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Gemeinschaft als Therapie

Von Harro Albrecht

Nicht nur Schnupfen ist ansteckend, sondern auch das Wohlbefinden. Soziale Netzwerke helfen, gesund zu bleiben - und glücklich.

Gemeinschaft als Therapie© Pavel Losevsky - Fotolia.com
Für seine Studie musste er schon etwas tiefer in die Tasche greifen, schließlich sollten die Teilnehmer unter Strom gesetzt werden. »200 Dollar für ein halbstündiges Experiment, das ist doch eine großzügige Bezahlung«, sagt der Hirnforscher James Coan von der University of Virginia. Das Angebot war ausreichend und lockte 16 verheiratete Frauen nebst Partner in das Labor. Dort verkabelte der Hirnforscher die Damen, verabreichte ihnen leichte elektrische Schläge und beobachtete währenddessen die Hirnaktivität der Probandinnen im Kernspintomografen. Immer wenn der Strom durch die Knöchel der Versuchsperson jagte, leuchteten auf dem Kontrollmonitor jene Hirnregionen auf, die Gefahr signalisieren. Doch jedes Mal, wenn Coan den anwesenden Partner bat, seiner Frau während des Experiments die Hand zu halten, sank die Hirnaktivität deutlich. Zugleich gaben die Frauen an, weniger Schmerzen zu empfinden.

»Menschen, denen man vertraut und mit denen man sich verbunden fühlt, konnten die Hirnregionen besänftigen, die mit Gefahren und verschärfter Aufmerksamkeit zu tun haben«, sagt Coan. Die positive Wirkung des Händchenhaltens zeigte sich aber auch dann, wenn ein Fremder der jeweiligen Probandin zur Seite stand. »Der Effekt ist bei einem Fremden zwar geringer, aber durchaus nachweisbar«, sagt der Wissenschaftler. Und noch etwas fand der Forscher heraus: Am stärksten half die Berührung bei jenen Paaren, die zuvor angegeben haben, miteinander besonders »glücklich« zu sein. Coan hatte in seinem Labor die alte Volksweisheit bewiesen: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Zweisamkeit hilft: Wunden heilen schneller, Depressionen sind seltener

James Coan ist nur einer von vielen Forschern, die ein altbekanntes Phänomen neu erforschen: die heilsame Kraft der sozialen Beziehung. Mediziner, Hirnforscher und Statistiker finden immer neue Belege dafür, wie Menschen vom Zusammenleben mit anderen profitieren. Den aktuellen Kenntnisstand fasst Coan so zusammen: »Bei Menschen in einer engen Beziehung heilen Wunden schneller, sie werden seltener krank, sind weniger anfällig für Depressionen und Ängste und leben sogar länger« (siehe Seite 32). Demografische Untersuchungen zeigen schon lange, dass Verheiratete im Schnitt gesünder sind und länger leben als Singles. Das Fehlen sozialer Beziehungen, stellte der Soziologe James House bereits 1988 fest, ist ein ebenso hohes Gesundheitsrisiko wie Zigarettenkonsum, hoher Blutdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Der Harvard-Soziologe Robert Putnam empfahl in seinem Buch Bowling Alone, statt abzunehmen, regelmäßig zu trainieren oder das Rauchen aufzugeben, solle man lieber einem Verein beitreten. Doch solche Botschaften der Soziologen und Epidemiologen werden von den technik- und medikamentenfixierten Ärzten gern überhört. »Unsere Forschung hat sich lange Zeit nicht um die sozialen Faktoren des Gesundheitsverhaltens gekümmert«, sagt der Psychologe Craig Lefebvre, »wir haben uns zu sehr auf das Individuum und das individuelle Verhalten konzentriert.« Der Wissenschaftler von der George Washington University, der unter anderem das amerikanische Gesundheitsministerium berät, setzt sich deshalb dafür ein, die sozialen Aspekte der Gesundheit wieder ernster zu nehmen. »Die Leute beginnen zu begreifen, dass es ein größeres soziales Umfeld gibt, das die Menschen beeinflusst«, sagt Lefebvre. »Glück ist ansteckend« - diese Schlagzeile ging vor einiger Zeit um die Welt. Sie bringt das Ergebnis einer Studie auf den Punkt, die den Wert sozialer Netzwerke untersuchte. Der Politikwissenschaftler James Fowler und der Sozialmediziner Nicholas Christakis hatten dazu in einer Langzeitanalyse das Befinden von knapp 5000 Probanden über 20 Jahre verfolgt. Sie entdeckten, dass sich Gesundheitsverhalten und allgemeines Wohlbefinden wie ansteckende Viren in Netzwerken verbreiten und dabei manchmal überraschende Fernwirkungen entfalten. So erhöht zum Beispiel ein glücklicher Partner die Wahrscheinlichkeit, selbst glücklich zu sein, um 8 Prozent; frohgemute Geschwister in der Nähe heben die Stimmung um 14 Prozent, glückliche Nachbarn nebenan sogar um 34 Prozent. Noch dramatischer ist der Einfluss des Umfelds auf das Essverhalten: Legt der Lebenspartner Pfunde zu, steigt das eigene Risiko für Übergewicht um 37 Prozent; fettleibige Freunde beeinflussen einen sogar zu 57 Prozent. Ähnliches gilt für die Gewohnheit des Rauchens.

