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Haben wissenschaftliche Mitarbeiter einen Anspruch auf Sonderurlaub?

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Die Antwort des DHV-Expertenteams: Wissenschaftliche Mitarbeiter können nach Maßgabe des Tarifvertrags der Länder (TV-L) auf ihren Antrag hin aus dem Arbeitsverhältnis beurlaubt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass ein "wichtiger Grund" die Beurlaubung rechtfertigt und auf die Fortzahlung des monatlichen Gehalts verzichtet wird. In der Praxis wird ein "wichtiger Grund" regelmäßig bejaht, wenn z.B. eine Vertretungsprofessur übernommen, ein vorübergehender wissenschaftlicher Forschungsaufenthalt an einer ausländischen Universität absolviert oder eine vorübergehende Tätigkeit an einer in- oder ausländischen außeruniversitären Forschungseinrichtung durchgeführt werden soll.

Diese Tätigkeiten dienen der weiteren wissenschaftlichen Qualifizierung des wissenschaftlichen Mitarbeiters und sind daher prinzipiell berücksichtigungsfähig. Allerdings ist zu bedenken, dass ein Sonderurlaub nur dann gewährt werden wird, wenn dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. Daher sollten wissenschaftliche Mitarbeiter im Vorfeld eines Beurlaubungsantrags rechtzeitig mit der vorgesetzten Professorin bzw. dem vorgesetzten Professor den Zeitpunkt und die Dauer der Beurlaubung besprechen sowie klären, inwieweit eine Vertretung notwendig und möglich ist. Dies betrifft insbesondere eine etwaige Vertretung der Aufgaben in der Lehre.

Ferner sollte darauf geachtet werden, dass die Universität schriftlich ein dienstliches Interesse am Sonderurlaub anerkennt. Dies ist ratsam, da nach Maßgabe des TV-L so gesichert werden kann, dass ein etwaig anstehender Aufstieg in die nächst höhere Gehaltsstufe nach der Wiederaufnahme des Arbeitsverhältnisses nicht verzögert wird.

Die Anerkennung des dienstlichen Interesses führt regelmäßig dazu, dass der Zeitraum des Sonderurlaubs einer "ununterbrochenen Tätigkeit" im Arbeitsverhältnis gleichgestellt und damit als reguläre Stufenlaufzeit gewertet wird.

Aus Forschung & Lehre :: Mai 2014
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