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Großbritannien: Bestnoten für Studenten trotz geringer Kenntnisse

 

Hochschullehrern in England wird vorgeworfen, Studenten gute Noten zu verteilen, um in den Rankings gut abzuschneiden.

Großbritannien: Bestnoten für Studenten trotz geringer Kenntnisse© imperial.ac.ukStudenten des Imperial College London feiern ihren Abschluss
In Großbritannien ist eine Debatte über die Vergabe von Bestnoten für Absolventen der Schulen und der Universitäten entbrannt. So kritisieren führende Universitäten die Inflation der Vergabe von A-Level-Noten von Schulabgängern, die dennoch keine ausreichenden Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften aufwiesen.

Deshalb plane das Imperial College London einer Meldung der Zeitung Guardian zufolge ein eigenes Eingangsexamen, um zwischen den Bewerbern mit Schulbestnoten (A-Level) auszuwählen.

Eine A-Note mit Prädikat werde vielleicht eingeführt werden müssen, um die besten Bewerber auszuwählen. Ein Vertreter des Imperial College sagte: "Ingenieure müssen die Dinge exakt bestimmen. Man kann nicht sagen, dies oder jenes sei "nahezu" exakt. Man muss sich auf die Berechnungen verlassen können. Es gehe hier auch um Menschenleben. Wenn die Berechnungen falsch seien, könnten Ingenieure ja töten".

Eine Folge der mangelnden Kenntnisse der Schüler sei die Verlängerung einzelner Kurse von drei auf vier Jahre. Das erste Jahr diene häufig dazu, sie erst auf das geforderte Studieneingangsniveau zu bringen.

Universitäten fordern gute Ranking-Ergebnisse

Doch auch die Notenvergabe der Universitäten steht in der Kritik. Hochschullehrer stünden unter dem Druck, gute Noten zu verteilen, um in Rankings gut abzuschneiden. Falls die Leistungskriterien der Konkurrenzhochschulen weniger anspruchsvoll als die eigenen seien, würden diese entsprechend abgesenkt.

Besonders großzügig seien die Unversitäten mit guten Noten bei nicht-europäischen Studenten, die ungleich höhere Studiengebühren zahlten. Selbst Plagiate solcher Studenten würden aufgrund "verschiedener kultureller Normen" weniger hart geahndet als die britischer Studenten.

Aus Forschung und Lehre :: Juli 2008

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