»Alle diese Beziehungen zeigen die Wichtigkeit physischer Nähe«, schlussfolgern Fowler und Christakis im British Medical Journal. »Freunde, die in unmittelbarer Nähe wohnen, beeinflussen uns am stärksten, und mit zunehmender Entfernung nimmt der Effekt ab.« Einflüsse auf Glück, Leibesumfang und Rauchverhalten konnten die Forscher in sozialen Netzwerken bis über drei Stationen nachweisen: Demnach hängt unser eigenes Glück selbst vom Glück der Freunde einer Freundin unseres Freundes ab. »Es könnte sein, dass diese "Drei-Stufen-Regel" auch für Depression, Angst, Einsamkeit, Alkoholkonsum, Essverhalten, Sport und viele andere gesundheitsrelevante Aktivitäten gilt«, schreiben Fowler und Christakis. Aber warum ist der Einfluss von engen Freunden größer als derjenige des Ehepartners? Und warum hat die Stimmungslage und Leibesfülle der Arbeitskollegen kaum einen Einfluss auf das eigene Befinden? Christakis und Fowler geben offen zu, dass ihre Daten nicht ausreichten, solche Fragen definitiv zu klären. Immerhin bieten sie ein paar Deutungsmöglichkeiten an. So zeigt sich zum Beispiel, dass gleichgeschlechtliche Bekanntschaften einen größeren Einfluss auf das Wohlbefinden haben als die Beziehung zwischen Frauen und Männern. »Menschen scheinen sich jeweils emotional stärker an Vertretern ihres eigenen Geschlechts zu orientieren «, schreiben Fowler und Christakis, »das könnte erklären, warum Freunde und enge Nachbarn stärkere Effekte hervorrufen als Ehepartner « (wobei man hinzufügen muss, dass sie nur heterosexuelle Paare untersuchten).

Den geringen Einfluss von Arbeitskollegen deu ten sie vorsichtig als Hinweis darauf, »dass der soziale Kontext den Austausch von Glück stark beeinflusst«. Durch welche Mechanismen solche Einflüsse übertragen werden, ist ebenfalls noch nicht ganz klar. Natürlich spielt die Gruppenpsychologie, das Lernen am Modell, bei der Verbreitung von Gewohnheiten eine wichtige Rolle; Menschen sind nun einmal Herdentiere. Hirnforscher reden schon lange davon, dass das menschliche Gehirn vor allem ein »soziales Organ« ist: Zeit seines Lebens wird es geformt und beeinflusst von äußeren Reizen; Erziehung und Kultur prägen unsere Art zu denken, und selbst im fortgeschrittenen Alter sind wir höchst sensibel für die Botschaften unserer Umwelt. Das angeblich eigenständige Individuum, das in der abendländischen Geistesgeschichte gern hochgehalten wird, ist den Ergebnissen der Kognitionsforscher zufolge die sich ständig wandelnde Summe der genetischen und kulturellen Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind. Anders gesagt: Wir denken und fühlen zum großen Teil das, was unser Umfeld denkt oder fühlt - und vice versa.

Daher ist es kein Wunder, dass die Netzwerke, in denen wir uns bewegen, einen starken Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. »In unseren Gehirnen sind offenbar Strukturen angelegt, die sich relativ rasch auf andere Menschen einstellen«, sagt James Coan. Das kommt besonders bei Gefahr oder in stressigen Situationen zum Tragen. Dann nutzt das Gehirn gewissermaßen jede Gelegenheit, sich die Arbeit mit anderen Hirnen zu teilen. Der Hirnforscher vermutet hinter dieser Strategie ein evolutionäres Programm zur Energieoptimierung. Schließlich hat unser Denkorgan einen gewaltigen Energiehunger. Obwohl seine Masse nur etwa zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verbraucht das Gehirn gut die Hälfte der täglich mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate, und unter Stress steigt dieser Bedarf gewaltig. Automatisch würden wir daher stets versuchen, die eigene Denkleistung zu minimieren und jene unseres Umfelds zu nutzen. »Evolutionär ist der Zustand des Alleinseins für den Menschen nicht vorgesehen«, sagt Coan. Stresssituationen, wie sie etwa bei Krankheiten oder auch in seinem Versuch mit den Stromstößen auftreten, vergleicht der Hirnforscher gern mit einer anstrengenden Autofahrt. »Wenn man allein fährt und gleichzeitig nach einer komplizierten Adresse Ausschau halten muss, ist das sehr anstrengend und unfallträchtig «, sagt Coan. Hat man jedoch einen Beifahrer an Bord, kann man sich die Arbeit teilen, was umgehend zur Entspannung führt - vorausgesetzt natürlich, die beiden verstehen sich.

