt: ca. 11.666 Euro
  • Gynäkologen: ca. 12.000 Euro
  • Hals-Nasen-Ohrenarzt: ca. 12.333 Euro
  • Urologe: ca. 14.000 Euro
  • Facharzt für Neurologie: ca. 14.416 Euro
  • Internist: ca. 15.333 Euro
  • Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten: ca. 15.416 Euro
  • Orthopäden: ca. 16.083 Euro
  • Chirurgen: ca. 16.500 Euro
  • Augenarzt: ca. 19.083 Euro
  • Facharzt für Radiologie: ca. 25.250 Euro

Assistenzarzt

Als Assistenzarzt werden Ärzte in Weiterbildung (AiW) bezeichnet. Während der Zeit als Assistenzarzt in einer Klinik oder Praxis erwirbt ein Arzt nach seiner Approbation praktische Erfahrungen in einem medizinischen Fachgebiet und erlangt damit die Gebietsbezeichnung eines Facharztes. Der Facharzt ist aufgrund seiner zusätzlichen Ausbildung für ein medizinisches Gebiet besonders spezialisiert, zum Beispiel als Hals-Nasen-Ohrenarzt, Chirurg oder Orthopäde.
Die Gehälter für angestellte Fachärzte richten sich nach den jeweils gültigen Tarifverträgen und der jeweiligen Position. Laut Angaben von teramed.de ist ein ungefährer Richtwert für angestellte Fachärzte nach TVÖD eine monatliches Gehalt von etwa 5.000 Euro. Hier ist zu berücksichtigen, dass Ärzte im angestellten Arbeitsverhältnis zwar über ein deutlich geringeres Einkommen als niedergelassene Ärzte verfügen, aber in Punkto Arbeitszeit und bezahlter Fortbildung- und Weiterbildungsmaßnahmen über Argumente für ein Angestelltenverhältnis verfügen.

Ärzte ohne Facharztausbildung

Wenn Sie sich die lange Zeit als Assistenzarzt und damit die Weiterbildung zum Facharzt sparen möchten, sind Sie heute nicht mehr berechtigt, als niedergelassener Arzt Kassenpatienten zu behandeln sowie die Funktion eines Ober- oder Chefarztes in einer Klinik wahrzunehmen. Die Bezeichnung als Praktischer Arzt, der sich noch bis 2006 ohne Facharztausbildung mit einer eigenen Praxis niederlassen konnte, ist mit der Richtlinie 93/16 EWG seither in Deutschland abgeschafft. Ohne Facharztausbildung können Sie daher lediglich privatärztlich oder als begutachtender Arzt zum Beispiel im Gesundheitsamt tätig werden.

Darüber hinaus finden Sie als Mediziner ohne Facharztausbildung auch andere spannende Aufgaben, zum Beispiel in der Pharma-Industrie, der Entwicklungshilfe oder als Medizin-Journalist. Die Gehaltsaussichten in diesen sehr vielfältigen Tätigkeiten unterscheiden sich stark und hängen auch von Ihrem persönlichen Engagement ab. Das Gehalt eines Arztes im Gesundheitsamt ohne die Zusatzausbildung als Arzt im öffentlichen Gesundheitswesen bewegt sich z.B. zwischen 3.129 und 5.270 Euro brutto abhängig von der Dauer der Dienstzeit.