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Geld für den Chemiemittelstand

Von Holger Bengs

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert weitere fünf Jahre lang mittelständische Unternehmen mit Innovationsgutscheinen.

Geld für den Chemiemittelstand© Joachim Wendler - iStockphoto.com
Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich häufig über Neuheiten am Markt behaupten und gegen größere Konkurrenten auf heimischen und internationalen Märkten Position beziehen. Im Tagesgeschäft fehlen jedoch oft die Ressourcen, um die Marktfähigkeit von Ideen einzuschätzen oder sie zu in Produkte umzusetzen. Dabei können externe Berater die Unternehmen unterstützen. Hier setzt das Programm go-Inno des Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) an. Um die Förderung für Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen, darf das Unternehmen maximal 99 Beschäftigte haben, und der Jahresumsatz oder die Bilanzsumme darf höchstens 20 Mio. Euro betragen. Das Programm fördert mit Gutscheinen, die autorisierte Beratungsunternehmen oder Kontaktstellen herausgeben. Die Gutscheine decken 50 Prozent der Dienstleistung eines Beratungsunternehmens bei maximal 1100 Euro pro Tagewerk.

Die Leistungsstufen

In der Leistungsstufe 1 sind bis zu zehn Beratertage für eine Potenzialanalyse förderbar, etwa um ein Stärken-Schwächen-Profil des Unternehmens anzufertigen und die Marktfähigkeit eines neuartigen Produkts zu prüfen. Der Gutschein hätte dann maximal einen Wert von 5500 Euro. Die Leistungsstufe 2 fördert mit bis zu 25 Beratertagen ein Realisierungskonzept. Darunter fällt es, Technologiegeber zu finden, etwa um mit neuen Maschinen die Produktion effizienter zu machen. Zudem wird das Projektmanagement, das die Innovation im Controlling und in der Umsetzung begleitet, mit bis zu 15 Beratertagen gefördert. Maximal darf ein Unternehmen pro Kalenderjahr fünf Innovationsgutscheine mit einem Förderwert von insgesamt 20 000 Euro in Anspruch nehmen. Neben den Geldmitteln hat der Unternehmer den Vorteil, dass überwiegend die Beratungsunternehmen die Gutscheine verwalten. Die Qualität der Berater prüft das BMWi jährlich.1)

Das Programm

Das Programm go-inno wurde im Jahr 2000 zunächst in den neuen Bundesländern eingeführt. In den alten Bundesländern wird es derzeit noch selten genutzt. Dabei sichert das Programm Arbeitsplätze bei Chemiemittelständlern aus der Kunststoffverarbeitung, dem Chemiehandel oder der Farben- und Lackindustrie: Jeder dritte Arbeitsplatz in der chemischen Industrie ist in einem mittelständischen Unternehmen, und ein Drittel des Branchenumsatzes kommt aus dem Mittelstand.2) Die Go-Inno-Förderung zur strukturierten Vorbereitung von Innovationsvorhaben, zur Analyse nationaler und internationaler Marktchancen oder zur Suche nach Kooperationspartnern insbesondere aus der Wissenschaft soll die mittelständische Industrie stabilisieren. Die neue Go-Inno-Richtlinie ist seit Anfang August in Kraft und gilt fünf Jahre. Sie fasst die Programme go-innovativ für Innovationsvorhaben, das hier beschrieben wurde, und go-effizient für eine höhere Rohstoff- und Materialeffizienz zusammen (siehe Kasten).

Quellen

1) www.inno-beratung.de
2) Innovationsmotor Chemie, ZEW, 2003.

Holger Bengs ist geschäftsführender Gesellschafter von BCNP Consultants, einem vom BMWi autorisierten Beratungsunternehmen im Programm BMWi-Innovationsgutscheine.

Aus Nachrichten aus der Chemie» :: Januar 2012

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