Gehirne bauen Brücken zu anderen Gehirnen, um Energie zu sparen

Wann immer sich zwei Menschen begegnen, werfen ihre Gehirne gleichsam biochemische Enterhaken nacheinander aus. Fühlen wir uns vertraut, schütten unsere Nervensysteme im Gleichtakt die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin aus und den Belohnungsbotenstoff Dopamin. Solche biochemischen Brücken helfen nicht nur, die Beteiligten zu entspannen. Sie halten unter Stress auch den Blutdruck stabil, die Entzündungswerte niedrig und die Immunfunktionen intakt. In stabilen, guten Beziehungen addieren sich solche Effekte im Laufe eines Lebens und sind deshalb höchst gesundheitsfördernd. Eine niederländische Studie zum Beispiel hat nachgewiesen, dass Männer, die sehr enge Freundschaften pflegen, bis zu dreimal so häufig bei guter oder sehr guter Gesundheit sind wie isolierte Männer.

Dieselben Mechanismen können sich aber auch ins Gegenteil verkehren. Jede Änderung des Status quo in einer Partnerschaft - eine Scheidung, der Tod des Partners, aber auch eine Heirat - lässt vorübergehend das Sterberisiko steigen. Nach diesem Schock allerdings haben alleinstehende Frauen im Gegensatz zu Männern kein erhöhtes Sterberisiko, denn sie sind besser vernetzt als die Männer. Auch permanenter Streit mit Partnern oder Freunden kann Menschen im Extremfall körperlich krank machen. In solchen Fällen kann es durchaus gesünder sein, allein zu leben. Ähnlich ambivalent ist der Einfluss einer Peergroup. Wer mit seinen Freunden nächtelang bechert oder vor dem Fernseher abhängt, darf sich zwar als Teil eines stabilen sozialen Netzwerks fühlen - der Gesundheit tut er damit nur bedingt einen Gefallen. Während in vertrauensvollen Zweierbeziehungen die heilsamen Kräfte überwiegen, ist dieser Effekt bei größeren Gruppen nicht mehr gesichert. Wie ein großer Vogelschwarm seine Zugrichtung mal in die eine, mal in die andere Richtung ändert, kann auch das Gesundheitsverhalten großer Gruppen eine gesündere oder ungesündere Richtung einschlagen. Das Verhalten der Masse hat gravierende Auswirkungen. Ob es zum Beispiel gelingt, einen klassischen Silvester-Entschluss umzusetzen und abzuspecken oder das Rauchen aufzugeben, hängt nicht nur von der persönlichen Willenskraft ab, sondern auch von den unsichtbaren Kräften des sozialen Netzes. Wie schwierig es sein kann, gegen diese Kräfte zu agieren, hat David Bahr von der Regis University in Denver gezeigt.

Der Computerwissenschaftler speiste in eine Simulation alle bekannten Gesetze über soziale Netzwerke ein und beobachtete, welche Auswirkung dies auf den Body-Mass-Index der einzelnen Individuen hatte. Schon nach wenigen Durchläufen stellte sich heraus, dass sich die Menschen nach Gewichtsklassen separieren. »Wenn einmal solch eine Ballung entstanden ist«, so stellte Bahr fest, »dann hat sie die Tendenz, sich selbst zu stabilisieren.« Mit anderen Worten: Wer einmal umgeben ist von dicken Verwandten, Nachbarn und Freunden, wird in aller Regel nach einer Diät rasch wieder zunehmen. Nur wer räumlich oder sozial am Rande einer solchen Dickengruppe steht, hat eine Chance, auf Dauer Pfunde zu verlieren.

Für die Teilnehmer von Katarina Witts Abnehmshow The Biggest Loser ist das kein gutes Omen. Nicholas Christakis fand außerdem Hinweise darauf, dass die Stellung im Netzwerk auch von den Genen abhängig ist. Das Erbgut beeinflusst, ob Menschen eher im Zentrum oder am Rande von sozialen Netzwerken stehen, ob sie eher ängstlichschüchterne Mauerblümchen sind oder kontaktfreudig und gut vernetzt. Wobei sich das Talent zum Partylöwen je nach Umstand positiv oder negativ auswirkt. »Mehr Freunde zu haben heißt in manchen Situationen mehr Unterstützung und in anderen mehr Konflikte«, schreibt der Autor.

