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Was verdient ein Gruppenleiter?

von Andrea Martini

Postdocs, die im Forschungsbereich tätig sein möchten, haben die Möglichkeit, eine Stelle als Nachwuchsgruppenleiter anzutreten. Doch wie hoch ist das Gehalt eines Gruppenleiters in der Wissenschaft?

Gehalt Gruppenleiter © Sensay - Photocase.de Forschungsgruppenleiter können nach TV-L oder der Besoldungstabelle W vergütet werden
Nach der Promotion gibt es im Wissenschaftsbereich verschiedene Möglichkeiten, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. Eine Alternative zur Juniorprofessur bildet dabei die Arbeit als Gruppenleiter. Der übliche Weg führt hier von der Anfangsposition als Nachwuchsgruppenleiter über den Posten als Forschungsgruppenleiter bis hin zur Professur.

Was verdient ein Nachwuchsgruppenleiter?

Nachwuchsgruppenleiter betreuen ein eigenes Forschungsprojekt, übernehmen dabei Verantwortung für Fördermittel und Personal und können sich auf diesem Weg für eine Professur oder eine andere Führungsposition qualifizieren. Wissenschaftliche Nachwuchsgruppen sind dabei sowohl an Hochschulen als auch an außeruniversitären, oftmals staatlich-öffentlich finanzierten Forschungsorganisationen angesiedelt. Doch was verdient ein Gruppenleiter im öffentlichen Dienst und was an der Hochschule? Das Gehalt von Nachwuchsgruppenleitern an der Universität richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L), das an außeruniversitären Instituten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Einstufung in die jeweilige Entgeltgruppe ist dabei abhängig von der Berufserfahrung und liegt üblicherweise bei E14 bis E15 (Grundeinstiegsgehalt zwischen rund 3.900 Euro und 4.300 Euro). Damit fällt das Gehalt eines Gruppenleiters mit Personalverantwortung höher aus als das eines gerade erst promovierten Postdocs, der zum Beispiel als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist und nach E13 entlohnt wird.

Tarifvertrag für Nachwuchsgruppenleiter im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) - Bereich Tarifgebiet Ost und West
Entgeltgruppe
Gültigkeit: 01.07.2017 - 31.12.2017, Quelle: "Informationsportal zum öffentlichen Dienst", Tabelle: academics.de
E15 4.297,75 € 4.765,07 € 4.941,07 € 5.566,18 € 6.039,56 €
E14 3.891,16 € 4.315,96 € 4.564,80 € 4.941,07 € 5.517,62 €


Tarifvertrag für Nachwuchsgruppenleiter im öffentlichen Dienst (TVöD) - Bereich Bund
Entgeltgruppe
Gültigkeit: 01.07.2017 - 28.02.2018, Quelle: "Informationsportal zum öffentlichen Dienst", Tabelle: academics.de
E15 4.380,63 € 4.860,31 € 5.038,90 € 5.676,72 € 6.161,47 € 6.480,39 €
E14 3.967,32 € 4.401,04 € 4.656,17 € 5.038,90 € 5.625,72 € 5.944,61 €

Wie hoch ist das Gehalt eines Forschungsgruppenleiters?

Erfahrene Postdoktoranden oder Hochschullehrer mit mehrjähriger, nicht selten internationaler Forschungserfahrung haben als Forschungsgruppenleiter die Möglichkeit, ein eigenes wissenschaftliches Projekt umzusetzen und ihre Führungskompetenz auszubauen. Wer seine Berufungsfähigkeit noch nicht erreicht hat, kann sich über diesen Weg für eine Professur qualifizieren. Die Vergütung ist in der Regel höher als die eines Nachwuchsgruppenleiters, wobei sich das Forschungsgruppenleiter-Gehalt nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) oder der Besoldungstabelle W richtet. Dementsprechend variiert die Bezahlung von Forschungsstellen stark. Das Internetportal "Research in Germany" - die zentrale Informationsplattform der Initiative "Werbung für den Innovations- und Forschungsstandort Deutschland" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - nennt folgende Verdienstmöglichkeiten für Forschungsgruppenleiter:

  • entsprechend der Vergütung eines Postdoktoranden nach TVöD oder TV-L zwischen rund 3.700 Euro und 4.500 Euro brutto im Monat
  • für Hochschullehrer beziehungsweise Wissenschaftler, die die Voraussetzungen für den Ruf auf eine Hochschulprofessur erfüllen, entsprechend der Besoldung W2 oder W3
    • W2: Grundgehalt am Anfang der Karriere je nach Bundesland zwischen 5.082 Euro (Hessen) und 6.020 Euro (Baden-Württemberg)
    • W3: Einstiegsgrundgehalt zwischen 5.634 Euro (Hessen) und 6.834 Euro (Baden-Württemberg)

Bei manchen Forschungsprojekten kommen zu den Grundgehältern Leistungs- und Funktionszulagen hinzu. Eine Alternative zur Bezahlung nach Tarifvertrag ist die Vergütung über Drittmittel. Sie orientiert sich meist an den Tarifvereinbarungen, kann jedoch auch davon abweichen. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Entgelts im Wissenschaftsbereich steigen weiter, wenn der Weg über die Professur eingeschlagen wird.

academics :: 28.06.2017

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