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Habilitation nach 6 Jahren außeruniversitärer Tätigkeit?

Habilitation nach 6 Jahren außeruniversitärer Tätigkeit?© bellemedia - Fotolia.com

Im Jahre 2000 habe ich in Geschichte promoviert und habe nun nach 6 Jahren wissenschaftlichen Tätigkeiten an hist. Museen, Stiftungen und freier Tätigkeit als Publizistin u.a. für das DeutschlandArchiv während meiner Erziehungszeit den Wunsch, zu habilitieren. Ich bin jetzt 35, habe aber keine Position als Assistentin o.ä. an einer Uni. Ist es trotzdem möglich zu habilitieren, bzw. wie wären meine nächsten Schritte dahin?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Habilitation ist eine Hochschulprüfung, mit der die Befähigung zur selbständigen Forschung und Lehre bescheinigt wird. Die Zulassung zur Habilitation erfolgt nach Maßgabe der lokal geltenden Habilitationsordnung auf Antrag. Der Bewerber reicht einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zur Habilitation unter Angabe des Faches, für welches er die Lehrbefähigung erlangen will (sog. Habilitationsgesuch), grundsätzlich beim Dekan der zuständigen Fakultät ein.

Die fachlichen Voraussetzungen der Zulassung zur Habilitation regeln die jeweiligen Habilitationsordnungen der Universitäten. Regelmäßig sind dies ein wissenschaftliches Studium, eine qualifizierte Promotion, eine wissenschaftliche Tätigkeit nach der Promotion sowie die Vorlage einer Habilitationsschrift oder mehrerer wissenschaftlicher Arbeiten, die einer Habilitationsschrift adäquat sind (sog. kumulative Habilitation).

Die Habilitationsordnungen der Hochschulen können weitere sachbezogene Voraussetzungen fordern. Keine zwingende Voraussetzung ist die Betreuung des Habilitanden. Liegen die formalen Voraussetzungen der Zulassung vor, so wird das Habilitationsverfahren eingeleitet, in welchem die mündlichen und schriftlichen Prüfungsleistungen bewertet werden.

Wie von Ihnen bereits richtigerweise angenommen, mündet das Zustandekommen eines Betreuungsverhältnisses zwischen Habilitationsmutter bzw. Habilitationsvater und dem Habilitanden nicht zwangsläufig in den Abschluß eines Arbeitsvertrages. Insoweit kann eine Habilitation auch durchaus als sog. externe Habilitation erfolgen. Das ist allerdings eher die Ausnahme. Mitarbeiterstellen, die Gelegenheit zur selbständigen wissenschaftlichen Forschung (Habilitation) bieten, werden regelmäßig ausgeschrieben. Da inzwischen fast jede Hochschule über einen eigenen Internetauftritt verfügt, lohnt es sich also, auf den entsprechenden Internetseiten nach wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen, die vakant sind, zu suchen.
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