Geselligkeit ist der Jungbrunnen der japanischen Hundertjährigen

Die politische Aufgabe bestünde darin, Impulse in die richtige Richtung zu geben. Aber die sozialen Faktoren werden in der bisherigen Gesundheitspolitik noch viel zu wenig berücksichtigt. Dabei hätten die Erkenntnisse der Netzwerkmediziner gerade in einer alternden Gesellschaft große Bedeutung, wie das Beispiel der Senioren von Okinawa lehrt. Auf der japanischen Insel leben weltweit die meisten Hundertjährigen, und das führen Mediziner nicht nur darauf zurück, dass sich die Alten auf Okinawa kalorienarm und fischreich ernähren, sondern auch darauf, dass sie viel zusammen unternehmen: Kochkurse, gesellige Tanzvergnügen und kollektives Fischen stehen auf der Insel hoch im Kurs. Die Senioren, so heißt es auf Okinawa, hätten viel ikigai - das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen.

In dieser Hinsicht hat Deutschland noch einigen Nachholbedarf. Denn nirgendwo sonst in der Welt suchen Menschen so oft ihren Hausarzt auf wie in Deutschland. Auch bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf rangieren die Deutschen europaweit in der Spitzengruppe; fragt man sie dagegen nach ihrem Befinden, belegen sie einen abgeschlagenen 17. Platz in Europa. Die Bundesbürger zahlen also viel für ihre Gesundheit, fühlen sich aber dennoch schlecht. Das mangelnde Wohlbefinden der Deutschen, so analysierte kürzlich die britische New Economics Foundation, sei auch eine Folge unterdurchschnittlicher sozialer Kontakte zur Familie oder zu Freunden. Offenbar ist uns in den vergangenen Jahren zunehmend der Gemeinsinn verloren gegangen. Der Anteil jener Westdeutschen, die einen Menschen haben, dem sie sich in schwierigen Zeiten anvertrauen können, sank zwischen 1996 und 2001 einer Befragung zufolge von 50 auf 25 Prozent. Und Jugendliche treten immer seltener einem Verein bei. Zugleich weiß jeder Hausarzt, dass in seiner Praxis viele Menschen sitzen, die nicht im eigentlichen Sinne krank, sondern lediglich einsam sind. So gesehen durchleben wir derzeit nicht nur eine Wirtschaftskrise, sondern seit Längerem bereits eine Rezession des »sozialen Kapitals«, wie es der Soziologe Pierre Bourdieu nannte. Besonders ausgeprägt ist der mangelnde Zusammenhalt nach der Heinz Nixdorf Recall Study in den unteren Schichten.

Doch die Gesundheitspolitiker appellieren immer wieder an die Verantwortung des Einzelnen. »Wenn wir alle mehr Verantwortung für unsere eigene Gesundheit übernehmen würden, hätten wir viel weniger Menschen mit Rückenleiden, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankung«, sagt etwa Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und fordert »jeden Tag 3000 Schritte extra«. Das sei »Nonsens«, sagt Rolf Rosenbrock, Sozialwissenschaftler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, »sosehr ich Ulla Schmidt schätze«. Solche Kampagnen dienten nicht der Gesundheit der Bevölkerung, sondern nur dem Absender der Botschaft: »Damit der ein gutes Gewissen und ein gutes Image hat.« Statt nur das Individuum in den Blick zu nehmen, müsse es darum gehen, Handlungsfähigkeit in Gruppen herzustellen und Vertrauen zu stiften, sagt Rosenbrock. »Gute Interventionen sind solche, wo Lebenswelten sich selbstständig ändern und die Profis nur den Anstoß dazu geben.« Solch eine Intervention kann zum Beispiel eine Verbesserung der betrieblichen Kommunikation sein oder auch die gute alte Gemeindeschwester, die übers Land fährt, um die Menschen zueinander zu bringen.

Wie eine Kampagne funktionieren kann, zeigt die amerikanische Antirauchkampagne Truth. Anstatt mit Gesundheitsschäden zu drohen, klärte Truth Teenager über die Marketingstrategie der Tabakkonzerne auf. Auf Wänden stand in großen Lettern »Die Tabakindustrie ist nicht dein Freund«. Hatten die Jugendlichen bis dahin geglaubt, Rauchen sei eine Art Rebellion gegen die Erwachsenen, dämmerte ihnen jetzt, dass sie nur ausgenutzt worden waren. Zusammen mit verschärften Gesetzen gegen das Rauchen in Innenräumen war die Kampagne ein durchschlagender Erfolg: 300 000 Teenager weniger fingen das Rauchen an. Die Medizin der sozialen Netzwerke lehrt, dass der öffentlichen Gesundheit durch eine Stärkung des Gemeinsinns mehr geholfen wäre als durch ständige Investitionen in die Apparatemedizin. Der Kegelverein auf Rezept? Warum nicht.

Aus DIE ZEIT :: 16.04.2009

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